Scheeßeler Hof steht vor Zwangsversteigerung / Investorengruppe bekundet bereits Interesse

Ein Fall für das Amtsgericht

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Der Scheeßeler Hof ist ein beliebter Ort für große Feste – jetzt steht das Traditionslokal vor der Zwangsversteigerung.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Die Gerüchteküche rund um die Zukunft des Scheeßeler Hofes brodelt: Vom Abriss im Zuge der Combimarkt-Ansiedlung ist die Rede, von Finanznöten des Pächters. „Alles quatsch“, meldet sich der jetzt zu Wort. Sicher ist nur eines: Für die „Gute Stube“ des Beeke-Ortes ist ein Termin für eine Zwangsversteigerung anberaumt.

16. März, 14 Uhr, Saal 3 im Rotenburger Amtsgericht. Dann soll der Hammer fallen für ein Objekt, das weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannt ist: der Scheeßeler Hof. Die Gaststätte, immer noch ein Aushängeschild für Veranstaltungen aller Art, soll zwangsversteigert werden. Ein erster Versuch, nachdem der Eigentümer, der Scheeßeler Wilfried Lüdemann – der ebenfalls die inzwischen abgebrannte Oytener Diskothek Capitol betrieben hatte – in seinen Bemühungen gescheitert war, die in den 1830ern erbaute und 1980 zum heutigen Zustand ausgebaute Immobilie auf dem freien Markt zu veräußern.

Deren Verkehrswert ist im Zuge der Versteigerung, bei der die Sparkasse Scheeßel als Gläubigerbank im Hintergrund fungiert, auf 280000 Euro festgelegt worden. Die Nutzfläche, so ist der amtlichen Bekanntmachung zu entnehmen, liegt bei knapp 530 Quadratmetern.

Die begehrte Lage im Kernort, der renommierte Name an sich – im Ganzen etwas, das durchaus Begierde wecken kann. Auf der anderen Seite gibt es einen hohen Investitionsbedarf. Nachdem das Gebäude zuletzt 1988 modernisiert worden war, ist seitdem nicht viel geschehen. „Es müsste wirklich einmal dringend saniert und renoviert werden“, findet auch Pächter Winfried Brokopp, der die Gaststätte seit rund einem Jahr betreibt. Er zeigt sich erleichtert darüber, dass mit der Versteigerung nach Monaten des Hoffens und Bangens, „aber auch des Geredes und Geschnatters“, endlich ein Schlusspunkt gesetzt wird. Denn weiterführen, so der Gastronom, wolle er das Lokal auf jeden Fall – auch unter einem neuen Eigentümer.

Eine, die jetzt den Finger hebt und sich offenbar mit dem Gedanken trägt, den Scheeßeler Hof im Zuge der Zwangsversteigerung zu erwerben, ist eine ortsansässige Investorengruppe um den Finanzfachmann Burkhard Schmidt. In deren Hände könnte der Gebäudekomplex unter Umständen sogar noch sehr viel günstiger fallen – schließlich ist im Zwangsversteigerungsgesetz geregelt, dass die Mindestgrenze für einen Zuschlag im ersten Versteigerungstermin nur 50 Prozent des Verkehrswertes betragen muss. Im Klartext: Mit etwas Glück bezahlt man nur die Hälfte des ortsüblichen Marktpreises.

Ob das Scheeßeler Konsortium tatsächlich die altehrwürdige Gaststätte unter seine Fittiche nehmen wird, ist bis dato nicht gesichert. Schmidt stand gestern für nähere Auskünfte nicht zur Verfügung. Aber auch Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele gibt an, dass man sich „mit einer Investorengruppe in Gesprächen“ befände. Monatlich 1000 Euro wende die Gemeinde derzeit auf, um ihr Nutzungsrecht am Saal zu erhalten. „Wir wollen auf jeden Fall, dass der Betrieb dort weitergeht“, sagt sie.

Aus dem Rotenburger Amtsgericht hieß es gestern, dass sich noch niemand für eine Einsicht in das Gutachten interessiert habe. Gebote könnten ohnehin erst während des Versteigerungstermins abgegeben werden.

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