Ausschuss diskutiert Erweiterung

Scheeßeler Wohnungslosen-Unterkunft ist voll belegt

Ein weißes Haus hinter Bäumen und Büschen
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Die Wohnungslosen-Unterkunft am Leehopweg ist ausgelastet.

Die Scheeßeler Wohnungslosen-Unterkunft ist voll. Man denkt über eine Erweiterung nach. Alternativen könnten an anderer Stelle gebraucht werden.

Scheeßel – Sollte die Scheeßeler Wohnungslosen-Unterkungt am Leehopweg erweitert werden? Diese kratzt immer wieder an der Vollauslastung. Grund genug für den Ausschuss für Feuerwehr und Öffentliche Ordnung, über einen Anbau nachzudenken. Dies ist auch geschehen bei der jüngsten Sitzung des Geremiums – allerdings noch ohne Ergebnis. Die Gemeinde hat Alternativen in petto.

Die Gemeinde ist gesetzlich verpflichtet, hier gemeldeten Einwohnern, die ihre Wohnung verlieren, eine Unterkunft zu stellen. Das dafür im Leehopweg vorgesehene, komplett sanierte Gebäude, für das in den nächsten Haushalt prophylaktisch Unterhalt- und Renovierungskosten eingestellt wurden, ist auch momentan voll belegt.

Ausschussvorsitzender Wolfgang Kirschstein (SPD) stellte auf der Sitzung klar: „Den klassischen Obdachlosen gibt es so nicht.“ Durch die neuen Entwicklungen in der Gesellschaft mit „Raubtiervermietungen“, wie er es nannte, verlören auch Menschen aus der Mittelschicht ihre Wohnungen, ohne sich selbst als obdachlos zu sehen.

Hier leiste das Haus mit sieben Räumen gute Dienste. Sollte in der derzeitigen Situation noch weiterer Unterbringungsbedarf bestehen, so würden die Personen in den angemieteten Asylwohnungen untergebracht, Familien auch in anderen Unterkünften. Allerdings, so warf Fachbereichsleiterin für Ordnung und Soziales im Rathaus, Yvonne Neumann, ein: „Es wird immer mehr, langfristig müssen wir vielleicht andere Wege gehen.“

Die Frage von Cord Gerken (Grüne), wie viele freie Zimmer momentan verfügbar seien, konnte Neumann nicht auf Anhieb konkret beantworten: „Es sind immer vereinzelt Zimmer frei, außerdem haben wir noch das Camp.“ Die Zimmersituation würde sich oft ändern, meistens kurzfristig: „Manchmal ist nur ein Zimmer belegt, manchmal ist es ganz voll“, so Neumann. Bürgermeisterin Ulrike Jungemann wies darauf hin, dass auch die Zahlen der Geflüchteten in naher Zukunft steigen, „dafür müssen wir etwas vorhalten“. Angaben, wie viele Familien zusätzlich zu den fünf unlängst angekommenen in der Gemeinde untergebracht werden sollen, liegen der Rathauschefin nach eigenem Bekunden nicht vor.

Ebenfalls im Fokus war die Flüchtlingsunterkunft in der Großen Straße. Diese entspreche, so wurde aus Reihen der Ausschussmitglieder geäußert, nicht den Standards. „Die Wohnungen sind nicht vom Feinsten“, gab Neumann zu, allerdings habe sich der Zustand seit der Anmietung 2016 nicht grundlegend verschlechtert. An diesem Beispiel wurde das Dilemma deutlich, in dem sich die Gemeinde derzeit befindet.

Viele Wohnungen seien 2015/2016 in der Flüchtlingskrise schon in einer Zeit knappen Wohnraums angemietet worden. „Da konnten die Vermieter ein paar Euro mehr nehmen“, wie Dirk Lange (CDU) erläuterte. Damals hätten die Vermieter auf langfristige Verträge gepocht, meistens acht bis zehn Jahre, die also erst in einigen Jahren kündbar seien. Dazu kommt, dass Geflüchtete kaum Chancen auf eine eigene Wohnung auf dem freien Markt hätten. „Das sind Kosten, die wir einfach anbringen müssen“, machte Lange klar.

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