Schritt für Schritt voran

Digitales Kanalkataster für die Gemeinde wächst

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Diesen Plan bekamen die Ausschussmitglieder zu sehen. Er zeigt, inwieweit die Inspektionen im Kernort und in den Ortschaften schon gediehen sind.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Dass das das Thema „Kanalkataster“ die Aufmerksamkeit der Mitglieder im Bau- und Planungsausschuss auf sich zieht, leuchtet ein. Immerhin liegt das Geld unter der Straße. Viel Geld sogar, das die Gemeinde aufbringen muss in den kommenden Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten, um das teils überholungsbedürftige Kanalnetz zu sanieren.

Meistens ist mehr Kanal da, als man denkt. „Es wurden bei den Inspektionen Schächte gefunden, von denen vorher niemand etwas wusste“, nennt Dirk von Elling vom Fachbereich Bau und Planung im Scheeßeler Rathaus den immer wiederkehrenden Überraschungsmoment beim Namen. Experten sprechen von Bürgermeister-Kanälen – unbekannte Schächte in der Tiefe also, die meist laienhaft von Privatleuten verlegt wurden.

Es geht um die Schmutzwasserkanäle in der Einheitsgemeinde. Und um die Regenwasserleitungen. Seit sieben Jahren ist die Verwaltung dabei, das komplette Kanalsystem auf der Grundlage alter Papierpläne und unter Einsatz einer Kamera vermessen zu lassen. Schritt für Schritt, Schacht für Schacht. „Optische Inspektion“ nennt sich dieses Verfahren, an dessen Ende ein digitales Kataster für Übersicht sorgen soll. Wie bei einer Operation, bei der eine Kamera durch das Innere des menschlichen Körpers tastet, lässt sich so am Computerbildschirm das Innenleben des Schachts darstellen, können Wände, Wurzeleinwuchs, Risse oder schlecht angedockte Stutzen mit einem Mausklick sichtbar gemacht „Wir können nachher schon sehr bequem damit arbeiten“, bemerkte von Elling während seiner Präsentation, in der der Fachmann auch auf die einzelnen Fortschritte im Kernort und in den Ortschaften zu sprechen kam.

Dass die Inspektion, bei der die Gemeinde mit Fachfirmen zusammenarbeitet, kein zügiges Unterfangen ist, zeigt der Umfang: Allein das Kanalnetz für das Regenwasser misst in Scheeßel 43 Kilometer und müsse, laut von Elling, noch befilmt werden. „Da ist noch einiges zu bewerkstelligen.“ Schwierig gestalte sich die Tatsache, dass die Regenwasserkanäle unter den Dörfern bisher gar nicht dokumentiert gewesen seien. „Auch deshalb erstellen wir nun dieses Kataster.“ Schützenhilfe beim späteren Einpflegen der Daten erhält die Gemeinde von einem auf Kanalkataster spezialisierten Fachmann aus dem Bremervörder Rathaus, „aber erst, wenn alle Befilmungen und Nachvermessungen stattgefunden haben“.

Kein konkreter Zeitplan

Das verleitete Ausschussmitglied Dirk Lange (CDU) zu der Frage, mit welchem zeitlichen Horizont denn zu rechnen sei, bis die Politik sich einen Eindruck vom Schadenbild machen könne. „Wir haben ja erst bei der Sanierung des Vahlder Wegs erhebliche Schäden im Schmutzwasserwasserkanal gesehen und gerüchteweise soll andernorts auch erhebliches Schadenspotenzial in der Erde stecken“, äußerte sich der Ratsherr. Ein konkretes Datum konnte Joachim Köhnken, Bauamtsleiter der Gemeinde zwar nicht nennen. Immerhin stünde man kurz vor dem Gespräch mit einem Ingenieurbüro, bei dem ein Zeit- und Handlungsplan abzuklären sein werde. Auf jeden Fall, versicherte Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU), wolle man unter die Befilmungen noch in diesem Jahr einen Haken setzen.

Davon ist der von der Gemeinde angestrebte Generalentwässerungsplan, laut Definition ein Abwasserkonzept für ein Einzugsgebiet, welches als Rahmenvorgabe für Detailvorhaben dient, noch weit entfernt. Inwiefern der denn in Verbindung mit dem Kataster stünde, wollte Ausschussvorsitzender Ernst Behrens (CDU) von der Verwaltung wissen. „Die Idee ist es, auf die Kanalkatasterunterlagen aufzusatteln“, erläuterte Köhnken. „Dazu müssen wir uns mit dem Landkreis noch abstimmen.“

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