Veranstaltungen im Herbst

Kulturinitiative startet nach Zwangspause

Das A-Capella-Ensemble Maybebop.
+
Drei Konzerte gibt das A-Capella-Ensemble Maybebop in Scheeßel.

Scheeßel – Lange war es still um die Kulturinitiative Scheeßel, kurz Kis. Nun meldet sie sich zurück, und das mit Macht: Eine Fülle von Veranstaltungen ist noch in diesem Jahr geplant – vorausgesetzt, Corona spielt mit.

Während der Kulturbetrieb in der Region von Rotenburg über Sottrum bis Visselhövede im Sommer schon wieder angelaufen war, hielt man sich in Scheeßel bis dato bedeckt. Warum? Kis-Vertreter Bernd Braumüller hat gleich mehrere gute Gründe in petto: Man habe zum Beispiel kein finanzielles Risiko eingehen wollen, bei Ausfall oder strengen Auflagen mit nur wenigen zugelassenen Zuschauern auf den Kosten sitzen zu bleiben. Schon vorher hatte der Verein durch den Wegfall von „Geldbringern“ wie „Rocktober“, Rock in den Mai oder die Maybebop-Konzerte sowie zwei defizitäre Veranstaltungen vor Corona mit seinen Werbemaßnahmen wie Flyern rote Zahlen geschrieben. „Das Risiko auf die Künstler abzuwälzen, kam für uns aber auch auf keinen Fall in Frage“, erläutert Mitstreiter Reinhard Lüdemann.

Zumindest dieser Punkt ist geklärt: Das finanzielle Risiko der Veranstaltungen, das sonst nur teilweise durch die Gemeinde abgedeckt ist, wird durch eine Landesförderung abgefedert. Warum aber der vergleichsweise späte Start? Die Antwort ist einfach: Der Beeke-Ort habe keinen passenden Standort für Veranstaltungen an der frischen Luft zu bieten. Braumüller und seine Mitstreiter träumen von einer permanenten Konzertmuschel wie etwa in Travemünde – diese Anregung wollen die ehrenamtlichen Kulturschaffenden allerdings erst nach der Kommunalwahl an die Entscheidungsträger herantragen.

Der dritte Grund für die Stille bei der Kis ist profan: „Die Motivation, ehrenamtlich viel Kraft in die Planung eines Events zu stecken und es dann absagen zu müssen, ist momentan nicht besonders groß“, beschreibt Bobby Meyer die Gemütslage der Ehrenamtler. Damit spielt er auch auf eine Fülle von Konzerten an, die 2020 kurzfristig entfallen mussten – ganz nach der Devise „lieber gar nicht als halbherzig.“

Umso mehr freut sich der Berufsmusiker auf den „Rocktober“ am 30. Oktober, bei dem er selbst am Plattenpult steht: „Das Gefühl, den Druck der Lautsprecher zu spüren – gedanklich bin ich schon auf Wolke Sieben!“ Das etablierte Tanzvergnügen im Scheeßeler Hof wird die einzige „2G“-Veranstaltung bis Ende des Jahres sein. „Wir wollen niemanden ausschließen – obwohl wir die Impfung schon als Akt der Solidarität auch mit Kulturschaffenden sehen und jeden dazu ermuntern“, erläutert Braumüller. Vielmehr sei es die einzige Möglichkeit, ohne Maske und Abstände dem Tanzkult zu frönen – „diesen unbeschwerten Spaß wollen wir denen, die kommen, nicht nehmen.“

Als „3G“, also für Genesene, Geimpfte und Getestete – und wie alle kommenden Konzerte vorzugsweise mit Vorverkauf per Mail für eine bessere Planbarkeit der Sitze –, steigt die Saison so, wie sie vor eineinhalb Jahren endete: Mit einem Gig der Zollhausboys, die am 17. September mit ihrem dritten Programm im Scheeßeler Hof gastieren, gefolgt vom verschobenen Stelldichein der Vokalartisten von Maybebop. Gleich drei Mal gastiert das A-Capella-Ensemble am 5. und 6. Oktober in der St.-Lucas-Kirche. Neben den beiden Abendkonzerten à 30 Euro stellt das Quartett um Lokalmatator Oliver Gies am Mittwoch, 6. Oktober, seine 2020 erschienene Debüt-Kinder-CD vor. Der ermäßigte Eintritt für das Konzert beträgt für Jugendliche bis 15 Jahre 15 Euro.

Ebenfalls an Bewährtes knüpfen die Veranstalter mit einem Gastspiel der Schauspieler von „Instant Impro“ an, die am 5. November ebenfalls nicht zum ersten Mal in der Grundschule Scheeßel sein werden (Vorverkauf 20 Euro, Abendkasse 25 Euro). Beide waren einvernehmlich verschoben worden: Improvisationstheater, das von den Zuschauerreaktionen lebe, vor einem halbleeren Saal zugelassener Zuschauer habe ebenso wenig Sinn gemacht wie eine mit 50 Leuten besetzte Kirche, so Braumüller.

Ebenfalls nachgeholt wird die „Hurricane-Ausgabe“ des Formats „Talking ‘bout my Generation“ mit Reinhard „Luffy“ Lüdemann und Bobby Meyer. Am 25. November steigt ab 19.30 Uhr, passend zum Jubiläum des Festivals mit Gästen vom Veranstalter FKP Scorpio, das Infotainment mit vielen Einspielern, Erinnerungen und spontanen Einwürfen von Gästen vereinigt (Tickets: zehn Euro, für Schüler fünf). Das einzige Format, das momentan nicht nachgeholt werden kann, ist das Mitsingformat „Sing Sang Shalala“. Jetzt sind die Organisatoren gespannt, wie die „Kulturoffensive“ angenommen wird: „Es ist ja nicht einzuschätzen, ob die Leute wieder Lust haben oder ob die Vorsicht überwiegt“, so Meyer.

Karten für sämtliche Veranstaltungen sind vorzugsweise per E-Mail an bb@maxsell.de vorzubestellen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Schlemmen im Sommer: Entdecken Sie kreative Rezepte im Magazin „Küchengeheimnisse“

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Der STERNGLAS Topseller im exklusiven Deal - 50 Euro sparen!

Meistgelesene Artikel

Warnstufe 1 für den Landkreis Rotenburg

Warnstufe 1 für den Landkreis Rotenburg

Warnstufe 1 für den Landkreis Rotenburg
Mulmshorn und Buchholz gewinnen Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Mulmshorn und Buchholz gewinnen Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Mulmshorn und Buchholz gewinnen Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“
Hermann Rugen blickt auf 30 Jahre im Hassendorfer Gemeinderat zurück

Hermann Rugen blickt auf 30 Jahre im Hassendorfer Gemeinderat zurück

Hermann Rugen blickt auf 30 Jahre im Hassendorfer Gemeinderat zurück
Gemeinwesenarbeiter planen Arbeitsgruppe Recycling

Gemeinwesenarbeiter planen Arbeitsgruppe Recycling

Gemeinwesenarbeiter planen Arbeitsgruppe Recycling

Kommentare