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Scheeßeler Schafzüchter ärgert sich über frei laufende Hunde

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Von: Lars Warnecke

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Helmut Bassen mit seiner kleinen Nolana-Herde.
Helmut Bassen mit seiner kleinen Nolana-Herde. Diese Schafe werden hauptsächlich zur Landschaftspflege eingesetzt, stehen auf der Weide, fressen Gras. © Lars Warnecke

Helmut Bassen ärgert sich darüber, dass immer wieder Hundehalter ihre Vierbeiner bei seinen Schafen frei laufen lassen. Die Tiere gerieten dann in Panik, sagt der Scheeßeler. Ein weiteres Problem ist Vandalismus. „Der Zaun auf der Wiese war schon häufiger kaputt.“

Scheeßel – Süß sind sie ja, die Tiere von Helmut Bassen. Und nützlich obendrein – und zwar als lebende Rasenmäher. So macht die Wiese hinter dem Helvesieker Weg auch einen recht gepflegten Eindruck. Dort lässt der 82-Jährige in diesen Wochen wieder seine kleine Herde grasen. Elf Nolana-Schafe sind es zur Zeit. Geschoren werden müssen die nicht, erklärt der passionierte Züchter. Stattdessen hätten sie einen eigenen Haarwechsel. Bassen weiß viel über die Rasse zu berichten – über deren Nutzen wie über ihr Verhalten. „Manchmal kommt eines unserer Tiere auch in den Kochtopf“, sagt er. Das Fleisch von Nolana-Schafen schmecke vorzüglich. Man merkt: Der Mann ist vom Fach.

Und doch ärgert sich der Scheeßeler. Darüber, dass Hundehalter mit ihren Vierbeinern immer wieder die Nähe zu seiner umzäunten Wiese suchen würden. In einem solchen Maße, dass die Schafe dann oft in Panik geraten würden. Tatsächlich grenzt die saftig-grüne Fläche direkt an einem beliebten Gassigehweg. „Viele Leute bleiben mit ihren Hunden am Zaun stehen, um zu gucken“, beobachtet er immer wieder. Das sei an sich nicht das Problem. Nur dass viele Halter ihre Tiere dabei nicht an die Leine nehmen würden, obwohl aktuell wieder Brut- und Setzzeit ist, das störe ihn doch sehr. „Ich finde dieses Verhalten unverantwortlich.“

Der Zaun ist wieder dicht.
Der Zaun ist wieder dicht. © Warnecke, Lars

Und lebensgefährlich für seine tierischen Schützlinge obendrein. Erst vor wenigen Tagen sei ein unbekannter Hund wieder auf der Wiese gewesen, um der Herde nachzuspüren. Nicht das erste Mal. Wie der Fiffi auf das Gelände gekommen sei? Bassen deutet auf einen Haufen voller Zweige, die er vor dem Zaun inzwischen angelegt hat – quasi als zusätzliche Barriere und als Guckschutz. „Die wurden einfach beiseitegelegt“, klagt er. Zudem sei der Draht vom Halter offenbar hochgebogen worden. „Da fragt man sich doch, was in manchen Köpfen vor sich geht.“

Da fragt man sich doch, was in manchen Köpfen vor sich geht.

Helmut Bassen

Verletzt oder gar getötet wurde bei dem Vorfall keines seiner Schafe. Die Herde hatte Glück. Schon wieder. Nur würden die Tiere inzwischen schon deutlich Angst zeigen, sobald ein Hund in die Nähe kommt. „Frei laufende Hunde sind mittlerweile gefährlicher für meine Schafe als der Wolf“, sagt der Hobby-Schäfer, der darauf verzichtet habe, den Fall zur Anzeige zu bringen. Stattdessen hat er das Schlupfloch im Zaun wieder eigenhändig gestopft.

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