Sascha Adam und Frank Holten führen mobile Schadstoffsammlung durch

Unterwegs für die Umwelt

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Schadstoffe zu entsorgen, ist seit 15 Jahren das Metier von Frank Holten (l.) und Sascha Adam.

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Ölfarben, Unkrautvernichter, Lösungsmittel – Sascha Adam und Frank Holten haben in ihrem Alltag mit schädlichem Müll zu tun. Ihr Job ist es, die Problemstoffe, aber auch Elektroschrott sicher zu entsorgen. So wie am Montag, als sie in Scheeßel mit ihrem Schadstoffmobil unterwegs waren.

Die schädlichen Stoffe sind im Kofferraum eines Autos in Kisten verstaut. Es handelt sich um Lacke, Lösungsmittel und Ölfarben. Die chemischen Warnzeichen für ätzende und entzündbare Substanzen stehen auf den Kanistern. „Mein Onkel war noch nicht mal Maler, ich kann gar nicht verstehen, wozu er das alles gebraucht hat“, sagt ein Mann, der die Behälter loswerden will – beim Schadstoffmobil, das nahe des Scheeßeler Beeke-Bades am Helvesieker Weg geparkt ist.

Der Sondermüll jenes Mannes sei ein beispielhafter Fall, erklärt Frank Holten. Gemeinsam mit seinem Kollegen Sascha Adam ist er heute aus Hamburg in den Beeke-Ort gekommen. Dort hat ihre Firma, das Wischhafener Unternehmen Karl Meyer Umweltdienst, eine Niederlassung. „Wenn Verwandte sterben, entdecken ihre Angehörigen oft Unmengen Farbe und andere Chemikalien, die sie zu entsorgen haben“, sagt Holsten in bestem Hamburger Dialekt.

Müll zu entsorgen, das ist seit rund 20 Jahren ihr Metier – Anfangs ausschließlich als Fahrer, später dann als Verantwortliche für das Schadstoffmobil. „Generell darf man nicht in bestehende Ökosysteme eingreifen, also beispielsweise weder Lacke noch Farben oder dergleichen in Gewässer schütten, sondern sie sind entsprechend zu entsorgen“, erläutert Sascha Adam den Sinn und Zwecks des Mobils. Immerhin könnten die Chemikalien Organismen in der Natur schaden und Lebensräume verändern.

Und sein Kompagnon ergänzt: „Die Auflagen, Müll zu sortieren, haben zugenommen.“ Genau daher brauche man auch flächendeckende Möglichkeiten – wie eben das Schadstoffmobil. Der Bürger solle es dabei möglichst einfach haben. Viermal im Jahr fährt der Lastwagen die Kommunen im Landkreis ab. Nach Scheeßel stehen in den kommenden Tagen noch ein Dutzend weitere Städte und Gemeinden auf dem Tourenplan der Experten. Dort können die Bürger dann fast alles abgeben, was nicht in die Restmülltonne gehört: Abbeizer, Batterien, Farben, Lacke, Fotochemikalien, Holzschutzmittel, Reste von Klebern, Lösungsmittel und Pflanzenschutzmittel sowie Säuren und Laugen.

Die beiden Profis in dem Mobil bestimmen die Schadstoffe und sichern sie in den jeweils dafür vorgesehenen Behältern. Auch Elektrogeräte landen in einem entsprechenden Sondercontainer. Anschließend gelangt das Transportgut wieder nach Hamburg, wo es zunächst zwischengelagert wird, um in einer Verbrennungsanlage anschließend thermisch zu vernichten – Altöl ausgeschlossen. „Unser Service im Auftrag des Landkreises wird wirklich dankbar angenommen“, so Frank Holten. „Zumal die Deutschen äußerst sammelwütig sind und deswegen Stoffe kistenweise bei uns anschleppen.“ Nur Wandfarben nimmt das Team in seinen orangefarbenen Anzügen nicht an – wie eine Frau gerade feststellt und mit ihrem gefüllten Behälter wieder nach Hause fahren muss. „Die können nämlich einfach über den Hausmüll entsorgt werden“, klärt Holten auf.

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