Der direkte Draht ins Rathaus

Scheeßeler Grüne wollen mehr Bürgernähe durch „Meckerboxen“

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Indes Peters von der Gärtnerei Jörs und Grünen-Gemeinderatsmitglied Arthur Lempert sind von der „Meckerbox“ für mehr Basisdemokratie überzeugt.

Scheeßel - Politikverdrossenheit, Themen, die auf den Nägeln brennen, Bürger, die sich nicht äußern – all dies will der Scheeßeler Grünen-Ortsverein festgestellt haben. Die Abhilfe: Drei Kästen für Kummer und Anregungen, die seit ein paar Tagen in drei Scheeßeler Geschäften im Kernort stehen.

„Meckerbox“, steht in großen schwarzen Lettern auf dem grün lackierten Kasten, der in der Gärtnerei Jörs unweit der Kasse gleich neben den Orchideen platziert ist. „Über den Namen haben wir lange diskutiert“, verrät Arthur Lempert, Scheeßeler Fraktionsmitglied der Grünen und einer der Initiatoren, „schließlich wollen wir ja nicht nur zur Beschwerden, sondern zu allen Arten von Anregungen einladen.“ 

In der Sache sei man sich jedoch einig gewesen: Es müsse eine Möglichkeit geschaffen werden für die Bürger, sich unkompliziert, spontan, „ohne vorheriges großes Überlegen: Welche Partei spreche ich an?“ und vor allem anonym zu äußern. Diese Niederschwelligkeit ist den Initiatoren besonders wichtig. Dabei gehe es nicht nur um typische Grünen-Themen: „Das kann genauso eine Meinungsäußerung zur Debatte über die öffentliche Toilette sein wie der Hinweis auf Gehwegplatten, die instandgesetzt werden müssen“, so der Sotheler.

Erfahren, was den Menschen unter den Nägeln brennt

Ist eine solche Box mit Zetteln in Zeiten des Internets nicht anachronistisch? Lempert findet: nein. „Gerade Ältere“, so seine Einschätzung, „finden es schön, ihre Anliegen einfach auf einen Zettel zu schreiben.“ Die Überlegung, eine solche Box im Rathaus zu installieren, damals im Zusammenhang mit der Marktverlegung, sei von der Bürgermeisterin abgelehnt worden. Dass die Ergebnisse nicht repräsentativ sein können, ist dem Gemeinderatsmitglied klar: „Es geht mehr darum zu erfahren, was den Menschen auf den Nägeln brennt und wie die Stimmung ist.“ Diese Erkenntnisse wolle man in die Politik tragen.

„Meckerbox“ wird wöchentlich geleert

Den Bedarf sieht auch Andreas Jörs, Inhaber der Gärtnerei und des Blumengeschäfts an der Peterstraße, neben der Bäckerei Brunnenmüller und dem Kiebitz-Markt einer der drei Standorte. „Auch hier im Laden kommen solche Themen häufiger mal aufs Tapet“, so der Gärtnermeister, „beispielsweise die Tatsache, dass in der Friedhofsstraße im Winter kein Schnee gekehrt wird – bei Beerdigungen ein echtes Problem.“ 

Auch Lempert ist sich sicher: „Es gibt jede Menge Themen, die die Scheeßeler bewegen!“ Diese gelte es zu erfassen. „Nicht jeder traut sich, direkt einen Politiker anzusprechen.“ Und: „Politik darf nicht hinter verschlossenen Türen passieren – das ist nicht meine Vorstellung von Demokratie.“ Geleert wird der „direkte Draht in die Politik“ vorerst einmal die Woche von Klaus und Arthur Lempert, „je nach Resonanz passen wir das an!“ - hey

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