Vergnügliches und Spannendes

Jeder ist verdächtig - beim Krimidinner im Scheeßeler Hof

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Mit Menü, morbidem Charme und Tanz: Viola Livera vom Esenmble der „Delikaten“ veranstaltet mit dem Service-Personal eine Polonaise durch den Saal.

Scheeßel - Von Mari‰ Detlefsen. „Herzlich willkommen zu Ihrem vielleicht letzten Abendessen“, lautete die eher ungewöhnliche Begrüßung zum Krimidinner im Scheeßeler Hof. Unter dem Motto „Dinner Kriminale - Das letzte Mahl“ zog es am Samstag mehr als 80 Gäste zum 50. Geburtstag von Mimi Durst, welcher im Verlauf des Abends eine tödliche Wendung nehmen sollte.

Die Hamburger Theatergruppe „Die Delikaten“ mordet aus Berufung - doch nicht das gewaltsame Ableben der fiktiven Autorin und dessen Aufklärung stehen hier im Vordergrund, sondern vor allem die Interaktion mit dem Publikum. Schon am Einlass erhalten die Teilnehmer ihre Rollenkarte mit persönlichem Motto, ihrer Berufung und Beziehung zum späteren Mordopfer. Dabei mangelt es keinesfalls an Kreativität: Von Heilerin Marie die Gute über Doktor Schmerzfrei und Tommy Rasch von der Morgenpresse bis hin zu Emma Furchtlos, der Hilfskommissarin von Detektiv Conan, gibt es ein reiches Repertoire an Interaktionsmöglichkeiten.

Ein Blick auf die Karte verrät ein abwechslungsreiches Programm. Neben dem „Hinterlistigen Süppchen“ bietet der Hauptgang „Gutes vom schlauen Ochsen mit Mordmotiv in Gesellschaft von hochwohlgeborenen Böhnchen und adligen Knollen“. Doch trotz des ausgezeichneten Menüs lässt sich der Mord an Mimi Durst nicht vermeiden. Nach dem zweiten Gang fällt plötzlich das Licht aus. Ein Schuss ertönt und das erste Opfer muss das zeitliche segnen. Sofort werden alle Ausgänge gesichert, denn als Täter kommt jeder der Anwesenden in Frage. Herr Schattig und seine Kollegen vom Beerdigungsinstitut haben an diesem Abend alle Hände voll zu tun und schaffen die Leiche weg. Detektiv Conan und die Schwester des Opfers, Mirabelle Durst, verkörpert von Ben Soyka und Viola Livera, fordern das Publikum zur Mithilfe auf. Sowohl unter Stühlen, als auch unter Tischen wird nach versteckten Hinweisen gesucht. Auch spontane Gesangseinlagen wie der „Kriminal Tango“ der beiden Schauspieler oder das gemeinsam gesungene Gruppenlied „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ sorgen dabei für wiederholte Lacher.

Derweil wächst der Kreis an Verdächtigen. Selbst die Hilfskommissarin kommt in Bedrängnis, schließlich ist sie eine der einzigen, die eine Waffe besitzt. Am Ende schaffen es zwei der neun Publikumsgruppen tatsächlich, das Mysterium aufzulösen und erhalten für ihren Spürsinn einen kleinen Preis.

„Das ist mein erstes Krimidinner und ich bin positiv überrascht“, so Zuschauerin Nadine Villwock nach der gut vierstündigen Show, die von Leonid Klimaschewski am Akkordeon begleitet wurde. „Ich dachte, der Mord geschieht gleich zu Anfang, aber so ist es auch interessant und wir haben gleich mehrere Morde.“ Denn wie sich herausstellte, sollte Mimi nicht das einzige Opfer bleiben.

Seit zwölf Jahren steht das Trio als „Die Delikaten“ auf der Bühne, schreibt und inszeniert seine Stücke selbst. „Am wichtigsten ist uns die Interaktion mit den Gästen“, meint Viola Livera. „Erst dadurch wird das Stück lebendig.“

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