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Scheeßel will mehr Windenergie

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Von: Andreas Schultz

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Mehr Windrad wagen: Der Gemeinderat pocht auf zusätzliche Potenzialflächen im Regionalen Raumordnungsprogramm.
Mehr Windrad wagen: Der Gemeinderat pocht auf zusätzliche Potenzialflächen im Regionalen Raumordnungsprogramm. © Schultz

Scheeßel will nicht nur angesichts der aktuellen Energiekrise vermehrt den Wind zur Stromerzeugung nutzen. Das Problem: Das Regionale Raumordnungsprogramm sieht dafür nicht viele Potenzialflächen vor.

Scheeßel – Alle Parteien ziehen an einem Strang: Wer Lokalpolitik in der Gemeinde Scheeßel beobachtet, weiß, dass das nicht immer selbstverständlich ist. Am Donnerstagabend zeigten die Parteien Einigkeit, als es während der jüngsten Ratssitzung um den gemeinsam eingereichten Antrag zum Thema Windkraft ging. Das von allen Fraktionsvorsitzendenden unterschriebene Dokument sagt zusammenfassend: Die Gemeinde Scheeßel will mehr Potenzialflächen zur Windenergienutzung im Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) sehen.

Die Bekämpfung der Klimakrise und das Erreichen der gesteckten Klimaziele könnten nur durch den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien erreicht werden, heißt es dort. Inzwischen hat der Antrag eine weitere politische Facette: „Wir haben galoppierende Energiepreise“, sagte CDU-Ratsherr Dirk Lange mit Blick auf die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine. „Wir müssen selbstständiger werden, daher wollen wir diesen Weg gehen. Wir müssen klare Signale setzen, wir sagen, wir wollen mehr Windenergie – bei allem Pro und Contra“, fügte er hinzu. Ins gleiche Horn stieß Sozialdemokrat Wolfgang Kirschstein. „Vielleicht ist dieser Vorstoß auch dazu geeignet, alle Zauderer zu positiverem Nachdenken zu bewegen“, sagte er. Eventuell ließen sich Kritiker davon überzeugen, dass ein Windrad, das einen Kilometer Entfernung von einer Wohnbebauung steht, die benötigte Energie wert sei. „Ich sehe da auch einen Appell an die Politik: Es muss einfach schneller gehen“, sagte der SPD-Mann mit Blick auf lange Genehmigungsverfahren – ein Punkt, den auch Cord Gerken aus der Gruppe „Die Grünen Scheeßel“, bekräftigte.

Eigentlich hatten die Parteien vor, einen entsprechenden Antrag an den Landkreis zu richten, der für das Regionale Raumordnungsprogramm verantwortlich ist. Die Gemeindeverwaltung, deren Chefin Ulrike Jungemann das Vorgehen aus vergangener Arbeit in der Landkreisverwaltung kennt, machte in ihrer Stellungnahme einen Gegenvorschlag: Der Rat solle den Antrag zurückziehen, weil es für die Gemeinde kein Antragsrecht auf Ausweisung bestimmter Vorranggebiete gibt – eine Formalie. „Nichtsdestotrotz wäre es aus Sicht der Verwaltung wünschenswert, frühzeitig Einfluss zu nehmen auf mögliche zusätzliche Vorranggebiete für die Windenergie, denn die Notwendigkeit zum Ausbau der Windenergie ist unumstritten“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Stattdessen sollen Gemeinde und Landkreis das Gespräch suchen: Neben Bürgermeisterin Jungemann sollen das die Fachbereichsleitung und eine Sachbearbeiterin aus dem Fachbereich Bau und Planung sowie jeweils ein Vertreter jeder Fraktion beziehungsweise Gruppe im Rat sein. Das Gremium gab dem Vorschlag einstimmig sein Okay.

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