Scheeßeler Damen-Duo trainiert für Bremer Badeinsel-Regatta / Hoffen auf Rückenwind

Auf die Technik kommt es an

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Vorbereitet: Marsha Jocham (l.) und Claudia Wilkens bei ihrem letzten Training im Scheeßeler Beeke-Bad.

Scheeßel/Bremen - Von Lars Warnecke. Frage: „Wen würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?“ – Bei Marsha Jocham (26) und Claudia Wilkens (28) aus Scheeßel liegt die Antwort nicht nur auf der Hand, sondern nur eine Handbreite weiter. Direkt nebenan auf der Badeinsel. Am Samstag wird es ernst für die beiden Freundinnen: Sie starten als einziges Team aus dem Landkreis bei der 15. Badeinsel-Regatta in Bremen – ohne Paddel oder Flossen, aber dafür mit viel sportlichem Ehrgeiz.

Wobei das Wörtchen „einsam“ die mobilen Inseln wohl eher unzutreffend beschreibt. Genau 100 Starter-Teams mit jeweils zwei Teilnehmern pflügen sich 1,6 Kilometer weit durch die Weser, dabei feuern geschätzte 60000 Zuschauer an Land die Wasserratten an. Ein würdiger Rahmen also, um in See zu stechen.

Die jungen Frauen, beide bei der Sparkasse Scheeßel beschäftigt, kennen das Spektakel zwischen Schlachte und Café Sand schon ganz gut. Bisher allerdings nur aus sicherer Entfernung. „Wir haben zwar schon öfter zugeguckt, aber noch nie ernsthaft daran gedacht, dort mal mitzumachen', erzählen die Freundinnen. Erst, nachdem sie den diesjährigen Sommer zu ihrem persönlichen „Summer of our life“ erklärt hatten – mit dem Ziel möglichst vieler sportlicher Aktivitäten –, machten sie Nägel mit Köpfen und bewarben sich. „Die Wahrscheinlichkeit, dass wir dabei sind, haben wir gar nicht so hoch eingeschätzt – gerade, weil die Startplätze ja auch verlost werden“, sagt Claudia. Umso größer sei die Überraschung gewesen, als sich bereits nach Ablauf der Zusagenfrist die veranstaltende Bremer Bierbrauerei bei den jungen Frauen meldete.

Vor zwei Wochen kam dann das Paket mit der aufblasbaren Trainingsinsel – wegen des Poststreiks mit reichlich Verspätung. Lediglich zwei Übungseinheiten hat das Scheeßeler Team mit dem Luftkissen seitdem absolviert. Am Mittwochabend wurde es zum letzten Mal aufgepustet und bei hochsommerlichen Temperaturen zu Wasser gelassen – nicht auf einem Badesee oder auf der Wümme, sondern im Beeke-Bad. Ein Vorteil für die Konkurrenz?

Gute Voraussetzungen bringt das dynamische Duo allemal mit: Marsha und Claudia sind fit, laufen regelmäßig und schwimmen auch gern. Nur mit dem Aufsitzen auf der rutschigen Insel will es noch nicht so recht klappen. „Oh oh, das Ding ist wirklich nur für eine Person gemacht!“, ruft Marsha ihrer Freundin zu, die gerade wieder von der roten Plastik-Badeinsel ins Wasser gefallen ist. „Da brauchen wir eine gute Koordination!“

Besser läuft es da schon mit der Paddeltechnik, immerhin ist die auch entscheidend für den Sieg. „In der Theorie schwebten uns tausend Techniken vor, die sicher auch gut funktionieren“, meint Marsha. In der Praxis habe sich jedoch gezeigt, dass sich davon nur sehr wenig umsetzen lässt. „Irgendein Arm oder Bein war halt immer im Weg“, haben die Freundinnen festgestellt, die es nun „ganz klassisch mit einer Kombination aus Paddeln und Schwimmen“ probieren wollen. „Wir hoffen einfach darauf, dass die anderen langsamer sind als wir“, berichten sie schmunzelnd.

Die letzten Stunden vor dem Wettbewerb gehen die Beiden entspannt an. „Wir sind schon nervös, aber die Vorfreude überwiegt.“ Einen Wunsch haben die zwei Scheeßelerinnen jedoch. „Rückenwind wäre natürlich schön. Gegen die Strömung zu schwimmen, ist enorm anstrengend.“ Doch letztlich steht für die Beiden der Spaß im Vordergrund. „Wir haben nicht trainiert, um zu verlieren, aber unabhängig von unserer Platzierung werden wir trotzdem ausgiebig feiern.“

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