Entdeckungsreise im Farbenrausch

Monika Winkelmann stellt in der Sparkasse Scheeßel aus

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Da staunte Sparkassenvertreter Rainer Bassen nicht schlecht: Die farbenfrohe Abstraktion hatte Künstlerin Monika Winkelmann mit einem Quast aus einem Meter Entfernung aufgetragen.

Scheeßel - Von Ulla Heyne. Ein wenig aufgeregt sei sie schon, gab Monika Winkelmann am Dienstagvormittag in der Scheeßeler Sparkasse zu. Kein Wunder, zeigt die Finteler Künstlerin doch zum ersten Mal ihre Werke in der Öffentlichkeit. Die 25 großformatigen Acrylbilder, die die Kundenhalle in eine Farbexplosion tauchen, lassen indes nicht vermuten, dass hier eine Autodidaktin am Werk war, die das Malen erst vor drei Jahren für sich entdeckt hat.

Nach einer Handoperation nach einem Arbeitsunfall gab ein Workshop im Krankenhaus den Impuls; seitdem ist die intuitive Beschäftigung mit Farben („Ich weiß vorher nie, was es wird, das entwickelt sich wie von alleine und je nach Stimmung“) fast eine Leidenschaft. Sie verriet den gut zwei Dutzend Vernissagegästen: „Oft schleiche ich, wenn mein Mann zur Arbeit gefahren ist, noch im Schlafanzug an die Staffelei – das ist fast wie ein Zwang.“ Ein äußerst kreativer, wie sich unschwer erkennen lässt. 

Rainer Bassen, der bereits am Vorabend beim Aufbau der Ausstellung „geluschert“ hatte, ist schwer begeistert. „Man kann förmlich in die Bilder reingehen“, meint der Pressereferent der Sparkasse und bescheinigt der ehemaligen Sängerin einer Tanz- und Showband und Buchautorin im Rahmen seiner Eröffnungsrede: „Sie sind ein interessanter Mensch!“

Die anfängliche Nervosität ist überflüssig; die Besucher sind von den abstrakten Werken, in denen jeder etwas anderes sehen kann, angetan. Winkelmann schätzt den Diskurs. Die Schwester Rita Hullin bekam schon früh auf dem Handy Ausschnitte ihrer Bilder geschickt. Sie nahm der Schwester, die in der Kindheit nie zeichnete oder malte, aber ein gutes Händchen für Dekorieren und Gestalten gehabt habe, auch die anfänglichen Zweifel: „Monika, Du bist eine Künstlerin, Du weißt es bloß noch nicht!“ 

Immer, wenn ein Bild fertig wird – und das sind neben den zwei Dutzend ausgestellten noch einmal ebenso viele zuhause –, wird eine Freundin angerufen. „Die sieht sich das Bild dann sofort an, manchmal mehrere Stunden, und ‚liest‘ es richtig“, so Winkelmann. Dabei nähme sie kein Blatt vor den Mund – Kritik, die die Mittsechzigerin zu schätzen weiß. 

Die abstrakten Formen, aus denen immer wieder Gesichter hervorblitzen wie die Augen in „Fabelwesen“ oder die Gesichter in „Die Braut des Vulkans“, laden die Augen des Betrachters auf Wanderschaft ein, auf eine Entdeckungsreise in die Welt des Farbenrauschs, der Abendstimmung oder des verwunschenen Gartens, fast wie der eigene im heimischen Fintel. Die Ausstellung ist noch bis zum 5. Dezember in der Sparkasse Scheeßel zu sehen.

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