Blind für die Behälter

Ärger um Hundehaufen im öffentlichen Raum reißt nicht ab

+
Mehrere Hundekot-Behälter sind in Scheeßel aufgestellt – nur werden die nicht von allen Haltern genutzt.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Wer kennt dieses Ärgernis nicht: Man geht spazieren, guckt nicht, wo man hintritt und, zack, schon ist es passiert. Hundekot klebt unterm Schuh. In Scheeßel sind die zahlreichen Hinterlassenschaften von Vierbeinern seit Jahren ein Problem, das nicht wenigen stinkt – und das, obwohl die Gemeindeverwaltung spezielle Behälter mit Kotbeuteln und Mülleimern schon seit geraumer Zeit vorhält.

954 Hunde sind gegenwärtig im Kernort und in den Ortschaften gemeldet. Das ist die eine Tatsache. Eine andere sind die sich bückenden Halter. Mit der Tüte über die Hand gezogen nehmen Frauchen oder Herrchen die Hinterlassenschaften ihres liebsten Vierbeiners auf. Üblicherweise. Ein Kreis Unverbesserlicher schert sich aber anscheinend einen Dreck um den Dreck, den Fiffi, Bello und Co. auf öffentlichen Flächen hinterlassen. So kommt es immer wieder vor, dass nichts ahnende Fußgänger in einen stinkenden Haufen treten.

Ein Beispiel: der Helvesieker Weg. Der dortige Grünstreifen vor dem Sportplatz verwandelt sich regelmäßig in ein Tretminenfeld. Der Rasen zwischen dem Gehweg vor den Parkplätzen und dem Zaun ist übersät mit Hundekot. Im Rathaus hat man reagiert, an Ort und Stelle schon vor Jahren eine entsprechende Box platziert. Die beinhaltet, wie die 13 anderen inzwischen im Gemeindegebiet aufgestellten Behälter auch, einen Tütenspender und ist im Prinzip idiotensicher zu bedienen: Rausziehen, über die Hand stülpen, den Haufen eintüten und in den integrierten Mülleimer werfen – so ist es jedenfalls vorgesehen.

Tretminen, wie hier im Rathauspark, sind im Ortsbild keine Seltenheit.

Das Problem mit den tierischen Hinterlassenschaften treibt die Verwaltung zusehends um, wie Frank Thies, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Soziales, deutlich macht: „Es ist leider ein Thema geworden, was in einigen Bereichen schon eklig geworden ist.“

Selbst mitten auf den breitesten Bürgersteigen blieben die Kothaufen liegen. Die Verschmutzung sei eine Zumutung für andere Hundehalter, alle Bürger ohne Hund und ganz besonders für die Bauhofmitarbeiter der Gemeinde, die die Grünanlagen säuberten.

Den Haufen nicht zu entfernen, sei Thies‘ Auskunft nach eine Ordnungswidrigkeit, die unter „ungenehmigte Abfallentsorgung“ falle, wie es im Fachjargon heißt. Wer erwischt wird, müsse ein Verwarngeld von bis zu 35 Euro zahlen. Er und sein Team könnten aber nur tätig werden, wenn der Verursacher bekannt sei. „Das war bisher aber noch nie der Fall, da eine umfassende Präsenz vor Ort nicht möglich ist.“ 

Zwar würden wegen den unappetitlichen Haufen immer mal wieder Beschwerden im Rathaus eingehen, „im Nachhinein ist es aber schwierig, die Verstöße ahnden“. Am besten sei das Problem ohnehin in den Griff zu bekommen, wenn die Allgemeinheit unbelehrbaren Hundehaltern zu verstehen gibt, dass ihr Verhalten nicht geduldet wird, glaubt der Verwaltungsmann.

Demnächst sollen in Scheeßel weitere zwei Hundekot-Boxen aufgestellt werden. Einem älteren Herrn, der gerade mit seinem Vierbeiner durch den Rathauspark Gassi geht, ist das aber zu wenig: „Eigentlich müssten hier sehr viel mehr hin!“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Citroën Berlingo: Meister der Möglichkeiten

Citroën Berlingo: Meister der Möglichkeiten

USA schieben früheren Nazi-Kollaborateur nach Deutschland ab

USA schieben früheren Nazi-Kollaborateur nach Deutschland ab

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Meistgelesene Artikel

Maisfeldfete ein großer Erolg

Maisfeldfete ein großer Erolg

Erfolgsgeschichte: Rotenburg kommt beim Stadtradeln auf Platz eins

Erfolgsgeschichte: Rotenburg kommt beim Stadtradeln auf Platz eins

Bötersener Dorfladen: 104 Gesellschafter im ersten Anlauf

Bötersener Dorfladen: 104 Gesellschafter im ersten Anlauf

Jungen Kettenburger Familien fehlen die Bauplätze

Jungen Kettenburger Familien fehlen die Bauplätze

Kommentare