Einsatz mit Bandsäge, Schablone und Schraubzwinge

Scheeßeler Mühlenverein schließt Renovierung des historischen Schrotgangs ab

Auch der Deckel passt. Reinhard Werner (v.l.), Jan Müller-Scheeßel und Sohn Johann und Manfred Tobis legen letzte Hand an.
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Auch der Deckel passt. Reinhard Werner (v.l.), Jan Müller-Scheeßel und Sohn Johann und Manfred Tobis legen letzte Hand an.

Scheeßel – „Wird es passen?“ Es muss – schließlich ist das historische Mahlwerk, das Manfred Tobis und Reinhard Werner an diesem Morgen auf den Anhänger geladen haben, vor gut acht Monaten auch aus dieser Tür herausgerollt worden. Zwei Balken, die die steile Treppe überbrücken und acht helfende Hände. Schon nach wenigen Minuten ist das gute Stück – ein Geschenk aus Verden, schätzungsweise aus dem 18.

Jahrhundert – durch die Tür und wieder an Ort und Stelle auf den Mahlstein gehievt. Jan Müller-Scheeßel inspiziert die Maßhaltigkeit in der Höhe und nickt zufrieden. „Passt“, meint der Mühlenwart zufrieden.

Ein Dreivierteljahr haben die beiden Pensionäre den zum Teil morschen und vom Borkenkäfer befallenen Schrotgang aus Holz renoviert, „die Netto-Zeit käme wohl auf gut drei Wochen“, meint Werner, ehemaliger Werklehrer und somit vom Fach. Auch wenn die klassischen wöchentlichen Arbeitseinsätze in der Mühle selbst seit Beginn der Pandemie entfallen, haben die beiden an der Tradition des „Arbeitsdienstags“ festgehalten, um sich zur Überarbeitung des Holztrogs mit 1,50 Metern Durchmesser zu treffen und der Bütte, so der Fachbegriff, mit Schablonen, Bandsäge und Schraubzwingen zu Leibe zu rücken. Originaltreue, die war den beiden Vereinsmitgliedern der ersten Stunde wichtig, aber nicht alles Holz sei zu retten gewesen. Einiges musste durch neue Fichtenbretter ersetzt werden. Der untere Ring musste komplett erneuert werden: „Die Rundungen, das war nicht ganz ohne“, gibt Tobis retrospektiv zu. Unterbrochen wurden die Restaurationsarbeiten in Tobis‘ großer Scheune durch den Frost der vergangenen Wochen: „Bei Temperaturen unter zehn Grad mussten wir pausieren“, berichtet er. Der Anstrich ließe sich dann nicht aufbringen.

Neu ist die eingebaute Luke. Bei den Schautagen, wo das Mahlwerk praktisch vorgeführt wird, sollen die Besucher beim Schau-Mahlen auch etwas zu sehen haben, wenn das Korn durch den rotierenden und den feststehenden Säulenstein geschrotet wird. Vorher muss Müller-Scheeßel den Schrotgang allerdings noch an die Pneumatik anschließen, die durch Absaugen übermäßigen Staub in der Mühle verhindert. Bis der Verein das frisch renovierte Stück der Öffentlichkeit vorstellen kann, wird wohl noch einige Zeit ins Land gehen. „Der Mühlentag zu Pfingsten wird wahrscheinlich auch in diesem Jahr ausfallen müssen“, meint Vereinsvorsitzende Bärbel Münnich realistisch.

Werner und Tobis hingegen werden in nächster Zukunft wieder öfter hier anzutreffen sein – die nächsten „Arbeitsaufträge“ für das mobile Rentner-Einsatzkommando warten schon.  hey

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