Scheeßeler eröffnet mit „Klemmsteinbude“ Online-Shop für Lego & Co.

Sammlerstücke aus Kunststoff

Cedric Oswald
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Einen Teil der Modelle baut Cedric Oswald selbst auf.

Lego ist nur was für Kinder und deren gestresste Eltern? Cedric Oswald widerspricht vehement. Er hat seine alte Leidenschaft wieder entdeckt.

Scheeßel – Früher ließ Cedric Oswald eigene Wunderwelten aus bunten Legosteinen im Kinderzimmer entstehen, heute hat er seine Leidenschaft von einst zum Nebenerwerb gemacht: vor einigen Wochen gründete der Scheeßeler den Online-Shop „Klemmsteinbude.“ Derzeit finden sich unter www.klemmsteinbude.de rund 100 Produkte in seinem Sortiment, fast täglich werden es mehr. Lego & Co. sind im Trend – nicht erst seit Corona, aber in Zeiten des Lockdowns verstärkt.

Auch er selbst fand erst vor gut einem Jahr wieder zurück zur Leidenschaft der „Klemmbausteine“, wie man die Noppensteine unterschiedlicher Anbieter korrekterweise nennt, bis der Rechtsstreit entschieden ist und „Legostein“ vielleicht irgendwann als Gattungsbegriff wie Tesarolle oder Tempotuch verwendet werden darf. Nachdem Oswald schon als Sechsjähriger mit einer Unzahl damals noch schlichter Steine und Platten riesige kreative Welten erschaffen hatte, geriet das Hobby in der Jugend in Vergessenheit, die Steine wurden von der Mutter auf dem Flohmarkt verkauft.

1.000 Steine für die Tower Bridge

Erst vor einem Jahr sah er sich ein vorgeschlagenes Youtube-Video an und stellte fest, wie viel sich inzwischen in diesem Bereich getan hatte: „Das ist überhaupt nicht mehr mit früher vergleichbar.“ Seit der Legalisierung von Klemmbausteinen anderer Anbieter Anfang der 2000er-Jahre – Plagiate kommen ihm nicht in den Shop – hat sich ein knappes Dutzend größerer Hersteller auf Modelle mit den bunten Noppensteinen spezialisiert. „Das geht schon in Richtung Modellbau“, weiß Oswald. Dabei würden ganz unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt: Ein polnischer Hersteller hat sich auf Militärfahrzeuge und andere Autos spezialisiert, ein anderer auf Architektur. Für die Londoner Tower Bridge mit mehr als 1. 000 Steinen hat er rund zweieinhalb Stunden gebraucht – „bei Stress kann man so wunderbar abschalten“, meint die Fachkraft für Lagerlogistik. Allerdings sei dieser Bausatz vornehmlich für Profis mit entsprechendem räumlichen Vorstellungsvermögen geeignet, „die Anleitung ist nämlich sehr kurz“.

Die große Freiheitsstatue hat ihren festen Platz im Wohnzimmer. Alle anderen Modelle, vom Trabi über die ein Meter große Rakete über Lizenzprodukte wie das Geisterjägermobil zum Kultfilm „Ghostbusters“ oder ein Baumhaus zur Netflix-Serie „Stranger Things“ stapeln sich in Oswalds Büro. In den Regalen steht in Kartons verpackte Verkaufsware – wenn der 33-Jährige Modelle aufbaut, dann meist, um sie fotografisch für seinen Shop in Szene zu setzen. „Viele Käufer wollen die Modelle nicht nur im Karton, sondern aufgebaut sehen“, weiß er.

Freundin hilft beim Fotoshooting

Einige Käufer schicken ihm sogar Fotos, die zeigen, wo das Modell in den von ihnen gebauten Modellbauwelten einen Platz gefunden hat, anderen käme es mehr aufs Sammeln an. Bei ihm selbst besteht die Faszination aus beidem, „vielleicht ein bisschen mehr aus dem Bauen als dem Sammeln“.

Freundin Michelle Schönteich hat nichts gegen das Hobby, das längst aus der Nische heraus ist, nur Kindern oder Eltern vorbehalten zu sein. Ganz im Gegenteil: Beim Wochenend-Fotoshooting eines Klemmstein-Bootes watete sie mit Gummistiefeln in die Oste, um das Modell in einer Stromschnelle richtig in Szene zu setzen. Wenn die Zeit es zulässt, hilft sie beim Bespielen des Instagram-Accounts. Der hat sich für Oswald als ideales Medium zum Präsentieren seiner Neuheiten erwiesen: Nette Community, nette Leute. Rückmeldungen von Kunden und Interessenten sind ausdrücklich erwünscht: „So bekomme ich im direkten Kontakt mit, was ich noch verbessern kann oder was an Produkten gewünscht wird. Fast jeden Tag gibt es Neuheiten, da heißt es schnell sein, wenn man mit gefragten Artikeln beliefert werden möchte.“

Zwangspause im Suezkanal

Bestellt wird, was ihm persönlich gefällt, aber auch, was der Markt verlangt. Dabei sei es nicht schwer, im Internet ein Gespür dafür zu bekommen, welche Modelle Verkaufsschlager werden könnten: Die Szene ist in Foren gut vernetzt, die einschlägigen Seiten verfolgt er genau, ebenso wie die entsprechenden Blogger auf Youtube oder Twitch.

Für die Zukunft hat der Scheeßeler noch viel vor. Zunächst einmal wartet er mit Spannung auf die kommenden Neuerscheinungen. Einige seien im Zuge der Blockade im Suezkanal vorerst auf der Strecke geblieben.

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