Untervogtplatz erneut im Gespräch

Toilette für die Kernortmitte: Wieder alles ergebnisoffen

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Entsteht die öffentliche Toilette nun doch auf dem Untervogtplatz? Platz dafür gäbe es reichlich – wenngleich schon jetzt feststeht, dass das stille Örtchen so dezent wie möglich platziert werden würde.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Was für ein Durcheinander: In der nicht enden wollenden Debatte um eine öffentliche Toilette für die Kernortmitte zeichnet sich weiterhin keine Lösung ab.

Hatte der Kernortausschuss sich vergangene Woche noch mit einer deutlichen Mehrheit für eine Lösung mit dem im Bau befindlichen Infogebäude auf dem Meyerhof ausgesprochen (Kooperationsmodell zwischen Gemeinde und Heimatverein), ist seit Montagabend plötzlich auch der Untervogtplatz wieder im Rennen um einen potenziellen Standort. Der Scheeßeler Wirtschafts- und Tourismusausschuss sprach sich jedenfalls mit sechs zu vier Stimmen knapp dafür aus, dass beide Varianten weiterhin von der Verwaltung auf den Prüfstand gestellt werden sollen – nach einer mehr als zähen Beratungsrunde.

Es sprudelte aus Uwe Wahlers nur so heraus. Sein Heimatverein habe sich schon ein wenig verwundert die Augen reiben müssen, darüber, dass man seitens der Gemeinde auf das Thema erneut angesprochen worden sei, „dabei wurde die Nutzung mit uns auf dem Meyerhof doch eigentlich schon ad acta gelegt“, sagte der Vorsitzende mit Blick auf eine Ende vergangenen Jahres stattgefundene Fachausschusssitzung, bei der die Politiker noch geschlossen für den Untervogtplatz votiert hatten.

Damals aber war damals, bevor die Verwaltung vom Rat den Auftrag bekommen hatte, mehrere Standorte nochmals auf ihre Machbarkeit hin zu prüfen – so eben auch das Museumsgelände, wo im Zuge des zu großen Teilen mit EU-Mitteln geförderten Neubaus für ein Info- und Bürogebäude auch eine WC-Anlage entstehen wird.

Info- und Bürogebäude für Museum erst 2019 fertig

Im Kernortausschuss jedenfalls stieß die Vorstellung einer gemeinsamen Nutzung unter den meisten Mitgliedern auf offene Ohren – auch wenn der Verein bereits signalisiert hatte, erst dann mit der Gemeinde über die bauliche Unterhaltung und Reinigungskosten sprechen zu wollen, wenn das Bauprojekt vollendet sein wird. Das, erklärte Wahlers, würde sich mit der Abwicklung der Zuschussanträge wohl noch bis Mitte 2019 hinziehen.

Diese Info war den Politikern durchaus schon bekannt. Dafür brachte der Heimatvereinsvorsitzende am Montagabend eine neue Komponente ins Spiel: „Wir werden aus Sorge vor Vandalismus nicht bereit sein, die Toilette außerhalb unserer Museumsöffnungszeiten, für die Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.“ Soll heißen: In den frühen Morgenstunden und am Abend, wenn keine Aufsicht vor Ort ist, wäre die WC-Anlage abgeschlossen, ebenso an den Wochenenden während der Wintermonate.

Das gab den Politikern durchaus zu denken. „Bevor das mit dem Heimatverein im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose geht, sollten wir beim Standort Untervogtplatz bleiben“, warb Grünen-Ratsherr Horst Knobel. Ohnehin seien dort sämtliche Voraussetzungen für die Installierung und den Betrieb einer öffentlichen Toilette schon während der Umgestaltung geschaffen worden.

„Zug für Meyerhof wohl abgefahren“

„Der Zug ist dann wohl mit dem Meyerhof abgefahren“, bedauerte Hans-Jürgen Conrad (CDU). Er plädierte für die „beste und schnellste Lösung“ und die liege nun mal auf dem Untervogtplatz.

Das sah sein Fraktionskollege Dirk Lange etwas anders: „Wir brauchen keine Toilette, die rund um die Uhr geöffnet ist.“ Er stelle sich die Frage, ob es vertretbar sei, mit der Gemeinde anvertrauten Steuergeldern in eine Toilette zu investieren, wenn 200 Meter weiter ein weiteres Angebot vorhanden sein wird. „Mir jedenfalls graust es bei dieser Vorstellung.“

Tatsächlich, zeigte sich im weiteren Verlauf, konnten die meisten Ausschussmitglieder beiden Standorten etwas abgewinnen. Allerdings, fasste Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele (CDU) zusammen, könne sich offenbar niemand so recht ein Bild davon machen, wie das Ergebnis am Ende aussehen würde. Abhilfe soll nun eine Visualisierung einschließlich einer Kostenaufstellung schaffen, die von der Verwaltung noch erarbeitet werden muss. Die öffentliche Toilette, das Dauerbrenner-Thema schlechthin, wird somit auch in Zukunft noch Scheeßels Lokalpolitiker auf Trab halten.

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