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Das Scheeßeler Melkhus startet zuversichtlich in die Saison

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Sabine Bassen vor ihrem Melkus
Für Sabine Bassen ist es die Ruhe vor dem Sturm: Heute öffnet das Melkhus in Scheeßel. © Rathjen

Am Samstag öffnen wieder die Melkhüs. Wie genau die Vorbereitungen und Erwartungen für die neue Saison aussehen, verrät Sabine Bassen aus Scheeßel.

Scheeßel – Wo bald die Kühlung summt, herrscht noch Stille. Wo die Gäste ihre Sitzmöglichkeiten haben werden, liegen noch Sitzpolster für die davorstehenden Bänke. Die sonst mit Gläsern und Tassen gefüllten Schränke stehen noch leer und inmitten des Hofes steht ein Anhänger voller Strohballen, die zu einer großen Spielburg gebaut werden und somit eine große Attraktivität entstehen lassen.

All diese Anzeichen lassen darauf schließen, dass die Vorbereitungen laufen und pünktlich zur Eröffnung abgeschlossen werden. „Das Melkhus erwacht so langsam aus dem Winterschlaf, den es seit Oktober vergangenen Jahres pflegt“, sagt Besitzerin Sabine Bassen. Heute macht die Landwirtin aus Scheeßel auf.

„Bis zum Start wird jetzt alles einmal gereinigt, gepflegt und ordentlich präsentiert“, so Bassen weiter, es gehe schließlich darum, dass der Besucher eine ordentliche, nette Gestaltung erlebt. Gerade die Aktivitäten für Kinder sind der Betreiberin besonders wichtig: „Wir bauen jedes Jahr eine Strohburg auf – die ist vor allem für die Kinder, aber auch Ältere haben ihren Spaß dort“, so Bassen lachend.

Hof soll attraktiv für Besucher sein

Warum sich die Scheeßelerin dazu entschieden hat, ein Melkhus zu betreiben, weiß sie noch ganz genau: „Wir besaßen zu dem damaligen Zeitpunkt bereits einen kleinen Hofladen und wollten den Hof für Besucher noch attraktiver machen. Dann kam zudem die Gemeinde auf uns zu, alles verlief relativ schnell. Von den ersten Gesprächen bis zum Beschluss hat es gerade einmal etwa einen Monat gedauert.“

Auch wenn der am Finteler Weg gelegene Bauernhof der Familie Bassen seinen Fokus auf die Schweinehaltung legt, ist dies nicht abhängig davon, ob man ein Melkhus auf dem Hof besitzt oder nicht. Laut Bassen gehe es nicht darum, um was für einen Betrieb es sich handelt, sondern es soll ein landwirtschaftlicher Vollerwerbsbetrieb erforderlich sein, um ein Melkhus zu betrieben. Allerdings gibt es dort Abweichungen. „Wer Lust hat, sich zu informieren, der sollte sich am besten an den Touristikverband Landkreis Rotenburg wenden“, meint die Betreiberin.

Ganz wichtig sei es jedoch beim Betrieb eines Melkhus die richtige Motivation zu besitzen. Bassen betont hierbei, dass sie und die anderen Melkhüs-Frauen im Kreis die Raststätte eher als ein Hobby betreiben, um den Kontakt zu den Leuten zu suchen, Gespräche zu führen und vieles Weitere. Wer ein Melkhus mit der Motivation führt, möglichst viel Gewinn zu erzielen, komme ihren Worten nach nicht weit: „Wer nur auf Gewinn anstatt auf Kontakt mit Menschen aus ist, der kann es gleich sein lassen“. Und der Kontakt mit den Menschen komme nicht zu kurz. Ein Melkhus böte stets eine Anlaufstelle und einen Treffpunkt für Gruppen.

In den Ferien ist weniger los

„Wir haben auch Gruppen, die uns besuchen, allerdings war dies in den vergangenen Jahren leider nicht so möglich wie normalerweise“, klärt Bassen auf. Trotzdem waren die Jahre 2020 und 2021 trotz des späteren Beginns mit die stärksten. „Die Leute sind zuhause geblieben, haben sich regional bewegt und viele Leute halten hier einfach an, gerade aufgrund des anliegenden Wanderweges.“

Dieses Jahr, so vermutet sie, wird die Besucherzahl allerdings etwas zurückgehen. „Es liegt nicht an den Produkten oder Preisen, sondern daran, dass die Leute wieder verreisen – in den Ferien ist daher meist tote Hose“. Die Einkäufe für die neue Saison laufen ebenfalls auf Hochtouren, jedes Melkus bietet individuelle Produkte an. Was bei allen identisch ist, sind die Rohprodukte in Form von Milch und Buttermilch, bei den anderen Waren besitzen Bassen und die weiteren Melkhusbesitzerinnen vollständige Freiheit. „Äußerlich sind alle Melkhüs-Häuser gleich, die gleiche Farbe, gleiche Fenster, das identische Dach – aber der Kern, das Innere, das ist bei jedem einzelnen verschieden“, betont die Scheeßelerin.

Doch geht auch die aktuelle Situation im Bezug auf den Mangel an Rohstoffen sowie die steigenden Preise nicht an den kleinen grünen Häusern vorbei. „Wir mussten dieses Jahr erstmals seit 2014 unsere Preise anziehen, allerdings bleibt uns nichts anderes übrig, daher denke ich, dass dies nachvollziehbar ist“, betont die Bäuerin. Für diese Saison erhofft sich Sabine Bassen viele nette Gäste und gutes Wetter, denn bei Regen seien weniger Leute unterwegs. Die Eigentümerin betont: „Ein Melkhus steht und fällt mit dem Wetter“.

von Jannes Rathjen

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