Sanierungsarbeiten am Vahlder Weg haben begonnen

Pumpwerk bekommt neuen Schwung

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Gemeindevertreter Tim von Elling (l.) und Marcus de Vries, Betriebsleiter der Scheeßeler Kläranlage, machen sich vom Baufortschritt ein Bild. 

Scheeßel - Dienstagvormittag am Vahlder Weg. Verwundert hält eine Passantin, die gerade ihre Einkäufe erledigen will, inne. „Hier ist doch erst alles neu gemacht worden“, sagt sie und blickt auf die aufgebrochene Bodendecke, um die ein Bagger kreist. Tatsächlich ist der Vahlder Weg wieder fest in den Händen der Bauarbeiter.

Seit Anfang der Woche gehen sie in Höhe des Edeka-Marktes zu Werke. Denn was kaum einer weiß: Im Erdreich, knapp 5,40 Meter unter der Oberfläche, verbirgt sich an Ort und Stelle Scheeßels wichtigstes Pumpwerk. „Hier fließt gut die Hälfte der Abwässer aller Scheeßeler Haushalte zusammen“, erklärt Tim von Elling vom Bau- und Planungsamt der Gemeinde. Das Pumpwerk sorgt nämlich dafür, dass das Schmutzwasser über die Bremer Straße/Ecke Zevener Straße auch tatsächlich zur Kläranlage gelangt.

„Abwasser fließt im Freigefälle“, erklärt deren Marcus de Vries. Das heißt: Anders als Frischwasser, das durch die Leitungen in den heimischen Wasserhahn gepumpt wird, muss das Abwasser den Weg ins Klärwerk in weiten Teilen aus eigener Kraft zurücklegen. Die Abwasserrohre sind abschüssig verlegt, so dass sie ihre Inhalte schlicht mit der Kraft des Gefälles transportieren. „Allerdings ist es hier flach wie eine Flunder“, sagt de Vries. Viel Gefälle gibt es nicht. Deshalb müssen hier, wie auch andernorts im Gemeindegebiet Pumpwerke das Abwasser immer wieder in die Höhe befördern, damit es bis zur nächsten Station weiterfließen kann. Rund 52 dieser Werke, die das Schmutzwasser „anschubsen“ gibt es in Scheeßel und auf den Ortschaften. Seit dem Jahr 1972 gibt es das Werk im Vahlder Weg. Mehrere Male sei es mit neuen Pumpen ausgestattet worden, sagt von Elling.

Aufgrund von Verschleißerscheinungen im Betonschacht – Abwasser greife seinen Worten nach auf Dauer das Material an – sieht sich die Gemeinde nun gezwungen, diesen zu sanieren. Rund 130 000 Euro lässt sie sich das Projekt, das nach drei Wochen abgeschlossen sein soll, kosten. „Damit wir nicht so tief buddeln müssen, gehen wir im Schacht-im-Schacht-Verfahren vor“, so der Rathausmitarbeiter. Konkret heißt das: In das vorhandene Betonkonstrukt wird in einem Stück ein neuer Schacht eingesetzt, als nächste Etappe sollen die Anschlüsse wieder hergestellt werden. „Dann wird der Ring vergossen, und einen neuen Schaltschrank gibt es auch noch“, so von Elling. 

lw

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