Rückhaltebecken entsteht

Schlammschlacht ist passé: Hurricane-Veranstalter investiert in Kanalisation

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Bilder wie diese sollen in Zukunft der Vergangenheit angehören.

Juni 2016. Geneigte Besucher des Hurricane-Festivals erinnern sich: Wie (fast) jedes Jahr schüttet es. Dieses Mal machen die oft zitierten „sintflutartigen Regenfälle“ ihrem Namen allerdings alle Ehre: Das gesamte Infield am Scheeßeler Eichenring steht zeitweilig unter Wasser.

Scheeßel - Feuerwehr und später auch das Technische Hilfswerk bemühen sich, rechtzeitig vor dem Start des Bühnenprogramms mehr als zehn Millionen Liter Wasser abzupumpen. Doch gegen die Massen, die mit Tankfahrzeugen in die nahe gelegenen Wälder oder die Kläranlage in gut acht Kilometern Entfernung gekarrt werden müssen, kommen sie kurzfristig nicht an. 

Die Folge: Nach der Evakuierung am Freitagnachmittag entfällt das Bühnenprogramm am Samstag komplett. Zurück bleiben enttäuschte Fans, ein fettes Minus für Veranstalter FKP Scorpio, das auf 15 bis 20 Millionen Euro geschätzt wird und ein Imageschaden.

Hurricane-Macher installieren Entwässerungssystem

Bilder wie diese gehören ab sofort der Vergangenheit an, verspricht Jasper Barendregt. Nicht nur, weil der Festivalleiter seinen guten Draht nach oben spielen lassen will und ein zur Abwechslung trockenes Festivalwochenende prognostiziert. Sondern vielmehr, weil FKP Scorpio kräftig in das Gelände am Eichenring investiert, um derartige Schlammschlachten ein für alle Mal auszuschließen. Der Plan: ein Entwässerungssystem, das auch für die heftigsten Regengüsse gewappnet ist. 

Hurricane-Ticker: Alles News vom Festival im Blick

Bilder wie diese sollen in Zukunft der Vergangenheit angehören.

Barendregt: „Ursprünglich war eine Drainage geplant, doch die hätte solche Wassermassen nicht schnell genug abtransportiert.“ Das neue Konzept, das sich der größte deutsche Festivalveranstalter eine Summe im nahezu siebenstellingen Bereich kosten lässt, sieht eine Kanalisation unter dem gesamten Infield-Bereich mit Rohren vor, die mit 80 Zentimeter Durchmesser auch für Jahrhundertregen ausgelegt sind.

Auch wenn diese in zwei Monaten bei der 23. Auflage noch nicht fertiggestellt sein wird, gibt Barendregt auch für den Ernstfall Entwarnung. Denn: Das zur Anlage gehörige 1 600 Quadratmeter große und bis zu 1,80 Meter tiefe Rückhaltebecken zwischen der Red und der Blue Stage, das zur Anlage gehört, wird derzeit bereits umgesetzt.

Rückhaltebecken wird in Scheeßel gerade gebaut 

Dies erfolge nach umfangreichen Bodenuntersuchungen im gesamten Umfeld und Ermittlung des Grundwasserspiegels, der Höhen und der Bodenzusammensetzung in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Nabu. Konzeption und Ausführung obliegen dem regionalen Planungsunternehmen PGN, das laut Barendregt umfangreiche Erfahrungen in diesem Bereich vorweist. 

„Es entsteht ein naturnahes Becken, das einen neuen Lebensraum für Frösche, Vögel und Insekten bietet.“ Später wird es dank des natürlichen Gefälles aus der Kanalisation gespeist, doch schon dieses Jahr könne es abzupumpendes Wasser aufnehmen.

Wenn es nach Jasper Barendregt geht, soll es dazu jedoch in diesem Jahr nicht kommen: „Wir hatten schon so viel Regen, da haben wir jetzt ein trockenes Wochenende auch wirklich mal verdient!“  

hey

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