Christof Fitschen gestaltet mit Paletten-Holz

Alles Paletti bei „Holzi Holz“

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Für Christof Fitschen alias „Holzi Holz“ bieten Paletten Spielraum für fast grenzenlose Kreativität.

Scheeßel - Eigentlich heißt er Christof Fitschen und ist Medizinprodukte-Berater. Viele kennen den Scheeßeler jedoch besser als „Holzi Holz“. Und wenn bei dem „alles Paletti“ ist, dann stimmt das sogar im wahrsten Sinne des Wortes: Der 47-Jährige hat das trendige Upcycling-Material als Werkstoff für sich entdeckt. Die Ergebnisse seiner kreativen Werkeleien findet man überall: Vom Schriftzug aus Holzbuchstaben über Vogelhäuser und Kerzenständer bis zum Sitzmöbel oder ganzen Messestand.

Dabei gilt die Devise: „Geht nicht, gibt‘s nicht!“ Bis jetzt sei noch jeder der Wünsche umsetzbar gewesen, die zuerst die Familie und Freunde, später auch andere Kunden über Mundpropaganda und aus dem Internet an ihn herangetragen haben: Vom Schlüsselanhänger bis zum Anker, erst Hasen, dann Schmetterlinge, „dann quer durch die Tierwelt, je nach Saison“ – bald gehen wieder Pilze. „Wenn jemand kommt und etwas Individuelles im Kopf hat, ist das für mich Herausforderung und Ansporn“, so Fitschen. „Von der Stange“ sei tabu, Massenprodukte kommen nicht in Frage. Statt CNC setzt er auf Handfertigung mit Stichsäge, Kreissäge, zwei Schleifern „und zwei gesunden Armen“.

Angefangen hat es mit dem Hobby, das längst zur Leidenschaft geworden ist, vor knapp zwei Jahren im Keller des Schwiegervaters. Dort stellte der Rentner Deko-Buchstaben von „Frohe Ostern“ bis „Nur der St. Pauli“ her, aber auch mal individuelle Anfragen wie ein braun-gelb gestreiftes Schaukelpferd für Zwillinge. Ab und an half der Schwiegersohn. „Überproduktionen“ verkauften Fitschen und seine Frau auf Flohmärkten – dort war sein Gesicht bereits als ehrenamtlicher Helfer der „Beeke-Löwen“ bekannt. Zum runden Geburtstag von Mitstreiter Thomas Voß sollte es etwas Spezielles sein. Das aus einer Palette gebaute Kräuterbeet „habe ich damals noch mit Handschleifer bearbeitet“, lacht der inzwischen stolze Besitzer einer eigenen Werkstatt, finanziert aus den Erlösen seiner Handwerkskunst. Viele Geburtstagsgäste bestellten sofort – das mit dem Bunsenbrenner veredelte Holz, dessen Maserung „jedes Mal anders wird“, wie Fitschen schwärmt, traf einen Nerv. Dabei macht er keinen Hehl daraus, dass er mit Palettenkunst einen Trend bedient. Gleichwohl: „Wenn die Welle vorbei ist, stelle ich das Design halt so um, das die Palette nicht im Vordergrund steht“, meint der Leiter einer Sonderbauabteilung eines Bremer Sanitätshauses pragmatisch.

Irgendwann nahm die Zahl der Aufträge zu. Ein Gewerbe wurde angemeldet, ein Anbau musste her. Da war „Holzi Holz“ nach einer Liedzeile der 257ers („Das hat einen gewissen Wiedererkennungswert“) längst eine Marke und im Internet präsent. Auf der Visitenkarte steht in silberner Schrift: „Ideenverwirklicher“ – vom 2,50 Meter langen Schriftzug eines Spargelhofs in Hellwege, wo seine Ausstellung als Testballon für das läuft, „was geht“ über Shetlandponys in Palettengröße für einen Reitverein bis zum kompletten Messestand für einen Rollstuhlhersteller. Der Prototyp für die Bremer Gesundheitsmesse Irma und Vorreiter für insgesamt 15 Stück – seinen bisher größten Auftrag, bei dem „auch Schwiegervater mit ranmuss“, freut ihn besonders, verbinden sich hier doch Beruf und Hobby.

Das Rennrad hat Fitschen inzwischen verkauft, aber klar ist auch: Es wird nur gewerkelt, so lange die Familie mitzieht. „Es ist und bleibt ein Hobby!“, betont der Vater einer elfjährigen Tochter. Die lackiert und schleift schon mal mit, Ehefrau Tanja ist eher „die Ideengeberin“ – neue Designs werden im Familienrat besprochen und optimiert. Dass Fitschen ein Macher ist, zeigen auch seine Pläne für die Zukunft: Ein Bauwagen soll her. Das würde nicht nur das Platzproblem lösen, sondern auch das Dilemma, dass viele Kunden – inzwischen aus dem gesamten Elbe-Weser-Raum – kommen und gucken wollen. „Das ist bei einem Vollzeitjob natürlich schwierig!“

hey

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