Ehrenamtliche der Kania-Hilfe sammeln

Scheeßeler Friseur-Scheren sollen in Guinea Starthilfe geben

+
Der örtliche Projektleiter Sekou Bangura (v.l.) bedankt sich bei Friseurmeister Carsten Gehse und Auszubildenden Iman Haideri mit handgefertigten Holzkämmen für die Scherenspende.

Scheeßel - Was hat eine Tasche voller Scheren mit der Flüchtlingspolitik zu tun? Friseurmeister Carsten Gehse, der diese Frage beantworten könnte, hat an diesem Morgen wenig Zeit – der Salon brummt. Sein Lehrling Iman Haideri, der hier seit einem Jahr eine Lehre absolviert, und Sekou Bangoura, örtlicher Leiter der Kania-Hilfe in Guinea, sowie Heike Buchhaupt, Scheeßeler ehrenamtliche Aktive, geben Auskunft. Der Grundgedanke: Die Situation derer verbessern, die Hilfe nötig haben – „egal, ob das hier vor Ort ist oder im Ausland“.

So war es für Gehse fast selbstverständlich, dem heute 19-jährigen Haideri aus Afghanistan eine Chance zu geben, als dessen Deutschlehrerin nach einem Praktikumsplatz für den aufgeweckten jungen Mann fragte. Längst ebenso selbstverständlich: Die jährliche Spendenaktion für die Kania-Hilfe, mit der der Scheeßeler seit einigen Jahren anstelle von Weihnachtsgeschenken den Bau von Schulen in dem afrikanischen Land unterstützt.

Und die Scheren? „Darauf haben mich Kollegen gebracht“, so Gehse. Auch andernorts hatten sich im Verlauf der Berufslaufbahn allerlei Instrumente angesammelt: Lehrscheren, Aussortiertes, von dem man sich aber nicht ganz trennen mag. Dieser „emotionale Ballast“ könnte nun für Jugendliche in dem Entwicklungsland zum Grundstein für eine neue Existenz werden, wenn der Plan aufgeht. 

Bereits seit einigen Jahren setzt die Kania-Hilfe sich nicht nur für den Bau und Betrieb von Schulen in strukturschwachen dörflichen Gebieten ein (drei sind bereits im Betrieb, zwei weitere im Aufbau), sondern unterhält auch sogenannte „Lernwerkstätten“ in einem Land, wo Bildung den Reicheren vorbehalten ist und eine formelle Ausbildung analog zur deutschen Lehre unbekannt ist. So haben Spenden einer Reihe von Nähmaschinen dort junge Schulabsolventinnen und Frauen befähigt, sich unter fachkundiger Anleitung eine eigene Existenz aufzubauen.

Des Weiteren sollen eine Metallwerkstatt und eine Fahrradwerkstatt – mit kleinen Ablegern in den Dörfern – fit für den Arbeitsmarkt machen. Vielleicht könne man dies bald auch für angehende Friseure erreichen, träumt Sekou Bangoura. An Fachkräften, die ihr Wissen weitergeben würden, mangelt es jedenfalls nicht – und an Arbeitsmitteln nun auch nicht mehr. 

hey

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Bremen Olé: Der Party-Tag auf der Bürgerweide

Bremen Olé: Der Party-Tag auf der Bürgerweide

US-Amerikaner gedenken Mondlandung vor 50 Jahren

US-Amerikaner gedenken Mondlandung vor 50 Jahren

Großbritannien droht dem Iran in Tankerkrise

Großbritannien droht dem Iran in Tankerkrise

Fotostrecke: Enttäuschung gegen Osnabrück, Jubel gegen Köln

Fotostrecke: Enttäuschung gegen Osnabrück, Jubel gegen Köln

Meistgelesene Artikel

Lastwagen rammt 93-Jährige: Seniorin schwer verletzt

Lastwagen rammt 93-Jährige: Seniorin schwer verletzt

Zu viele Fundkatzen

Zu viele Fundkatzen

Sanierung in der Beekeschule: Sommerzeit ist Bauzeit

Sanierung in der Beekeschule: Sommerzeit ist Bauzeit

Ein Jahr im Rampenlicht

Ein Jahr im Rampenlicht

Kommentare