Gemeinde weist bei Einwohnerzahl dank Bauboom und Flüchtlingszuwanderung deutliches Plus auf

Scheeßel im Aufwärtstrend

Scheeßel wächst – innerhalb eines Jahres ist die Einwohnerzahl im Kernort um 170 Menschen gestiegen. - Foto: hey

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Eines steht fest: die Gemeinde Scheeßel wächst. Oder besser gesagt: die Zahl ihrer Einwohner. Exakt 12 960 mit Hauptwohnsitz gemeldete Menschen sind es nach eigener kommunaler Fortschreibung. 142 mehr als noch im vorherigen Erhebungszeitraum. Dabei hat nicht nur die Zuwanderung von Flüchtlingen eine entscheidende Rolle gespielt.

Die Einwohnerzahlen der Einheitsgemeinde, sie kamen in den vergangenen Jahren einer Berg- und Talfahrt gleich. Mal gab es ein leichtes Minus, mal ein leichtes Plus. Angesichts der jüngsten Entwicklung will Käthe Dittmer-Scheele nun aber einen allgemeinen Aufwärtstrend erkannt haben – und das vor allem aus einem Grund: „Insbesondere die Entwicklung der neuen Baugebiete sorgt für mehr Einwohner“, stellt die Bürgermeisterin erfreut fest. Wegen niedriger Zinssätze sei es eben attraktiv, zu bauen oder ein Eigenheim zu kaufen. Die Gemeinde habe mit ihren drei großen Baugebieten (Vor dem Varel I und II sowie Heinz-Fehling-Straße) rechtzeitig auf eine derartige Nachfrage reagiert. Und auch private Angebote seien am Markt, was neben der Veräußerung älterer Häuser auch die derzeit zahlreich im Bau befindlichen Gebäude mit mehreren Wohneinheiten belegen würden. So habe der Kernort nicht zuletzt mit seinem eng vernetzten Bildungsangebot – Stichwort Scheeßeler Bildungsweg – gerade für junge Familien wieder an Attraktivität als Wohngegend gewonnen. Und der Strom weiterer potenzieller Neubürger reißt nicht ab.

„Unser Verkauf von Bauland läuft so gut, dass wir seit längerem mit Nachdruck an der Entwicklung neuer Gebiete im Kernort und in den Dörfern arbeiten“, so Dittmer-Scheele. Dafür nötige Haushaltsmittel wolle sie dem Rat im Planentwurf für das kommende Jahr vorschlagen. Dabei seien es gerade die Ortschaften, die der Bürgermeisterin Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Immerhin würden immissionsrechtliche Bauvorschriften dafür verantwortlich sein, dass neue Baugebiete dort gar nicht oder nur sehr eingeschränkt entwickelt werden könnten. Zudem sei es oft fraglich, ob Eigentümer geeigneter Flächen diese überhaupt verkaufen wollen. „Unser Ziel ist es auf jeden Fall, denjenigen, die in ihren Heimatdörfern bleiben möchten, Arbeit in der Nähe haben und bauen wollen, dies auch zu ermöglichen“, sagt die Gemeindechefin. Immerhin: In den kommenden Jahren würden in den Ortschaften verstärkt Altimmobilien auf den auf den Markt kommen – „eine Entwicklung, die im Kernort Scheeßel gerade an verschiedenen Stellen gut zu beobachten ist“.

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