Ehemalige Heimatvereinsvorsitzende geehrt

Bundesverdienstkreuz für Christine Behrens

Ein besonderer Moment: Landrat Hermann Luttmann heftet Christine Behrens das Bundesverdienstkreuz am Bande an das Revers.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Warm war es, voll war es, denkwürdig war es. Im Mittelpunkt stand eine, die das Rampenlicht eher scheut: Christine Behrens. Ihr überreichte Landrat Hermann Luttmann (CDU) am Freitagnachmittag auf der Meyerhofdiele das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Sie, die in den vergangenen Jahrzehnten dem Heimatmuseum Scheeßel und dem Heimatverein viel gegeben hat, war nun die Beschenkte. Zurecht, wie die Redner unisono fanden. Wenn eine die Auszeichnung verdient habe, dann sie, so der Tenor.

Wahrlich, das Museumsgelände, auf dem die heute 84-Jährige über all die Jahrzehnte ehrenamtlich gewirkt hatte – zunächst als Schriftführerin unter ihrem Mann Friedrich, dem damaligen Vereinsvorsitzenden, später, von 2003 bis 2015, selbst an der Spitze –, es war der beste aller möglichen Orte für die Feierstunde, die vom Duo „Ver(s)sammlung“ sowie den Schulmusikanten unter der Leitung von Freddy Schmidt stimmungsvoll begleitet worden war.

Als Erster ergriff Uwe Wahlers, der amtierende Vorsitzende, das Wort. Seine Laudatio war gespickt mit vielen lobenden Worten für seine Amtsvorgängerin. „Du hast etwas sehr Besonderes geleistet, das Museum und den Verein zu dem gemacht, was beides heute ist: ein gut vernetzter und mit den Abteilungen bestens aufgestellter Verein und ein überregional bekanntes zertifiziertes Heimatmuseum mit hauptamtlicher Führung.“ Verknüpft habe sie ihre persönliche Weiterentwicklung stets auch mit der Weiterentwicklung des Heimatvereins und des Museums. Und ebenfalls der Hinweis, erst sie habe die wissenschaftliche Arbeit in den Verein gebracht, durfte nicht fehlen.

Die große Schar der Gäste belegte die Wertschätzung, die die heutige Ehrenvorsitzende genießt. Zahlreiche Weggefährten waren der Einladung gefolgt, daneben auch Christine-Kai Humrich und Heiko Klee, die Vorsitzenden beider Scheeßeler Trachtenvereine, Sparkassendirektor Jürgen Lange, Pastorin Gunda Handrich – und natürlich Katrin, Elisabeth und Reinhard Behrens, ihre drei Kinder mitsamt deren Familien im Schlepptau.

Und der Landrat? Der hatte es sich trotz vollen Terminkalenders nicht nehmen lassen, Behrens die Auszeichnung, welche vom heimischen Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil (SPD) angeschoben und offenbar sehr gut begründet worden war, persönlich an das Revers zu heften. „Unsere Gesellschaft braucht das ehrenamtliche Engagement – gerade heutzutage“, verkündete Luttmann. Als Heimatvereinsvorsitzende und Leiterin des Kunstgewerbehauses auf dem Meyerhof sei die Geehrte zu einer der prägenden Figuren des kulturellen Gemeindelebens aufgestiegen. Mit Ausstellungen und Führungen habe sie Gästen die Geschichte und das überlieferte Brauchtum des Beeke-Ortes näher gebrach. Auch habe sich Behrens um die Wahrung des Andenkens der heimischen Künstler Ernst Müller-Scheeßel und Heinz Fehling verdient gemacht. Er zitierte aus einer Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, wonach Ehrenamtliche im Durchschnitt täglich zwei Stunden und sieben Minuten für ihr Engagement aufbringen würden. „Da haben Sie deutlich mehr ihrer Freizeit geopfert – für die Heimatpflege, für die Tradition und für die Kultur in Scheeßel.“ So sagte es der Landrat und schritt alsbald zu Tat.

Der Fluss der Worte riss danach allerdings keineswegs ab. So trat auch Scheeßels stellvertretender Bürgermeister Wolfgang Bassen, stilecht in Tracht gekleidet, an das Rednerpult, um Behrens im Namen der Gemeinde zu gratulieren. „Danke, was Du geleistet und für die Nachwelt geschaffen hast“, wandte er sich an die sichtlich gerührte Geehrte, der es am Ende selbst überlassen war, ein paar Worte an die Gäste zu richten.

Ja, sie blicke mit ein bisschen Stolz auf ihr Lebenswerk zurück, sagte Christine Behrens, hob aber auch hervor, dass die Ehrung nicht nur sie betreffe, „sondern alle, die den Verein vorangebracht haben“. Was gemeinschaftlich geschaffen worden sei, das gäbe es in Niedersachsen kein zweites Mal.

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