Scheeßeler Fußballer feiern 95-jähriges Vereinsbestehen mit Rot-Weißer Nacht

Alles begann auf einer Anlage am Bahnhof

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Das Vorstandsteam mit Jugendleiter Torsten Lüdemann (v.l.), Heiko Scherz (Geschäftsführer), Brian Kröger (Kassenwart), Steffen Lohmann (2. Vorsitzender und Pressewart), Jörg Mußmann (Schriftführer), Michael Theel (3. Vorsitzender) und Carsten Tietjen (1. Vorsitzender).

Scheeßel - Von Hannes Ujen. Stolzer Geburtstag: Mit einer Jubiläumsfeier begann der SV Rot-Weiß Scheeßel am Wochenende im Festsaal des Scheeßeler Hofs mit einem Programm der gehobenen Klasse sein 95. Wiegenfest. Zur Rot-Weißen Nacht hatten mehr als 200 Mitglieder und Freunde an festlich gedeckten Tischen Platz genommen, um die Verdienste des Traditionsvereins zu würdigen und auf die Historie zurückzublicken.

Das machte am eindrucksvollsten der Vereinsvorsitzende Carsten Tietjen. Begonnen habe der Spielbetrieb im Jahr 1920 – auf einer Anlage am Bahnhof, wo heute die Firma Norix beheimatet ist. In den 1960er Jahren erfolgte der Umzug in das Stadion Waidmannsruh mit Rasen- und Ascheplatz – damals eine der besten Sportanlagen im Landkreis. 50 Jahre später ist nun der Grandplatz Geschichte und wird ab Sommer als neuer Rasenplatz bespielbar sein. „Dort haben die drei Herrenteams und 15 Jugendmannschaften dann endlich ihre neue Trainingsfläche“, so Tietjen.

Im sportlichen Bereich, machte der Vereinschef deutlich, würden die größten Erfolge der Fußballer in der Vergangenheit liegen. „Unser letzter Aufstieg in die Bezirksliga ist inzwischen auch schon 21 Jahre her.“ Die bis dato glanzvollsten Zeiten habe der Verein in den 60er und 70er Jahren erlebt, „damals war der SV das Aushängeschild im gesamten Landkreis und man kickte zum Teil in der höchsten Amateurliga“, erinnerte Tietjen. Drei Fußballer aus Scheeßel hätten immerhin den Sprung in den bezahlten Fußball geschafft, nämlich Kurt Pinkall (Borussia Mönchengladbach), Oliver Ebersbach (Fortuna Düsseldorf) und Matthias Scherz (1. FC Köln), die unter anderem mehrere Jahre in der Bundesliga spielten.

Schriftführer Jörg Mußmann riss das Thema der Eingliederung von Asylbewerbern in die sportlichen Aktivitäten des Vereins in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung an. Er bat um Spenden von Fußballschuhen und sonstiger Ausstattung für die Flüchtlinge.

Für den TV Scheeßel trat Vorsitzender Jörg Schories ans Mikrofon. „Warum betone ich das Gründungsjahr so? Nun ja, weil damals der Turnverein und die Rot-Weißen noch in einem Verein, nämlich im Männerturnverein Scheeßel beheimatet waren, bis sich 28 Jahre später die Fußballer alleine auf den Weg machten“, rekapitulierte er die Entwicklung. „Ich grüße hier also quasi als Elternvertreter von Rot-Weiß und freue mich über den 95. Geburtstag unseres Kindes.“

DJ Bobby Meyer gelang es dann tatsächlich, die sonst eher tanzfaulen Fußballer und ihren Anhang auf die Tanzfläche zu holen. Hier zeigte besonders der „Tisch Nummer sieben“ mit ehemaligen Scheeßeler Fußballgrößen bei zwei vielbeklatschten Ehrentänzen, welch flotte Sohle sie mit ihren Partnerinnen noch aufs Parkett legen können. Im weiteren Verlauf des Jubiläumsabends enterte die Scheeßeler Coverband Pimp‘d Noiz die Bühne und sorgte bis in die frühen Morgenstunden hinein für fetzige Musik mit heißen Rhythmen. „Das war ein erfolgreicher Probelauf für unser 100-jähriges Jubiläum in fünf Jahren“, freute sich Carsten Tietjen.

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