Scheeßel

Bauhof zieht an die Rudolf-Diesel-Straße 

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Stephan Behrens (l.) und Jörg Neumann freuen sich über den neuen Scheeßeler Bauhof an der Rudolf-Diesel-Straße.

Scheeßel - Von Matthias Röhrs. Gut Ding, heißt es im Volksmund, will Weile haben. Ein Sprichwort, das auch für den Bauhof der Gemeinde Scheeßel gilt. Am 1. November ziehen dessen Arbeiter an den neuen Standort an der Rudolf-Diesel-Straße – nach mehr als zwei Jahren Planung sowie Umbau. Sie verlassen damit außerdem eine Übergangslösung, die immerhin mehr als ein Vierteljahrhundert lang Bestand hatte.

Der Blick in die Halle der ehemaligen Dachdeckerei offenbart: Hier haben die Bauhofmitarbeiter viel Platz. 

Noch ist die Halle weitestgehend leer. Nur die eine oder andere Palette mit Säcken steht herum, in einer Ecke liegen noch einige Türen und Rahmen, gegenüber stapeln sich leere Europaletten. Das Echo der Schritte hallt von den Wänden wider, aus einem Nebenraum dröhnt ein Radio. Jeden Tag sieht es hier ein bisschen anders aus. In wenigen Wochen ist diese ehemalige Dachdeckerei. die der Scheeßeler Fachbereichsleiter für Inneres, Stephan Behrens, zurückhaltend als „gutes Angebot“ bezeichnet, die neue Heimat des Scheeßeler Bauhofs.

Zentrale Lage am Rand des Kernorts

Die Verkehrsschilder hat Standortleiter Jörg Neumann bereits einsortiert. Das Regal dafür hat er eigenhändig gebaut. 

Dass die Bezeichnung „gutes Angebot“ tief gestapelt ist, macht Jörg Neumann, der Standortleiter des Bauhofes, deutlich. Er zeigt auf, was sich mit den Umzug nun für ihn und seine Kollegen verbessert: mehr Platz, moderne Technik und eine sehr gute Lage – zentral in der Gemeinde und am Rande des Kernortes. „Ein Meilenstein im Vergleich zu vorher“, fasst er zusammen. Und dieses „Vorher“ auf einem privaten Hof zwischen Bahnhofstraße und Vahlder Weg war bei seiner Eröffnung im Jahr 1990 ohnehin nur als Übergangslösung gedacht. Nach Jahrzehnten auf diesem engen Hof komme man nun „in eine zeitgemäße Arbeitsumgebung“.

Behrens sieht sich in der Halle um. An ihr grenzen die ganzen speziellen Lagerräume für Farben und Lacke, Kleinteile- und Elektrogeräte, Gefahrenstoffe sowie ein belüfteter Lagerraum für alle motorbetriebenen Maschinen wie Baggerstampfer und Laubbläser. Nicht zu vergessen die Holz- und die Metallwerkstatt. „Das ist hier schon eine ganz andere Hausnummer“, sagt Behrens zufrieden und blickt dabei in Richtung Hof. Dort liegt das Salzsilo, das in den kommenden Tagen noch aufgestellt werden muss. Ein paar Meter weiter sind Haufen mit Steinen, Schutt und Sand. Insgesamt hat das Grundstück etwa 3 000 Quadratmeter Nutzfläche, damit ist es etwa vier Mal größer als der alte Betriebshof.

Neue Ordnung macht den Bauhof effizienter

Die Halle bietet mit ihren 900 Quadratmetern viel Fläche für Säcke mit Streusalz, Verkehrsschilder und vieles mehr, was in der täglichen Arbeit des Bauhofes gebraucht wird. Auch der Fuhrpark soll über Nacht dort immer seinen Platz finden. Viel Platz also? Nein, Neumann relativiert: „Dafür wird es auch voller.“ Aber auch geordneter: An der Bahnhofstraße, erklärt er, kam alles dahin, wo Platz war. Was zusammen gehörte, konnte da schonmal an mehreren verschiedenen Stellen liegen. Das kostet Zeit. „Die Rüstzeiten sind nun kürzer“, so Neumann.

Auch baulich hat sich in der ehemaligen, 1999 errichteten Dachdeckerei seit Umbaubeginn im Januar einiges getan. Wände wurden durchbrochen, um neue Wege und größere Räume zu schaffen, andere Durchgänge wurden dafür zugemauert. Zusätzlich gibt es einen kleinen Anbau – der Mitarbeiter-Eingang, ein sogenannter Schwarz-Weiß-Bereich. „Den müssen wir vorhalten“, sagt Behrens.

Die sanitären Anlagen dürfen auch nicht fehlen – insbesondere im sogenannten Schwarz-Weiß-Bereich. 

Die Arbeiter müssen bei Dienstantritt ihre zivile Kleidung zunächst in einem ersten Umkleideraum ablegen. Durch Dusche und WC-Bereich geht es in den zweiten Umkleideraum, wo sie ihre Arbeitskleidung anziehen. Wichtig ist dies vor allem bei Feierabend. „Während der Arbeit kann es sein, dass unsere Kleidung mit gefährlichen Stoffen kontaminiert wird“, erklärt Neumann. Ein Bauhofmitarbeiter habe immerhin mit „Dreck aller Art“ zu tun. Er muss sich reinigen können. Auf dem alten Hof war dieser Bereich noch in Containern untergebracht. Noch ist der Bauhof eine Männer-Domäne. Ändert sich das, liegen im Rathaus übrigens bereits die Pläne für einen Anbau mit einem Schwarz-Weiß-Bereich für Frauen in der Schublade.

Es geht in Richtung Sozial- und Büroräume. Die Küchenzeile ist mit das Einzige, das die Gemeinde neu angeschafft hat. Tische, Stühle, Regale und Schränke hat sie vom früheren Besitzer der Immobilie ersteigert. Im Sozialraum steht ein großer Tisch, Platz für alle – es wurden dafür zwei Räume mit einem Durchbruch verbunden. Insgesamt hat die Gemeinde fast eine Million Euro in das Projekt investiert. Rund 600. 000 Euro zahlte sie für das Grundstück und das Gebäude, etwa 350. 000 Euro kostete der Umbau.

Beinahe ein Jahr Verspätung

Seit September 2014 ist die Gemeinde im Besitz der Immobilie. Der Umzug sollte eigentlich bereits Ende 2015 vollzogen sein, doch im Rathaus musste man lange auf die Baugenehmigung vom Landkreis warten. Bis dahin ließ die Gemeinde das neue Betriebsgelände aber nicht ungenutzt: Der Hof diente in der Zwischenzeit als Lagerplatz für Schüttgüter und andere Baustoffe. Mit dem 1. November ist der Bauhof aber nicht an der Bahnhofstraße verschwunden, eine Zeit lang gibt es einen parallelen Betrieb. Bis kurz vor Weihnachten sollen aber alle Geräte und Materialien an die Rudolf-Diesel-Straße geschafft worden sein.

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