Schlüpfriges in Fisch-Moll und Country à la Heidi Kabel

600 Zuschauer feiern Eli Lohof und Elke Oppermann bei zweitem Stiftungskonzert

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600 stimmstarke Besucher trugen aktiv dazu bei, das zweite Stiftungskonzert mit dem Duo zu zelebrieren.

Scheeßel - „Basdahl, Scheeßel – was soll da noch kommen?“ Auch wenn die Elke Oppermann und Eli Lohof bei ihrem Konzert am Freitag nicht umhin konnten, wie gewohnt zu frotzeln – mehr als ein wenig beeindruckt (oder „geflasht“, so Lohof), waren die „singende Schulrätin“ und die „aus Funk und Fernstehen Bekannte“ angesichts von 600 Zuschauern bei ihrem zweiten Stiftungskonzert in der St.-Lucas-Kirche dann doch.

Vorstand Karsten Müller-Scheeßel hatte ein sicheres Händchen für den Publikumsgeschmack bewiesen – die beiden Musikerinnen trugen dem ehrwürdigen Rahmen mit einem eingängigen A cappella „Down to the River to Pray “ Rechnung. Abgesehen von einigen Ausflügen in die christliche Musikliteratur („Oh Happy Day“) sollte es in den nächsten zwei Stunden weltlicher zugehen: Etwa beim Ringen um den Geliebten in „Jolene“ oder weitere nicht wegzudenkende Songs wie „Stand by your Man“, „It's a Heartache“oder „Mommy Blue“. Den Background-Chor müssen die Scheeßeler nicht proben, der sitzt bei so vielen Fans.

Doch nicht nur Bekanntes kommt zu Gehör, sondern auch einige neue Country Songs: Bei „Tennessee Whiskey“ outet sich Oppermann als Fan von Sänger Chris Stapleton: „Es ist viel Mann“ und beklagt, dass immer an ihr die Parts der stämmigen Cowboys hängen bleiben. Völlig ohne Scheu hüpfen die beiden von Genre zu Genre („Heidi Kabel ist ja irgendwie auch Country“). Es ist diese Mischung: Mitmachen, lauschen („Die haben so wahnsinnig intensiv zugehört“, lobt Lohof im Anschluss das Publikum) – und dem freundlichen Gefrotzel Zweier, die sich auch nach 18 Jahren bei ihrer „Dauertour durch den Landkreis“ immer wieder zusammenraufen.

Ständchen für elfjährige Zuhörerin

Lohof quält die Bühnenpartnerin mit Fantasie-Tonarten wie „Fisch-Moll“ und brilliert nebenbei nicht nur an der Gitarre, sondern auch an der Ukulele. Aber auch Peter Maffay bekommt nach dem gemeinsamen Abfeiern von „Sieben Brücken“ sein Fett weg, und die Organisatoren: „Wir spielen durch, weil es hier nichts zu trinken und kein Klo gibt.“ Oppermanns Gesangslehrer bekommt ein Geburtstagsständchen – dass die Gesangsstunden sich bezahlt machen, zeigt sich bei Cat Stevens' „Father and Son“, dem Oppermann ihren eigenen künstlerischen Stempel aufdrückt. Und auch die, die Frivoles erwarten, bekommen mit Udo Jürgens etwas leicht Schlüpfriges geboten.

Beim vorletzten Song „Leaving on a Jetplane“ strahlt eine Zuhörerin in der ersten Reihe besonders: Auch wenn es kaum jemand weiß, ist dies ein Ständchen für die elfjährige Clara Winterhalter. Mutter Andrea: „Ich wusste, dass die beiden das im Repertoire haben und habe mir einfach mal ein Herz gefasst und sie angeschrieben“ – der Herzenswunsch wird ohne viel Aufhebens erfüllt.

Ob die 600 Zuschauer am Ende nur gekommen sind, um ihre Idole noch einmal lebend zu sehen „wie bei Elton Johns Abschiedstournee“, wie Oppermann scherzhaft vermutet? Wohl kaum. Wäre auch zu schade.

hey

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