Scheeßeler Werbestrategen machen Skøn nach fünfeinhalb Jahren dicht

Feierabend auf der Spitze des Erfolgs

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Uli Drömann und Marco Ivers haben 2009 „Malemädchen und Kreativkinder“ gegründet.

Scheeßel/Hamburg - Von Ulla Heyne. Nicht immer bedeutet ein neues Jahr einen neuen Anfang – manchmal markiert es auch das Ende einer Ära. So ist es auch bei Skøn, für viele lokale Unternehmen der Inbegriff geballter Kreativität. Ob Maler, Autohaus, Kirche, Schulen, Vermögensverwaltung, Bestattungsinstitut oder Ingenieurbüro: Viele verdanken den beiden ehemaligen Scheeßelern ihr Firmenlogo oder gar ihr gesamtes Corporate Design.

Hinter den vier Buchstaben der Werbeagentur, die 2012 aus den 2009 gegründeten „Malemädchen und Kreativkinder“ hervorging, stehen zwei kreative Scheeßeler Köpfe: Marco Ivers und Uli Drömann – und eine Erfolgsgeschichte. Die Zahlen, mit denen sie gute fünfeinhalb Jahre Unternehmensgeschichte zusammenfassen, sprechen für sich: 57 Kunden, 28 Corporate Designs, 719 Projekte und ein Jahresumsatz von 80000 Euro allein im Jahr 2014. Und doch lassen sie nur erahnen, was sich da jahrelang abgespielt hat. Zuerst in Scheeßel, dann in der WG der beiden Studenten und Jungunternehmer in Hamburg, die auch als Büro fungierte.

Der erste Kunde der von den beiden damaligen Scheeßeler Schülern im zarten Alter von 17 beziehungsweise 18 Jahren gegründeten Agentur war das Padam in Riepe: „Die ersten Ideen haben wir auf Bierdeckeln festgehalten“, erinnert sich Geschäftspartner Marco Ivers, „zu Besprechungen sind wir noch mit dem Fahrrad gefahren“. Ideen hatten die beiden schon damals genug: Ihr Aufkleber „Dich mag ich“ wurde zum begehrten Objekt für Festivalgänger und wurde mittlerweile mehr als 100000 Mal in aller Welt aufgeklebt. Ihre ersten Kunden überzeugten die Schüler ohne jegliche einschlägige Erfahrung oder Ausbildung, mit „unbekümmertem Optimismus“, wie Ivers retrospektiv feststellt.

Schon bald gingen sie von ihrer Wohngemeinschaft in Hamburg aus nicht nur ihrem Studium zum Kommunikationsdesigner nach, sondern betreuten zahlreiche Kunden, vor allem aus der alten Heimat, „als Nachtbeschäftigung, hauptberuflich waren wir Studenten“, bringt Uli Drömann das Selbstverständnis auf den Punkt. Dabei verfolgten sie stets die Maxime, „nur Aufträge anzunehmen, von denen wir 100-prozentig überzeugt waren“. Zwei Projekte hat die Agentur abgelehnt, da aus der Zusammenarbeit kein funktionierendes Ergebnis hervorgegangen wäre, so Ivers.

In ihrer Timeline, mit der sie auf ihrer Facebook-Seite einen Abriss über die Firmengeschichte geben, finden sich nicht nur Akquise-Erfolge überregionaler Kunden wie die Edeka AG im Bereich der internen Weiterbildung oder der erfolgreiche Studienabschluss der beiden, sondern auch die ein oder andere Kuriosität: Von Reisen über Insider-Einträge wie „Hangover 2.0 Kopenhagen“ oder „Schwiegersöhne auf Tour“ bis zur Randnotiz über ein zerstörtes Auto – die beiden Jungunternehmer kokettieren mit Größenwahn der Anfangstage und der Trunkenheit nicht nur vom Erfolg – und letzter gibt ihnen Recht. Mit all dem ist zum Jahresende Schluss; der „operative Betrieb“ von Skøn, so der Agenturname ab 2012, als sie aus dem alten „herausgewachsen waren“, wird zum Jahresende eingestellt. „Feierabend“, heißt es lapidar im Internet, „man soll aufhören, wenn es am schönsten ist!“ Die laut Eigenaussage „lehrreichsten Jahre“ ihres bisherigen Lebens, sie sollen Geschichte sein.

Aber warum? Beide sehen ihre Zukunft nach Abschluss des Zweitstudiums – Ivers zum „Brand Designer“, Drömann zum Strategen – in großen Agenturen: „Wir wollen von den Besten lernen und noch erfolgreicher werden“, so Drömann. Ivers, der sein zweites Studium im Sommer 2015 beendet haben dürfte, hat bereits mehrere Angebote von namhaften Agenturen in ganz Deutschland; Drömann, der seinen Abschluss 2016 anpeilt, arbeitet ab Februar studienbegleitend in einer großen Hamburger Agentur an der Alster. Das Erfolgsduo, ein Relikt der Vergangenheit? „Nicht unbedingt“, räumen beide unisono ein. Ausschließen wollen sie ein zukünftiges Anknüpfen an gemeinsame vergangene Erfolge nicht, „vielleicht so in fünf oder zehn Jahren“.

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