„Es war der Schulz-Effekt“

Serie „Junge Politiker“: Der Scheeßeler Marc Ostrowski über seinen Weg in die Politik

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Marc Ostrowski ist selbst Vater und macht sich stark für andere Jungfamilien.

Scheeßel - Von Joris Ujen. Aus einer Not heraus fand Marc Ostrowski seinen Weg in die Politik. Vor rund fünf Jahren suchte der Vater von zwei Söhnen mit seiner Partnerin einen Krippenplatz für den Erstgeborenen. Seinerzeit gab es einen Notstand für die Kinderbetreuung im Beeke-Ort. Und so kam es, dass der Scheeßeler im Gemeindeelternrat aktiv wurde. Da Ostrowski ein Jahr später dort den Vorsitz übernahm, musste er diese Position auch im Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales und Sport vertreten und machte seine ersten Erfahrungen in der kommunalen Politik. „Darüber bin ich da quasi reingerutscht“, erzählt der 30-Jährige im Gespräch mit der Kreiszeitung.

Die beiden Scheeßeler Sozialdemokraten Johannes und Christa Hillebrand erkannten sein Interesse für die Politik und unterstützen Ostrowski seitdem. „Sie haben mich dann gefragt, ob ich nicht mehr aus meinem Engagement machen möchte“, erinnert er sich. Ostrowski war angetan, besuchte ein Jahr lang die Fraktionstreffen und mehrere Sitzungen. Vor anderthalb Jahren kandidierte er dann bei der Kommunalwahl, „die SPD hätte mich aber auch ohne Parteibuch auf die Liste gesetzt“. Seine Überzeugung, als Sozialdemokrat anzutreten, kam jedoch ohne das Zutun der Orts-SPD. „Tatsächlich war es damals der ,Schulz-Effekt‘, der mich dazu bewog.“

Heute ist Marc Ostrowski stellvertretender Vorsitzender des Sozialausschusses, sitzt im Gemeinderat sowie im Kernortausschuss und engagiert sich in mehreren Arbeitsgruppen. Da seine beiden Söhne noch jung sind, zwei und sieben Jahre alt, setzt er sich auch weiterhin im Gemeindeelternrat für das Wohl des Nachwuchses ein. Die frühkindliche Bildung ist somit ein Thema, für das er sich politisch starkmacht.

„Jeder bei uns in der Fraktion hat bestimmte Kompetenzen. Das ist gut verteilt.“ Was der Sozialdemokrat etwas schade findet, ist das fehlende Interesse seiner Generation. „Die Politik ist allgemein relativ alt. Im Gemeinderat sind wir vier Leute um und unter 30 Jahren – von 31 Ratsmitgliedern.“ Von allen haben nur Ostrowski und Bettina MacGregor (SPD) Kinder im Krippen- oder Kindergartenalter. „Fast alle hatten mal Kinder, aber haben jetzt keine direkten Berührungspunkte mehr zu der Thematik. Wenn man so das ein oder andere hört, ist das schon realitätsfremd“, sagt der Scheeßeler. Das ist auch etwas, was den jungen Politiker für sein Ehrenamt weiterhin motiviert, „um junge Menschen und Jungfamilien zu vertreten“. Scheeßel hat bei der Kinderbetreuung ein gutes Niveau erreicht, sagt er. Ausruhen dürfe man sich darauf aber nicht.

Ein weiteres Themenfeld, in dem Ostrowski sich gut auskennt, ist ebenfalls eines, das ihn unmittelbar betrifft: Sein eigenes Haus in Scheeßel hat er überwiegend selbst gebaut, musste sich dementsprechend mit der Bauplatzsituation in Scheeßel beschäftigen. Dass sein politisches Engagement viel Zeit kostet, hatte er anfangs unterschätzt. „Ein Thema kann da gerne mal 70 Seiten umfassen. Sitzungstermine sind überschaubar, aber die Vorbereitung davor, das Einlesen, nimmt viel Zeit in Anspruch. Das kann junge Leute abschrecken. Aber wenn man etwas bewegen kann, motiviert das ungemein.“

Abseits der Politik ist Marc Ostrowski Soldat. Überwiegend Verwaltungsarbeiten gehören zu seinem Arbeitsalltag in der Rotenburger Lent-Kaserne. 2021 wird der Scheeßeler Kommunalpolitiker dort seine zwölfjährige Dienstzeit abschließen. Dann möchte der 30-Jährige vielleicht Nachhaltige Entwicklung studieren.

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