Florian von Bothmer spricht im Tourismusausschuss über die Zukunft des Pyroevents

„Wir wollen uns nicht erpressbar machen“

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Florian von Bothmer (Mitte) machte seine Sichtweise zum Pyroevent beim Wirtschafts- und Tourismusausschuss im kleinen Sitzungssaal des Scheeßeler Rathauses deutlich und stellte sich den Fragen des Gremiums.

Scheeßel - Von Joris Ujen. Ein heiß diskutiertes Thema im Beekeort war im vergangenen Jahr das Pyroevent auf dem Eichenringgelände. Letztendlich hatte der Veranstalter das Feuerwerkspektakel aufgrund „unüblicher Umstände“ absagen müssen. Doch wie sieht es in diesem Jahr aus?

Knallt und raucht es wieder auf der Sandbahnstrecke? Am Montag setzte sich der Wirtschafts- und Tourismusausschuss auf Antrag der Gruppe SPD/UGS erneut mit der Thematik auseinander. Zugegen war auch Florian von Bothmer, Chef der Firma Pyroland, der nach Abstimmung des Gremiums bei zwei Stimmenthaltungen seine Sicht der Dinge schildern durfte.

Unsicherheiten in der Planung

Für ihn und sein Unternehmen sei es wichtig, Planungssicherheit darüber zu haben, ob ein Event überhaupt stattfinden kann. „Wenn die Durchführung aber von Einzelpersonen abhängig ist, habe ich diese Sicherheit nicht“, so von Bothmer. „Wir wollen uns nicht erpressbar machen.“ Hintergrund seiner Formulierung war die von der Gemeinde geforderten Einverständniserklärungen aller Anwohner und Beteiligten rund um das Gelände. Ob eine fehlende Unterschrift dazu geführt hätte, dass von Bothmer sein Feuerwerk nicht hätte austragen können, sei ihm seitens der Gemeindeverwaltung nicht eindeutig mitgeteilt worden.

„Wir brauchen Planungssicherheit.“ Florian von Bothmer erklärte seine Beweggründe zur Absage des Pyrospektakels 2016.

Und dieses Risiko wollte er nicht eingehen. „Das war eine Auflage, die für mich unüblich ist. Ich kenne das aus zehn Jahren Feuerwerk nirgendwo.“ Eine Einverständniserklärung vom Eigentümer des Standortes seien für den Pyrochef logisch, „aber alles andere, was darüber hinausgeht, nicht“.

Eine „Erpressbarkeit“ durch bestimmte Auflagen wolle und könne er nicht zulassen und werde das auch in Zukunft nicht tun. „Wenn solch eine Forderung wieder kommt, wird es das Event nicht geben“, machte von Bothmer im kleinen Sitzungssaal deutlich.

„Es ist wie eine Lawine“

Seine Meinung vertrat auch Angelika Dorsch (SPD), die die Gefälligkeit eines einzelnen Anliegers auch mit einer Art der Erpressung verglich. Sie fragte in die Runde, ob es tatsächlich nur an einer Person liegen könnte, worauf von Bothmer erwiderte: „Wenn einer was will, dann kommen viele. Es ist wie eine Lawine.“ Im gleichen Atemzug betonte der 40-jährige Unternehmer, dass er mit allen Betroffenen Gespräche geführt und diese Treffen auf Fotos festgehalten habe. „Es gibt aber auch unerfüllbare Auflagen. Ich für meinen Teil habe aber alles übererfüllt“, betonte von Bothmer.

Jetzt liegt es an Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele und der Verwaltung, ob das Pyroevent wieder in Scheeßel ausgetragen wird. Sie trage letztendlich die Verantwortung. Wenn ein Event wieder geplant sein sollte und der Grundstückseigentümer seine Genehmigung einbringt sowie alle Auflagen erfüllt werden, „steht nach meiner Sicht dem nichts entgegen“. Nach der letzten durchgeführten Veranstaltung Ende 2015 habe es aber „erheblichen Ärger mit allen betroffenen Grundstückseigentümern gegeben“ und das müsse auch berücksichtigt werden.

Auch an Artenschutzgutachten wurde gedacht

SPD-Ratsherr und Vorsitzender des Wirtschafts- und Tourismusausschusses, Detlef Steppat, sprach sich in der Sitzung wie auch Dorsch für das Event aus. Christdemokrat Hans-Jürgen Conrad hingegen wollte die Sichtweise der Kritiker aufzeigen: „Es gibt auch Leute, die das Feuerwerk nicht wollen und sich fragen: Was kommt denn noch alles? Und diese negative Meinung ist legitim.“ Dem stimmte von Bothmer zu, denn es sei ganz wichtig, alle Seiten zu betrachten. Conrad war es auch, der auf die Wildtiere aufmerksam machte und wie auf diese Rücksicht genommen werde. Auch darauf hatte von Bothmer eine Antwort parat: „Es wurde bereits ein Artenschutzgutachten gemacht sowie Gespräche mit den Jägern aus Westervesede und Scheeßel geführt. Zudem wurde das anliegende Biotop bei der letzten Veranstaltung abgesperrt.“ Grundsätzlich scheint an alles gedacht geworden zu sein – von Bothmer macht so eine Silvestershow schließlich nicht zum ersten Mal – bis auf die Liste, die er ablehnte. Die Verwaltung werde, laut Dittmer-Scheele, aber auch dieses Jahr darauf bestehen, dass der Unternehmer die Einverständniserklärungen einholt.

Pyrospektakel auf dem Eichenring

Bereits 2015 verlangte die Gemeinde bereits ebenjene Unterschriftenliste, kam dem Veranstalter allerdings bei seiner ersten Durchführung entgegen, der dieses Verfahren eher als hinderlich eingestuft hatte. Beide Parteien einigten sich darauf, dass von Bothmer durch persönliche Gespräche mit allen Anwohnern deren Zustimmung einholte. 2016 hätte er aber eine solche Liste vorzeigen müssen, wozu er, laut der Verwaltung, anfangs auch bereit war. Schlussendlich kam diese Vereinbarung bekanntlich nicht zustande. „Mehrfache Gesprächsangebote lehnte er zudem ab“, so die Bürgermeisterin, die ihm aber weiterhin den Dialog anbiete. Nun liegt es an von Bothmer, inwiefern er dieser Vorgabe nachkommen möchte.

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