Quo vadis, GVS?

Scheeßeler Gewerbeverein legt bei zukünftigen Kurs fest

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Einstimmigkeit herrschte in der Mitgliederversammlung bei der Verabschiedung der veränderten Satzung. 

Westerholz - Von Auflösungserscheinungen zeigt der Gewerbe- und Verkehrsverein Scheeßel (GVS) dann doch keine Spur – zumindest darin waren sich die gut zwei Dutzend Anwesenden bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend im Westerholzer Kroog einig. Bloß: Wie geht es weiter? Diese Frage wurde nicht nur vor dem Hintergrund einer personellen Vakanz im Vorstand intensiv erörtert.

Gleich vorweg: Die von der ersten Vorsitzenden Angelika Dorsch im Tagesordnungspunkt 9 („Müssen wir über Auflösung des Vereins sprechen?“) proklamierte „Provokation“ hatte zumindest eine hohe Teilnahmequote generiert. Ernsthaft bezweifelt wurde die Relevanz des Vereins in keinem der Redebeiträge: „Den GVS am Leben zu erhalten, bringt uns und den Ort weiter und schützt uns vor dem Aussterben“, so das von Holger Wiese zusammen gefasste Credo.

In der zukunftsweisenden Frage zum „Was“ und „Wie“ zukünftiger Zusammenkünfte herrschte jedoch noch Findungsbedarf: Stammtisch oder Themenvorträge, etwa zu Social Media oder Einstellung von Flüchtlingen, moderierter Abend mit Protokoll oder informeller Gedankenaustausch. Und wie so oft aus den zahlreichen Redebeiträgen zum Thema Stammtisch wurde deutlich: Die Erwartungshaltung an den 1976 erstmals im Vereinsregister genannten Verein hat sich verändert; in jüngster Zeit seien die Stammtische, aber auch einige der „GVS vor Ort“-Veranstaltungen, schlecht besucht gewesen, wie Dorsch konstatierte.

Großer Frustfaktor bei aktiver Mitarbeit

In der Findungsphase wurde auch der Blick über den Tellerrand, etwa nach Sottrum oder Visselhövede, gewagt: „Wie haben das andere Gewerbevereine ähnlicher Größe mit der ähnlichen Herausforderung nachlassender Resonanz gelöst?“ Am Ende stand ein Kompromiss: Eine Mischung aus allem – Fachvorträgen, Stammtisch und dem etablierten Format „GVS vor Ort“, soll im monatlichen Wechsel abgehalten werden.

Ähnlich groß sei der Frustfaktor in jüngster Vergangenheit in puncto aktiver Mitarbeit und Besetzung von Ämtern gewesen. Das hatten Dorsch und ihre Mitstreiter Karsten Lüdemann, Michael Meyer und Michael Urban nach dem Rücktritt von Rüdiger Breitkopf und der vergeblichen Suche nach einer Nachbesetzung des Vorstandspostens zum Anlass genommen, die Satzung neu zu überarbeiten. „Es kann nicht angehen, dass wir offiziell nicht handlungsfähig sind“, so Dorsch.

Besetzung gestaltet sich schwierig

Der Vorschlag, die Arbeitslast durch Aufsplittung des Vorstands in die Funktionen Verwaltung, Finanzen und „Aktionen“ auf mehrere Schultern zu verteilen, fand wenig Anklang: „Wir finden ja schon so nicht genügend Mitglieder, die sich wählen lassen“, so die stichhaltige Begründung von Carsten Gehse.

Trotz konstruktiver Vorschläge zur Gestaltung der Satzungsreform und der Vorstandsarbeit: Bekleiden wollte das Amt eines der „stellvertretenden Vorsitzenden“ (so heißen die vormaligen Posten des zweiten und dritten Vorsitzenden in der revidierten Satzung) niemand der zahlreichen Vorgeschlagenen: „Altgediente“ wie Hauke Hollmann, Carsten Gehse und Inge Wedel, aber auch neue Namen wie Nina Meyer oder Kai Matthies wollten sich im Hinblick auf die zeitliche Verpflichtung momentan nicht aufstellen lassen. Nur Thorsten Finner lieferte bei seiner Ablehnung eine divergierende Begründung: „In der derzeitigen Konstellation des Vorstands kann ich mir das nicht vorstellen.“

Am Ende fand sich Michael Urban, der nach eigenem Bekunden als „Notnagel“ vom Schriftwart auf den vakanten Posten wechselte. Als Schriftführerin konnte Dominique Hagemeister gewonnen werden. - hey

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