Klimaschonend und generationsübergreifend: Scheeßeler Bauauschuss für Bau im Kernort

Prüfauftrag für Wohnprojekt

Eine Wasserfontäne
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Ein generationsübergreifendes Wohnprojekt mitten im Scheeßeler Kernort kann sich der Bauausschuss gut vorstellen – wo und wie das realisiert werden könnte, muss aber noch geklärt werden.

Ein generationsübergreifendes, klimaschonendes Wohnprojekt: Das überzeugt die Fraktionen und Gruppen im Scheeßeler Bauausschuss. Sofern der Bau seinen Platz im Kernort findet.

Scheeßel – Seit mehreren Monaten schlummert ein Antrag der Grünen-Fraktion im Scheeßeler Gemeinderat in der Schublade: Fünf noch nicht im Baugebiet Fuhrenkamp verkaufte Grundstücke solle die Gemeinde zurückhalten. Auf diesen könnte dann ein generationsübergreifendes und klimaschonendes Wohnprojekt umgesetzt werden. Nun wurde das Thema im Ausschuss für Hoch- und Tiefbau, Planung und Umwelt besprochen und fand grundsätzlich unter allen Fraktionen und Gruppen Zustimmung – wenn eine Änderung in der Vorlage eingefügt wird.

Gewerbegebiete, Kindertagesstätten, der Knotenpunkt an der L 130: Die Gemeinde hat gerade mehrere Baustellen, an denen sie zeitgleich wirkt. Dabei sollte aber das Thema generationsübergreifendes und gleichzeitig auch bezahlbares Wohnen nicht vergessen werden, findet Fraktionsvorsitzender Arthur Lempert. Das Thema war bislang zurückgestellt worden, da die Gemeinde warten wollte, bis sie dem Rat die „Verkaufs- und Vermarktungsbedingungen für das Baugebiet vorlegen kann“, so Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU).

Mit dieser Idee wolle die Grünen-Fraktion „jung und alt, fitte und Menschen mit Handicap sowie Menschen mit Migrationshintergrund“ zusammenbringen – aber auch an junge Familien mit geringem Einkommen denke man dabei, die keinen bezahlbaren Wohnraum in der Gemeinde finden können. Es wäre „ein wichtiges Projekt, ein wichtiges Signal in die Gemeinde hinein“, wirbt Lempert für den Antrag – denn so etwas werde überall sehr positiv gesehen.

Diesen Antrag haben sie für den Fuhrenkamp gestellt, weil durch das neue Baugebiet die entsprechende Fläche für so ein Projekt zur Verfügung stehen würde. Die anderen Ausschussmitglieder stehen dem Projekt wohlwollend gegenüber. In dem Bereich gebe es eine Lücke, ein Defizit, meinte auch Dirk Lange (CDU). Nur der Standort scheint ihm nicht geeignet. „Das ist nicht zentral genug, so etwas muss in Kernortnähe“, befand Lange. Zumal es wichtig sei, den Kaufinteressenten im Fuhrenkamp – die durch die Situation am Knotenpunkt derzeit ohnehin vertröstet werden müssen – die Chance zu geben, sich ihren Wunsch nach einem Eigenheim zu erfüllen, „gerade bei den aktuellen Baupreisen“.

Auch Marc Ostrowski (SPD) führte an, dass ein Beharren auf dem Standort Fuhrenkamp für seine Fraktion ebenfalls ein „Stolperstein“ gewesen wäre. Im Kernort würden sich bei einer Realisierung beispielsweise mehrere Einkaufsmöglichkeiten in direkter Nähe befinden, was für ein generationenübergreifendes Projekt von Vorteil ist: kurze Wege, alles schnell erreichbar.

Doch am Standort hängen Lempert und seine Fraktion nicht: Das Projekt könne problemlos an einer anderen Stelle realisiert werden. Wichtig sei, dass die Häuser den neuesten energetischen Standards entsprechen. So könnten die Dächer mit Solarpaneelen ausgestattet werden, um auf diese Weise für Strom und warmes Wasser zu sorgen. Außerdem soll es barrierefrei sein – und eben bezahlbar.

Als Standort schlug Marc Ostrowski (SPD) vor, eventuell das Grundstück am Leehopweg ins Auge zu fassen, auf dem der neue Kindergarten entstehen soll – wenn dort dann noch Platz ist. Wo und wie das Wohnprojekt letztlich realisiert werden kann, steht noch in den Sternen. Man müsste vielleicht einen Investor finden, der das Projekt umsetzt – es wäre besser, so Ostrowski, wenn die Gemeinde nicht die Vermieterin ist. Sie könnte vielleicht die Fläche dafür zur Verfügung stellen, „zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus“.

Da scheiden sich an der Benennung noch die Geister: Lempert war strikt, als er sagte, dass es kein sozialer Wohnungsbau, sondern ein „bezahlbares generationenübergreifendes Wohnen“ sei. Einem Investor steht er kritisch gegenüber: Ob es dann bezahlbarer Wohnraum wird, sei fraglich. „Daran hat ein Investor kein Interesse.“

Der Ausschuss verständigte sich letztlich zunächst darauf, der Verwaltung einen Prüfauftrag zu erteilen. Sie soll nun herausfinden, wie und wo das Projekt im Kernort realisiert werden könnte. Dass die Gemeinde es selber errichtet und betreibt, hält die Verwaltungschefin auf Nachfrage ebenfalls für unrealistisch. Inwiefern sie letztlich involviert sein kann, „da müssen wir uns selber erstmal schlaumachen“. Das Thema steht als Nächstes auf der Tagesordnung des Gemeinderats.

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