Großer Frust

Scherben, Unrat und ein Einbruch: Heimatverein Fintel kämpft auf seinem Gelände gegen Müll und Vandalismus

„Das mit dem Müll ist zu einem echten Problem geworden“, sagen Heimatvereinsvorsitzender Hartmut Holsten und seine Vorstandskollegin Marita von Fintel.
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„Das mit dem Müll ist zu einem echten Problem geworden“, sagen Heimatvereinsvorsitzender Hartmut Holsten und seine Vorstandskollegin Marita von Fintel.

Fintel – Sie kommen immer wieder vor – und sie sind ein großes Ärgernis: Ein ums andere Mal zeugen Verunreinigungen auf dem Heimathausgelände in Fintel von nächtlichen Feierlichkeiten und deren unrühmlichem Ende. Und so muss Hartmut Holsten auch dieses Mal nur wenige Schritte gehen, bis er die erste zertrümmerte Bierflache vom Boden auflesen darf. „Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr weiter“, redet sich der Vorsitzende des Finteler Heimatvereins den Frust von der Seele.

Jeden Dienstag rückten er und eine Handvoll Mitstreiter zum Arbeitseinsatz aus, um das an der Straße Pferdemarkt befindliche Gelände mit seinem historischen Gebäude-Ensemble in ehrenamtlicher Leistung sauberzuhalten. „Und jedes Mal finden wir hier Scherben und achtlos weggeworfene Kippen – eine Vermüllung sondergleichen ist das inzwischen“, befindet der 69-Jährige.

Gerade das etwas abschüssige, hinter der Wagenremise gelegene Biotop, erst 2016 angelegt und von der Kinderakademie, einer Unterabteilung des Vereins, regelmäßig für spielerische Naturlehrzwecke in Beschlag genommen, sei Schauplatz von Vermüllung und Vandalismus. Etwas, das natürlich auch Marita von Fintel, die zweite Vorsitzende des erst 1989 gegründeten Vereins, maßlos ärgert: „Bevor sich hier jemand verletzt, muss man erstmal alles einsammeln, selbst aus dem Teich – das kann es aber doch nicht sein.“ Und nicht mal vor den dort aufgestellten Sitzbänken, führt Holsten an, machten die Übeltäter, die ihm zufolge wohl im Jugendalter sein müssten, halt. „Die werden auch schon mal umgerissen oder über die Hecke geworfen.“

Scherben von zerdepperten Bierflaschen finden sich immer wieder auf dem Heimathausgelände.

Vieles, was auf dem Gelände zu finden ist und den Bereich rund um das Heimathaus im Laufe der letzten Jahrzehnte zu einem ortsbildprägenden Schmuckstück hat werden lassen, wird über Spendengelder und Mitgliedsbeiträge finanziert. Die Gemeinde Fintel ist zwar Eigentümerin der Anlage, zu der auch ein Honigspeicher zählt – „um die Pflege kümmert sich aber unser Verein, dazu wäre die Gemeinde aufwandstechnisch gar nicht in der Lage“, sagt der Vorsitzende.

Als wäre der Unrat nicht schon Ärgernis genug, erlebten die Finteler Brauchtumspfleger jetzt auch noch eine weitere böse Überraschung: Rund zwei Wochen ist es her, dass im Honigspeicher eingebrochen wurde. Was die Täter auf ihrem Beutezug hätten mitgehen lassen: einen ebenfalls spendenfinanzierten Rasen-Trimmer im Wert von 650 Euro. Hartmut Holsten deutet auf das mittlerweile erneuerte Schloss hin, das die Unbekannten geknackt hatten. „Das war kein Jugendstreich, da waren ganz sicher Profis am Werk“, ist er überzeugt.

Mit einem Schloss ist die Speichertür gesichert.

Was seine These untermauert: Am selben Tatwochenende sei im Ort ebenfalls in einen landwirtschaftlichen Betrieb auf dem Himberg eingebrochen worden – und auch von dort sollen elektrische Gartengeräte abhandengekommen sein. Bis heute fehle von den Tätern jede Spur. „Natürlich haben wir aber bei der Polizei Anzeige erstattet“, berichten die beiden.

Dass der Fall „Honigspeicher“ aufgeklärt wird, das entwendete Eigentum so womöglich wieder auftauchen könnte, daran glauben Holsten und Marita von Fintel indes nicht. „Es ist unfassbar, dass diese Diebe nicht einmal vor gemeinnützigen Einrichtungen halt machen.“

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