Scheeßeler bereiten sich auf Gäste aus Katastrophengebiet vor

20 Gäste aus Tschernobyl

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Christa Radde (l.) und die Gasteltern der Besucher aus Tschernobyl.

Westervesede - Die schweren Folgen des Reaktorunfalls im ukrainischen Tschernobyl 1986 werden dort wohl noch ewig zu spüren sein – auch in den umliegenden Ländern Russland und Weißrussland. Viele Menschen sind radioaktiv verseucht und schwer erkrankt. Besonders betroffen sind Säuglinge und Kinde. Die Tschernobyl-Hilfe der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover ermöglicht ihnen Erholungsurlaub in Niedersachsen, und auch in die Gemeinde Scheeßel kommen wieder Besucher aus dem Katastrophengebiet.

Seit dem Jahre 1990 gibt es die Tschernobyl-Hilfe. Bisher kamen über 25000 Kinder aus dem weißrussischen Gomel für vier Wochen zum Erholungsurlaub nach Niedersachsen und wurden liebevoll von Gasteltern betreut – in Scheeßel sind ein paar von ihnen vom 3. Juni bis zum 1. Juli zu Gast. Christa Radde, die Koordinatorin der Kirchengemeinde Scheeßel, sagt: „Auch in diesem Jahr kommen wieder etwa 20 Kinder und Erwachsene nach Scheeßel.“ Sie kommen in acht Gastfamilien in Westervesede, Bartelsdorf, Fintel, Wittkopsbostel und im Sittensener Bereich unter. Die meisten Gasteltern beherbergen schon jahrelang die weißrussischen Gäste. „Es entstanden viele freundschaftliche Beziehungen. Man besucht sich auch zwischendurch zu größeren Geburtstagen oder Hochzeiten“, weiß Radde zu erzählen.

Magdalene Mahnken aus Bartelsdorf ist schon seit Beginn der Aktion mit dabei. Sie freut sich besonders auf die Dolmetscherin Natalja Papko, die ebenfalls in den Beeke-Ort kommen wird. „Sie war schon selbst als Tschernobyl-Ferienkind hier bei uns zu Gast. Ich kenne sie von klein auf. Kürzlich war ich dort bei ihrer großen Familie zu Besuch. Gemeinsam hatten wir das Grab meines Vaters ausfindig gemacht, mit ihrer Hilfe konnte ich es besuchen und habe nun die Gewissheit, dass er dort in Frieden ruht“, so Mahnken.

Christa Radde schlug den Gasteltern ein Programm vor, durch das diese entlastet und vor allem die Kinder großen Spaß haben werden. So sind Waldspiele in der Ahe, baden in der Lent-Kaserne, Besuche des Magic-Parks in Verden, ein Vormittag mit der Freiwilligen Feuerwehr Westervesede und ein Familienfest in Wittkopsbostel geplant. Für die Erwachsenen wurde vorgeschlagen, wieder einen Kochkurs in einer Schulküche zu organisieren. Die Gemeinde Scheeßel spendiert den weißrussischen Gästen kostenlosen Eintritt für das Freibad über die gesamte Ferienaktion.

hr

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