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Scheeßeler Hof: Ehemalige Pächterin weist nach Sabotage Schuld von sich

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Von: Lars Warnecke, Matthias Röhrs

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Margitta Meyer zeigt auf einen Zeitungsartikel.
Margitta Meyer zeigt auf den Zeitungsartikel: Sie hat zu vielen genannten Punkten eine andere Sichtweise. © Warnecke

Im Mai heißt es für den Scheeßeler Hof: Wiedereröffnung. Schlagzeilen hat der neue Pächter bereits gemacht, immerhin haben sich mutmaßliche Sabotage-Akte im Traditionslokal gemehrt. Die Polizei ermittelt in dieser Sache. In der Zwischenzeit meldet sich die Ex-Pächterin zu Wort.

Scheeßel – Lange Zeit hat Margitta Meyer, die ehemalige Wirtin des Scheeßeler Hofs, geschwiegen. Darüber, warum sie die Gaststätte im Beekeort nicht mehr führt. Jetzt teilt sie mit: „Ja, die Verpächter haben meinen Pachtvertrag kurzfristig gekündigt.“ Man merkt: Meyer ist immer noch erschüttert – neuerlich angefacht durch einen Bericht in dieser Zeitung, wonach sich in dem Traditionslokal unlängst Sabotageakte gemehrt haben sollen.

So hat es Julian Bach, ihr ehemaliger Koch und neuer Pächter, berichtet. Von Verletzungen durch ätzende Lauge ist unter anderem die Rede, von angeschnittenen Bier- und Gasleitungen. Und von einer hinterlassenen Telefonliste mit noch offenen Aufträgen, deren Nummern jedoch zu Bordellen oder zur Polizei geführt haben sollen. Letztere hat Bach übrigens später auch eingeschaltet.

Diese hat Anfang April gegenüber der Kreiszeitung bestätigt, dass es zwar einen Beschuldigten gebe, aber nicht, dass es sich beim potenziellen Täter um eine Person aus dem Umfeld des früheren Personals des Scheeßeler Hofs handeln könne. Ohne jemals öffentlich verdächtigt worden zu sein, beteuert Meyer, die Bach im Januar gekündigt hatte, jedenfalls ihre Unschuld in dieser Sache. Sie sagt, sie habe nichts mit den Vorfällen zu tun. Sie sagt aber auch, dass Bachs Behauptungen ohnehin nicht richtig seien. „Ich glaube, er sucht nach Aufmerksamkeit – oder er ist immer noch sauer, dass er damals gehen musste.“

Da stehen viele Dinge drin, die man wahrscheinlich nicht beweisen kann.

Thomas Meyer

Wieder schlägt die Westervesederin die Zeitung auf und überfliegt den besagten Artikel. An ihrer Seite: Ehemann Thomas. „Da stehen viele Dinge drin, die man wahrscheinlich nicht beweisen kann“, sagt er. Der Fall mit der Lauge etwa. „Was wir aber ganz sicher beweisen können: Mit den Telefonkontakten hat alles seine Ordnung gehabt“, so schildert es Margitta Meyer. So habe sie nach Absprache mit den Veranstaltungsinteressenten die Nummern weitergereicht. „Nach dem Zeitungsbericht habe ich zwei von ihnen mal selbst angerufen und dabei erfahren, dass sich Herr Bach bei ihnen gemeldet hat. Dieses waren private Mobilnummern, die kann man nicht mal so googeln – also von wegen Bordell und so“, so ihre Darstellung.

Punkt für Punkt geht das Ehepaar den Artikel durch. Und hat für jeden Punkt eine andere Sichtweise. So auch zur mutmaßlich sabotierten Bierleitung im Keller. Meyers Version: „Seit dreieinhalb Jahren schon läuft über die Anlage gar nichts mehr, weil sie so schlecht funktionierte.“ Sämtliche Fässer seien stattdessen unter den Tresen deponiert – dies habe das Servicepersonal auch gewusst. „Eigenartig, dass gerade diese Leitung beschädigt wurde“, wundert sie sich. Die Verätzungen durch Lauge, die der neue Pächter nach dem Öffnen der Lüftungsklappe in der Küche davongetragen habe, stellen beide infrage. „Ich glaube schon, dass ein Unfall passiert ist – aber nicht so, wie er es darstellt“, sagt Margitta Meyer.

Kommende Woche stehen Vernehmungen an

Vonseiten der Polizei gibt es in dieser Angelegenheit noch keine neuen Erkenntnisse. Man sei noch auf demselben Stand wie vor einigen Wochen. Eine Sprecherin verweist lediglich darauf, wie schwierig die Ermittlungen im „Dunstkreis des Scheeßeler Hofs“ seien. Objektive Hinweise gebe es kaum.

Klarheit soll die kommende Woche bringen, wenn die Vernehmungen fortgesetzt werden sollen. Am 1. Mai will Bach den Scheeßeler Hof wieder eröffnen. Meyer hofft hingegen, dass sich das Ganze bald aufklären wird und sie sich künftig wieder unter die Leute trauen kann, ohne das Gefühl zu haben, schief von der Seite angeguckt zu werden.  

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