Neue Ausstellung 

Ein Spiegelbild internationaler bildender Kunst

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Künstler und Vernissagegäste im gemeinsamen Gespräch im Kunstgewerbehaus. 

Scheeßel - Sich an einem Sommerabend zum Smalltalk auf dem Meyerhof zu treffen, um dann gemeinsam ein hochkarätiges kulturelles Event zu erleben, das hat schon etwas. Es hätten nur gern noch ein paar Besucher mehr sein können, die die Vernissage zur Ausstellung „Untitled“ – figurative Malerei“ von Stephan Fritsch und abstrakte Skulpturen von Wolfgang Gid – miterleben wollten. Diejenigen, die gekommen waren, erlebten jedenfalls sowohl hinsichtlich der ausgestellten Werke der beiden norddeutschen Künstler als auch des stimmigen Rahmenprogramms einen hochkarätigen Kunstgenuss.

Dank an die die Kuratorin

Mit Vivaldis „Frühling“ aus den „Vier Jahreszeiten“ stimmten Freddy Schmidt und seine Schulmusikanten mit virtuosen Geigenklängen das Publikum auf den Abend ein. Der Begrüßung von Heimatvereinsvorsitzenden Uwe Wahlers, der sich herzlich bei Kunstgewerbehausleiterin Birgit Ricke für ihre kompetente Künstlerauswahl sowie die gesamte Organisation bedankte, schloss die stellvertretende Bürgermeisterin Gabriela Villwock die Grußworte der Gemeinde an.

Dr. Norbert Caspar, Dozent für Kulturwissenschaften der Universität Bremen, hielt die Einführung. Es zeige sich hinsichtlich der heutigen bildenden Kunst in Europa, so auch bei der letztjährigen Documenta in Kassel, eine Auffälligkeit: „Es gibt immer mehr Installationen, Aktionen und Filme – wenn es Malerei gibt, dann sind die Werke abstrakt oder sie sind sehr genau, so genau, dass man mit der Brille herantreten muss, um zu sehen, dass sie gemalt und nicht fotografiert sind. Also einerseits Werke der Abstraktion und zum anderen eines kaum zu überbietenden Realismus.“ Genau diese international gültige Situation spiegele sich in der Scheeßeler Ausstellung. „Die Malerei von Stephan Fritsch ist realistisch wie ein Foto, zugleich ist sie auch abstrakt. Sie zeigt einen genauen Realismus, doch eine fingierte Situation, die abstrakt ist, weil Fritsch sie malt, um der Malerei willen, nicht um abzubilden.“ Grundsätzlich dasselbe gälte für die Skulpturen von Wolfgang Gido – ihre menschliche Figürlichkeit träte unabweisbar hervor, doch zugleich mache er deutlich, dass sein Interesse darin liegt, eine Skulptur, nicht eine Figur, herzustellen und den Prozess des Schöpfens um seiner selbst willen zu vermitteln. Caspar weiter: „Die Botschaft beider Künstler liegt darin, mit den Mitteln der Kunst eine Unabhängigkeit in uns und ebenso des Objekts von uns herzustellen: Wir nehmen uns geschichtlich selber wahr im Anblick und im Erleben ihrer Werke – das Niveau ihrer Werke bietet uns an, uns zu autonomisieren – und ebenso das Objekt.“

Wer sich mit der Kunst von Fritsch und Gido auseinandersetzen möchte, hat dazu bis zum 1. Juli samstags, sonntags und feiertags jeweils von 11 bis 17 Uhr Gelegenheit - uj

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