Scheeßeler Heimatfestival rockt auf der Wiese

Jung, wild – und am Ende doch wieder nass

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The Secnd aus Achim brachten Pop-Rock und Alternative mit nach Scheeßel.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Junge, wilde und vor allem lokale Bands auf der grünen Wiese erleben – das geht am besten auf dem Scheeßeler Heimatfestival. Zum zweiten Mal trafen sich am Samstag größtenteils junge Leute auf dem Freiluftgelände im Industriegebiet – in der Erwartung auf handgemachte, schmissige „Mucke“. Sie wurden nicht enttäuscht.

„Das Besondere ist einfach die Mischung aus jungen, unerfahrenen Bands und regionalen Größen, die schon bekannter sind“, meinte Steffi (23), die mit ihren Freunden unterwegs war. „Man entdeckt einige neue, coole Musiker, und bei Bands wie Faakmarwin weiß man ohnehin, dass es gut wird.“

Maik aus Vahlde gefällt an dem Festival am besten, dass nicht nur ein Genre gespielt wird. „Rock, Pop, Hip Hop – hier kommt einfach jeder auf seine Kosten“, sagte der 19-Jährige. „Das ist nicht wie auf den meisten anderen Festivals, die ständig die gleichen Besucher anziehen.“ Ein bisschen was hatte er aber doch zu meckern: „Das Wetter ist wie beim Hurricane: nach soviel Sonnenschein regnet es nun doch wieder.“

Tatsächlich hatten die Veranstalter dieses Mal mehr Glück, zeigte sich der Festivaltag doch weniger nass als noch im Vorjahr. Damals hatte Dauer-Starkregen den Rasen vor der Bühne komplett in ein Matschfeld verwandelt. „Aber die Dusche von oben gehört ja auch zum Festivalfeeling irgendwie dazu“, war von Sebastian (33) zu hören, der in weiser Voraussicht in Gummistiefeln gekommen war. Von dem abendlichen Schauer, das pünktlich mit dem Auftritt der Bremer Indierap-Band Faakmarwin einsetzte, ließ er sich jedenfalls genauso wenig abschrecken wie die restlichen Besucher. Man genoss die Musik und die entspannte Atmosphäre in dem liebevoll hergerichteten Budendorf an der Westerveseder Landstraße, quasi in direkter Nachbarschaft zum Hurricane-erprobten Eichenring.

Und wie auf dem Mega-Festival üblich, boten die Bands auch hier ein breites Programm. Die Headliner Kollektiv 22, die zu später Stunde als Höhepunkt auftraten, begeisterten beispielsweise mit ihren rauchigen Kehlen, die von Liebe und Lebenslust erzählten, sowie einer abgefahrenen Show. Musikalisch war die Truppe aus Hamburg, die kurzfristig für die verhinderten Hurricane Dean eingesprungen war, irgendwo zwischen Reggae, Rock, Soul und Pop angesiedelt. Den Fans war die genaue Bezeichnung ohnehin nicht so wichtig. Sie ließen sich von den sieben Bandmitgliedern nach allen Regeln der Kunst mitreißen.

Zweite Auflage des Heimat Festivals

Zuvor standen bereits die Scheeßeler Alternative-Popper von The Daily Story auf der Bühne, die sich nach ihrem letztjährigen Auftritt auf dem Festival mittlerweile schon heimisch fühlen dürften. Eine etwas weitere Anreise hatte die besagte, aus Bremen stammende Band Faakmarwin sowie The Secnd aus Achim, die Melodic-Hardcore-Truppe Anchors and Hearts (Oerel) und die Punkrock-Combo Risk of Addiction, die aus Zeven „eingeflogen“ kam. Dass der Auftritt für sie etwas ganz Besonderes war, merkte man allen Bands an – sie sorgten im Publikum von Beginn an für enthusiastische Stimmung.

In seiner Bilanz sprach Mitveranstalter Florian Hastedt von rund 1000 Besuchern, die von mehr als 50 Helfern umsorgt „Urlaub vom Alltag“ gemacht hätten. „Es war wieder ein grandioses Festival“, so der Scheeßeler am Ende eines für ihn und seine Mitstreiter langen Tages.

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