Corona-Alternative für Jugendliche

Scheeßeler Jugendzentrum richtet Gesprächsangebot ein

Betreuer Peter Wittig im Eingang des Jugendzentrums.
+
Nicht nur symbolisch: Die Tür und Ohren der Juz-Betreuer (hier Peter Wittig) sind für Jugendliche und Eltern offen.

Scheeßel – Sich mit Freunden treffen, eine Runde Tischkicker spielen, zusammen an der Playstation zocken oder gemeinsam kochen – das alles sind Bedürfnisse, die die regelmäßigen Besucher des Jugendtreffs normalerweise in ihrem „Juz“ ausleben. Doch gerade in Zeiten, wo ein Ausgleich zum Lockdown mit Online-Unterricht und der Reduzierung der Kontakte weitgehend auf das familiäre Umfeld nötiger denn je wäre, fällt auch dieses Angebot für die 13- bis 20-Jährigen der Pandemie zum Opfer.

Dabei wäre gerade jetzt eine Betreuung „in Zeiten, wo den jungen Menschen die Decke auf den Kopf fällt, wichtiger denn je“, stellen Peter Wittich und seine Kollegen Sandra Schulze und Fabian Golly der Einrichtung in Trägerschaft des Vereins „Sofa“ fest. Bereits nach dem ersten Lockdown habe sich gezeigt, dass viele Jugendliche verunsichert seien, manche überfordert oder genervt.

Schon im Sommer nach der Wiedereröffnung sei das Angebot des offenen Treffs an vier Nachmittagen pro Woche gut angenommen worden, „trotz Maske, Abstand und Begrenzung auf fünf Personen zur Zeit“, so der Kunsterzieher und dienstälteste „Juz-Betreuer“. Seine Erfahrung: „Viele haben die Maßnahmen damals nicht nachvollziehen können.“ Die Pandemie sei von vielen noch nicht als etwas empfunden worden, was auch sie betreffe. „Das mussten wir ihnen erstmal klar machen, da war auch unsere erzieherische Funktion gefragt“, erinnert er sich.

Besuche zu mehreren, das sei momentan natürlich auch nicht möglich. Gerade haben drei seiner rund zwei Dutzend „Stammkunden“ bei ihm an die Fensterscheibe geklopft, „reinlassen durfte ich sie natürlich nicht“.

Gesprächsangebot an zwei Nachmittagen die Woche

Nun haben sich die Betreuer ein neues, coronakonformes Angebot ausgedacht: An zwei Nachmittagen pro Woche, immer dienstags von 15 bis 19 Uhr und dann noch donnerstags von 16 bis 20 Uhr bieten sie eine Hilfe in Form eines Gesprächsangebotes an.

Diese „Notanlaufstelle“ richtet sich nicht nur an das übliche Klientel. Auch Eltern können sich an die Sozialarbeiter wenden. Die Überlegung, die hinter diesem neuen Angebot steht: „Dem Einen oder der Anderen fällt sicher mal die Decke auf den Kopf, da kann es hilfreich sein, einfach mal einen Anlaufpunkt außerhalb von Schule und Familie zu haben, um zu reden.“

Einzelgespräche: Hemmschwelle ist da

Bis jetzt hat sich das Angebot, das seit gut zwei Wochen in Anspruch genommen werden kann, noch kaum herumgesprochen. Einige Anmeldungen von Jugendlichen gibt es aber immerhin schon und auch eine Mutter habe schon den Kontakt gesucht.

Das Dilemma, dass Einzelgespräche auch eine Hemmschwelle bedeuten, ist Wittig bewusst: „Klar wäre es einfacher, sie würden zu zweit oder dritt vorbeikommen dürfen, aber das ist ja derzeit leider noch nicht wieder möglich.“ Er wünscht sich, dass das offene Gesprächsangebot gut angenommen wird, „wer will, kann sich unter 04263 910841 anmelden oder spontan vorbei kommen“.  

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Filmdreh mit Heimvorteil – übers Aufwachsen auf dem Land

Filmdreh mit Heimvorteil – übers Aufwachsen auf dem Land

Filmdreh mit Heimvorteil – übers Aufwachsen auf dem Land
Die DRK-Rettungswache in Rotenburg ist immer in Bereitschaft

Die DRK-Rettungswache in Rotenburg ist immer in Bereitschaft

Die DRK-Rettungswache in Rotenburg ist immer in Bereitschaft
Leipzig, München, Rotenburg

Leipzig, München, Rotenburg

Leipzig, München, Rotenburg
Ehepaar Norden gibt Lütje Isdeel in Fintel wegen benachbarten Bautätigkeiten auf

Ehepaar Norden gibt Lütje Isdeel in Fintel wegen benachbarten Bautätigkeiten auf

Ehepaar Norden gibt Lütje Isdeel in Fintel wegen benachbarten Bautätigkeiten auf

Kommentare