Original Scheeßeler Trachtengruppe zeigt richtiges Dengeln und Mähen mit dem Ur-Rasenmäher

Scharf auf traditionelles Sensen

Mähen wie zu Opas Zeiten: Locker und mit Schwung muss man eine Sense führen. Für Anfänger ist das gar nicht so leicht. - Fotos: Diercks

Scheeßel - Von Bettina Diercks. „Mäh’ Dir nicht die Beine ab“, hieß es früher immer dann, wenn eines der Dorfkinder neugierig zur Sense griff. Dennoch ließen die Alten den Nachwuchs gewähren – froh, dass sie Interesse am Handwerk zeigen. Gleiches gilt für die Original Scheeßeler Trachtengruppe. Erstmals hatten die Brauchtumspfleger einen Sensen-Workshop angeboten.

Die Resonanz war groß. Die Teilnehmerzahl war allerdings auf zehn begrenzt. „Mehr sind nicht zu schaffen“, meint Vereinsvorsitzender Heiko Klee. Schließlich sollen ja alle nach der Einführung mit dem Sensen beschäftigt sein. Dafür hatte die Familie Bassen vom Finteler Weg extra aufs Rasenmähen verzichtet.

Die andere Seite ist der Sicherheitsaspekt. Darauf geht Klee als erstes ein. Eine Steilvorlage liefert einer der Teilnehmer. Er ist mit dem Rad angereist, die eigene Sense dabei, das Sensenblatt aber ungesichert und nicht verpackt. Beim Anhalten stellt er sein Gerät einfach mit dem Blatt auf den Boden, die scharfe Sichelkante nach oben. „Das ist das klassische Beispiel. Ruckzuck tritt man beim Absteigen da rein“, mahnt Klee. Das Arbeitsgerät sei eine Waffe. Nicht umsonst raffe der als Sensenmann bezeichnete Tod in der personifizierten Allegorie die Menschheit mit der Sense hin. Nach den technischen Details der Sense zeigt der Vereinschef, wie das Mähen mit der Sense geht. „Immer schön auf dem Boden lang mit dem Sensenblatt“, fordert er seine Schüler auf, die in gebückter Haltung ihre ersten Schritte machen. 180 Grad sollten bei jedem Schwung drin sein. „Ihr merkt, wie anstrengend das ist. Geld verdienen möchte ich damit nicht.“ Während Klee mit einem Vereinskollegen immer wieder helfend und erklärend den Teilnehmern unter die Arme greift, widmet sich Herbert Tödter dem Dengeln und Schärfen der mitgebrachten Sensen.

Nachdem die ersten Grasflächen geschafft sind, gibt es zunächst einmal ein Frühstück im Melkhus. Danach lernen auch die Teilnehmer, wie sie ihre Sense scharf halten.

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