„Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen“

Scheeßeler SPD-Mitglieder uneins bei Groko-Entscheidung

Es war ein langer Abend für die Scheeßeler Sozialdemokraten. - Foto: Warnecke

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Die Antworten sind vielfältig, die Meinung zu einem schwarz-roten Bündnis ist gespalten. Nur in einem Punkt sind sich die Scheeßeler Sozialdemokraten wie anderswo in Deutschland einig: Ein „Weiter so“ kann es nicht geben. Der Eintritt in die große Koalition, kurz Groko, über die in den kommenden Tagen in einem SPD-Mitgliederentscheid abgestimmt werden soll, war in der Gaststätte Heidekrug das Gesprächsthema Nummer eins auf der mit gerade einmal einem Dutzend anwesenden Genossen eher mau besuchten Jahreshauptversammlung des Ortsvereins.

So entspann sich schon vor der Abarbeitung der Tagesordnung eine muntere Diskussion über das Für und Wider. Einer, der sich klar  zum Groko-Nein bekennt, ist Marc Ostrowski (29). „Was ist, wenn die SPD es wieder verpasst, und die Erfolge alle auf die CDU kommen?“, warf er die Frage auf. Ihm jedenfalls bereite der Gedanke an eine Minderheitsregierung wesentlich mehr Behagen. „Wenn man Frau Merkel jetzt durch ,No-Groko‘ in Zugzwang bringen würde, dann könnte man auch andere Mehrheiten schaffen.“

Jubilare lassen sich entschuldigen

„Das ist doch ein Hirngespinst der Jusos“, befand Jürgen Wahlers. Der Vorsitzende des Ortsvereins sieht keine Alternative zum Modell der großen Koalition. „Wir haben genügend Themen in den Koalitionsverhandlungen durchgesetzt“, so der Ortsvereinsvorsitzende. „Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen – lieber Schritt für Schritt auf diese Weise, als am Ende mit gar nichts dastehen.“ Dem konnte eine mit am Tisch sitzende Genossin nur beipflichten: „Wenn es am Ende auf eine Neuwahl hinausläuft, dann heißt es ,Tschüss‘ SPD und ,Hallo‘ AfD – das wäre für mich ein Graus.“

Immerhin: Auf kommunaler Ebene habe die SPD bei der letztjährigen Landtagswahl durchaus gut abgeschnitten, konstatierte Wahlers: „Wir haben in unserer Gemeinde in allen Ortschaften zwischen fünf und zehn Prozent zulegen können.“ Darüber hinaus seien zwei (nicht der No-Groko-Kampagne geschuldeten) Neueintritte zu verzeichnen gewesen. 

Gegenwärtig zählt der Verein damit 57 Mitglieder, von denen einige Jubilare auf der Versammlung hätten geehrt werden sollen, sich aber entschuldigen ließen. Nachholen wollen die Genossen den abgesetzten Tagesordnungspunkt bei einem Termin im März, dann auch im Beisein des heimischen Bundestagesabgeordneten und SPD-Generalsekretärs Lars Klingbeil. Der war zwar ebenfalls zur Hauptversammlung eingeladen, musste aber wegen anderer Verpflichtungen passen.

„Wir sind mehrfach verdrahtet und vernetzt“

Statt seiner sprach der Hellweger Wolfgang Harling, finanzpolitischer Sprecher der SPD im Kreistag und Mitglied im Kreis-Ausschuss für Umwelt und Planung, zu den Mitgliedern. Der 63-Jährige spannte dabei einen weiten Bogen – angefangen von Fracking über das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) bis hin zu Naturschutzrichtlinien.

Bei der Teilneuwahl des Vorstandes gab es folgendes Ergebnis: Einstimmig wieder gewählt wurde Bettina McGregor als Schriftführerin. Ebenso deutlich fiel das Votum für den Finanzverantwortlichen Martin Hellwege aus. Zu Beisitzern wurden gewählt: Johannes und Christa Hillebrand, Wolfgang Kirschstein sowie Marc Ostrowski. Als Seniorenbeauftragter steht Martin Petzold zur Verfügung, der ebenso die Kasse prüft – gemeinsam mit Wolfgang Kirschstein.

Der lobte als Sprecher der seit der letzten Kommunalwahl im Gemeinderat vertretenen SPD/UGS-Gruppe die Zusammenarbeit innerhalb der Fraktion über den grünen Klee. „Wir sind mehrfach verdrahtet und vernetzt.“ Auch habe man im Gremium durch das Bündnis „gute Mehrheiten“ gewinnen können“.

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