Schilder anstelle von Kübeln

Verlagerung des Radverkehrs auf die alte Westerveseder Landstraße beschlossen

+
Es ist amtlich: Die alte Westerveseder Landstraße wird offiziell zum Radweg umgewidmet.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Kaum ein mit der Bahn angereister Hurricane-Gänger, der nicht schon auf ihr gewandelt ist, der alten Westerveseder Landstraße. Daneben: ein Radweg. Der ist mittlerweile so kaputt, dass es beinahe schon einem Wunder gleicht, dass dort noch niemand zu Fall gekommen ist. Die Gemeinde will die von Baumwurzeln völlig demolierte Trasse „dicht“ machen. Ein Vorhaben, das am Mittwoch den Bau- und Planungsausschuss beschäftigt hat.

Es tut sich etwas in dem Dreieck zwischen Küsterkampweg und der neuen L 131. Letztere ist zwar nicht mehr ganz so neu (die Straße wurde 1981 im Zuge der Scheeßeler Nordumgehung gebaut), im Vergleich zum angrenzenden Radweg aber durchaus intakt. Ebenso wie die alte Landesstraße. Klar, Pedalritter haben sie seit ihrer Stilllegung schon immer mitbenutzt. Ebenso wie die Menschenmassen zum Hurricane sowie der eine oder andere Trecker.

Nun soll die Straße aber ganz offiziell eine Umwidmung zum Rad- und Fußweg erfahren, die gefährliche Huckelpiste nebenan statt einer grundlegenden (und laut Verwaltung auch kostenintensiven) Sanierung in ihrem Zustand belassen und zum Sperrgebiet erklärt werden. Die von der Gemeinde ersonnene Maßnahme, den in ihrem Besitz befindlichen Weg an seinen beiden Enden über mehrere Meter aufzufräsen und, quasi als Erziehungsmaßnahme, mit Blumenkübeln oder Ringen zu versehen, fand unter den Politikern aber wenig bis gar keinen Zuspruch. Das, warf Ratsherr Dirk Lange (CDU) ein, würde nur unnötige Pflegemaßnahmen mit sich führen.

CDU bringt simple Idee ins Spiel 

Stattdessen brachte seine Fraktion eine sehr viel simplere Idee ins Spiel: Neben einer ohnehin anstehenden Aufpflasterung als Bindeglied zwischen der alten Landstraße und der Querung hin zum Radweg an der neuen Landstraße, sollen Beschilderungen Radfahrer an den Ein- und Ausfahrten auf die breitere Trasse lenken. „Damit hätten wir unserer Sicherheitspflicht doch schon Genüge getan“, warb Wolfgang Bassen (CDU) für die Alternative, die am Ende auch einstimmig so auf den Weg gebracht wurde. „Wer sich dann nicht an die Schilder hält, ist selber schuld, wenn er sich die Knochen bricht“, äußerte sich Angelika Dorsch (SPD).

Dass man den „schäbigen Radweg“ durch Abtragen des Asphalts und anschließenden Renaturierungsmaßnahmen auch gleich ganz von der Bildfläche verschwinden lassen könne, stellte Ausschussmitglied Knut Nagel (Gruppe 57) in Aussicht. „Angesichts der Besucherströme beim Festival sehe ich für eine Blühwiese aber keine Chance“, gab Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) zu verstehen. Wie es denn mit der Instandhaltung des neuen, alten Radwegs künftig aussehen werde, wollte Johannes Hillebrand (SPD) wissen. „Keine Sorge“, versicherte Bauamtsleiter Joachim Köhnken, „die Straße wird aufgrund ihrer Beschaffenheit weiter funktionieren.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

USA schieben früheren Nazi-Kollaborateur nach Deutschland ab

USA schieben früheren Nazi-Kollaborateur nach Deutschland ab

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Kindergartenfest Bücken

Kindergartenfest Bücken

Meistgelesene Artikel

Maisfeldfete ein großer Erolg

Maisfeldfete ein großer Erolg

Senior tötet Wespen mit Gasbrenner

Senior tötet Wespen mit Gasbrenner

Rotenburger Gymnasien sprechen sich gegen Oberstufenplan für die IGS aus

Rotenburger Gymnasien sprechen sich gegen Oberstufenplan für die IGS aus

Kommentare