Sechste Musikschau zum Jubiläum trotzt dem Regen / Gemeinschaft für das ganze Dorf

Die Funken springen über

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Für das ehemalige Funken-Mitglied Corinna Jürges aus Achim stand nach dem Platzregen fest: „Nächste Woche in Scheeßel bin ich nochmal dabei!“

Ostervesede - Von Ulla Heyne. Welch ein Fest! Drei Tage lang hatten die Roten Funken gefeiert, gipfelnd im großen Festakt mit Konzerten von fünf Gastformationen und großer Marschformation. Die Vorbereitungen zu diesem organisatorischen Kraftakt waren seit Monaten im Hintergrund gelaufen.

Und so konnten sich die Organisatoren auf die Schultern klopfen, als am Sonntagmittag neben einigen Festrednern und mehreren hundert Zuschauern auf dem Sportplatz die fünf aufgestellten Formationen mit vielen hundert aktiven Musikern versinnbildlichten, worum es bei dem traditionellen Spielmannszug nunmehr seit 50 Jahren geht: Um Verständigung – zwischen den unterschiedlichen Generationen (die Teilnehmer sind zwischen sieben und 70 Jahren alt), aber auch unter den Völkern, wie die Anwesenheit der feierfreudigen holländischen Freunde vom TTM Simpson zeigte.

Diesen Verdienst haben auch die stellvertretende Landrätin Elke Twesten und Bürgermeisterin Käthe-Dittmer-Scheele in ihren Grußworten herausgestellt. Ortsbürgermeisterin Wiebke Peters dankte dem Verein darüber hinaus auch für das Repräsentieren, nicht zuletzt bei den jährlichen Auftritten beim Schützenfest in Hannover. Das hatten die Funken in diesem Jahr wegen der Vorbereitungen zum großen Schaulaufen ausfallen lassen.

Und ihre Show bildete emotional dann auch den unbestrittenen Höhepunkt, jedenfalls für diejenigen, die sich nach knapp vier Stunden Programm und durch den einsetzenden Platzregen nicht entmutigen ließen. Die Auftritte der befreundeten Spielmannszüge Westervesede und Heidenau verlegten die Verantwortlichen kurzerhand ins Dorfgemeinschaftshaus. Zuvor hatten die Profis des Polizeiorchesters Hamburg mit maritimem Medley, einer Hommage an James Last und einigen hinreißenden Duetten von Trompete und Klarinette ihr vielfältiges Repertoire unter Beweis gestellt. Ihre lateinamerikanischen Klänge knüpften an den vorausgegangenen Abend an, der für einige der Akteure erst wenige Stunden zuvor geendet hatte.

Mit Spielfreude und frischen Sounds am Puls der Zeit wie „Viva la Vida“ oder „Happy“ verzückten anschließend die Niederländer. Aber auch der Auftakt der Heidenauer mit traditionellem Liedgut, der mitreißende Auftritt der Schneverdinger Stadtfalken im strömenden Regen und der Schalmeienzug Osterhagen – mit seinen an einen Strauß Hupen erinnernden außergewöhnlichen Instrumenten – zeigten unter anderem mit dem „Knallroten Gummiboot“, wie vielfältig die Spielmannszug-Szene aufgestellt ist. Dieser halten einige Aktiven der Funken bereits 40 bis 50 Jahre die Treue, unterstrich Kreismusikleiterin Nicole Landverzicht in ihrer Ehrung für so viel aktives Engagement.

Jubiläum der Roten Funken

Vielumjubeltes Finale: Die 72 Aktiven und Ehemaligen beim großen Schaulaufen. „Das hat es hier noch nicht gegeben“, so Andreas von Fintel, der durchs Programm führte. Zuvor hatte der Platzregen den Akteuren allerdings einen Dämpfer versetzt: „Wir haben extra zehn, 15 Mal geübt, bis man‘s wieder drauf hatte – und nun das“, äußerte sich Gründungsmitglied Friedhelm Meyer ob der Zwangspause etwas enttäuscht.

Spätestens nach dem Niedersachsenlied, das als Zugabe den denkwürdigen Festakt beendete, war ihm wie vielen anderen Ehemaligen klar: „Zumindest beim Umzug zum Internationalen Beeke-Festival am kommenden Sonntag sollte man noch einmal dabei sein.“ Die an diesem Tag viel beschworene Gemeinschaft, sie funktioniert – nicht nur musikalisch.

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