Eichenschule verabschiedet Siegfried Grieger und Joachim Luchterhand in den Ruhestand

Das Schuljahr beginnt ohne sie

Ein letztes gemeinsames Bild zum Abschied: Stefan Anders (l.) und Christian Birnbaum von der Schulleitung entließen die langjährigen Mitarbeiter Joachim Luchterhand (2.v.l.) und Siegfried Grieger in den Ruhestand. - Foto: Heyne

Scheeßel - Als am Donnerstag mehr als 1.000 Eichenschüler und rund 80 Lehrer in die „neue Runde“ starteten, fehlten zwei vertraute Gesichter: Joachim Luchterhand und Siegfried Grieger sind in den Ruhestand gegangen. Bereits zum Anfang der Sommerferien hatte die Lehrerschaft sich von zwei Kollegen verabschiedet, die – so wurde im Rahmen einer Feierstunde deutlich – unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Grieger, der fast 35 Jahre die Geschicke der Eichenschule mitgeprägt hatte, unter anderem als Verkehrsobmann und Kursleiter für das Mofa-Fahren (beide Posten gibt es nicht mehr), wurde in den Reden von Fachschaftskollegen und Schulleitung als bescheidener Leisesprecher und Lieferant sarkastisch-treffender Kommentare gewürdigt. Auch wenn der „Herr des Zebrastreifens“ sich „Lobhudelei“ verbeten hatte, kamen die Meriten des Lehrers für Mathematik, Physik und Informatik zur Sprache – neben absoluter Korrektheit und Verlässlichkeit auch sein Faible für Experimente, die im Unterricht oft im Mittelpunkt des Geschehens standen. Grieger selbst fasste sein Berufsleben gewohnt trocken zusammen: „War alles gut hier!“ Vermissen werde er vor allem den Klausuren- und Zeugnisstress jedoch nicht.

Auf immerhin 25 Jahre Eichenschule blickt Joachim Luchterhand zurück. Die Verdienste des Lehrers für Sport, Englisch und Musik hätte kaum konträrer ausfallen können: Begnadeter Witzeerzähler, leidenschaftlicher Musiker, Erfinder der eigenen Sportart „Luchtiball“ – der Tausendsassa hatte in vielen Bereichen seine Begeisterungsfähigkeit unter Beweis gestellt. Dass diese sich sogar verbinden ließen, zeigten die Kollegen in einem Sketch, einer Nachstellung einer „Wetten dass“-Wette, bei der Sport-Kollege Christoph Treblin mit imposanter Perücke den Gottschalk gab. Gefordert, drei der 154 auswendig paraten Sonnette für Shakespeare zu repetieren und dabei zu jonglieren, war für den Liebhaber der Sprache und Literatur Shakespeares nicht unbedingt herausfordernd, hatte die Rampensau Selbiges bereits im Rahmen eines Bühnenprogramms unter Beweis gestellt. Doch ganz so einfach wollten die Kollegen es dem Pensionär in spe nicht machen – hatte er sie mit seiner exzentrischen Art doch auch oft genug gefordert. So musste die Übung auf dem Trimmrad absolviert werden. Das Multitasking gelang – und bescherte zum Ferienanfang allerseits strahlende Gesichter.

Die Schüler der Eichenschule werden ab diesem Schuljahr von den berüchtigten Phonetik-Diktaten Luchterhands auf Englisch verschont – in deren Genuss kommen ab sofort die Schüler der Rotenburger BBS, wo der Unruheständler einen Teilzeit-Lehrauftrag angenommen hat. 

hey

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