Jugendausschuss diskutiert Situation

Personalnot in den Scheeßeler Kitas

Um die Kinder in den Scheeßeler Kitas kümmern sich momentan deutlich weniger Erzieher als geplant. Viele sind krank.
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Um die Kinder in den Scheeßeler Kitas kümmern sich momentan deutlich weniger Erzieher als geplant. Viele sind krank.

Rund ein Drittel der Kindererzieherinnen in Scheeßel ist krank oder steht unter Mutterschutz. Das sorgt für eine Notlage.

Scheeßel – Mit großem Aufgebot war der Gemeindeelternrat bei der jüngsten Sitzung des Scheeßeler Ausschusses für Jugend, Senioren, Soziales und Sport zugegen. Anlass für Beiträge zur Einwohnerfragestunde gab es reichlich, läuft die Betreuung in vielen der elf gemeindeeigenen Kindergärten doch alles andere als rund. Ein hoher Krankenstand, Personalnot und Einschränkung der Betreuungszeiten in Kindergärten und Krippen:

Die vorweg geschickte Mitteilung von Bürgermeisterin Ulrike Jungemann (CDU) zu eingeschränkten Öffnungszeiten markierte das vorherrschende Thema der Sitzung.

20 Krankheitsfälle bei insgesamt 96 Erzieherinnen, davon 13 im Mutterschaftsurlaub – das hat Folgen. In der Einrichtung am Fuhrenkamp gäbe es noch nicht mal mehr die Mittagsbetreuung, weil auch Küchen- und Reinigungspersonal erkrankt sei. „Eine unglückliche Situation, die die Winterzeit so mit sich bringt“, so die Rathauschefin, auch mit Verweis auf den Fachkräftemangel in vielen Bereichen und so gut wie allen Kommunen.

Das mochten das knappe Dutzend Besucher, zum großen Teil Mitglieder des Gemeindeelternrats und selbst betroffene Eltern, so nicht stehen lassen. Das Problem, so der Konsens der Redebeiträge, sei seit mehreren Jahren bekannt. Isabelle Benin, Mutter zweier Kinder: „Von Seiten der Gemeinde wird seit Jahren zu wenig getan.“ Auch monierte sie die mangelnde Kommunikation der Gemeinde; auf eine E-Mail warte sie seit mehr als vier Wochen auf Antwort. Jungemann konterte: „Diese Mail haben Sie schon einmal geschickt, worauf wir geantwortet haben.“ Für eine neuerliche Antwort habe es keinen Anlass gegeben. Doch auch thematisch wurde diskutiert. So regten mehrere Besucherinnen innovative und kreative Wege der Personalakquise an, etwa eine zeitgemäße Rekrutierung über die sozialen Medien und Jobplattformen wie Stepstone.

Jungemann verwies auf die bevorstehende Veröffentlichung der überarbeiteten Gemeinde-Website und versprach, sich über Anreize für die Gewinnung von Personal Gedanken zu machen. „Allerdings ist die Situation in allen Kommunen die gleiche; im Zweifelsfall greifen wir uns gegenseitig Mitarbeiter ab.“ Beekestieg-Kindergartenleiterin Petra Haunhorst verwies auf Mundpropaganda und Aushänge, die schon jetzt in den Fachschulen hängen würden. „Allerdings“, gab sie zu bedenken, „sind Arbeitszeiten im Schichtdienst bis 17 Uhr für junge Frauen nicht gerade attraktiv, wenn sie eine Gemeinde weiter bessere Bedingungen haben können“.

Die Betreuungszeiten standen auch im Fokus eines Beitrags von Claudia Kröger. Sie regte an, mittelfristig nicht in allen Kindergärten eine Betreuung bis 17 Uhr anzubieten, sondern die Familien mit diesem Bedarf an einem Standort zu „bündeln“. Kerstin Oster vom Gemeindeelternrat forderte die Erarbeitung eines Konzepts für Personalrekrutierung und -aufbau. Laut Bürgermeisterin Jungemann ist dazu bereits ein runder Tisch mit den Kita- und Kiga-Leitungen geplant.

Aber auch die Situation in einzelnen Kindergärten und Krippen wurde in den Fokus gerückt. So wollten besorgte Eltern wissen, ob in Jeersdorf, wo demnächst nur eine Erzieherin zur Verfügung steht, eine Einschränkung der Öffnungszeiten zu erwarten sei. Die Befürchtung der Fragestellerin: „Nicht, dass es am ersten Tag nach der Öffnung heißt, die Zeiten werden eingeschränkt.“ Die Nerven vieler Arbeitgeber lägen ohnehin blank, „letztendlich hängen an so einer Entscheidung auch Arbeitsplätze dran“.

Eine konkrete Aussage dazu wie auch zur Laufzeit der aktuellen Stellenausschreibungen wurde von Seiten der Verwaltung nicht getroffen. Langfristig, das wurde auch in der anschließenden Debatte um den Antrag der SPD um eine Verlängerung der Öffnungszeiten im Kindergarten Wohlsdorf deutlich, gehört die gesamte Betreuungssituation von Kindern in der Gemeinde auf den Prüfstand. In diesen Themenkomplex fällt auch eine Umfrage der Elternvertreter des Kindergartens und der Grundschule Hetzwege, die sich längere Betreuungszeiten wünschen. Dazu die Rathauschefin: „Wir setzen uns mit dem Antrag auseinander, möchten aber noch die Bedingungen in Ruhe aufbereiten, die erfüllt sein müssen.“

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