Ausstellung „Form trifft Farbe“ im Kunstgewerbehaus / Freitag Vernissage

Saisonstart an der frischen Luft

Form trifft Farbe: Maggie Luitjens (l.) und Ragna Reusch vor ihren Werken. 
Foto: Ujen
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Form trifft Farbe: Maggie Luitjens (l.) und Ragna Reusch vor ihren Werken. Foto: Ujen

Scheeßel – Unverkennbare Euphorie strahlt das Team aus, das sich mittags vor dem Kunstgewerbehaus auf dem Scheeßeler Meyerhof versammelt hat – die Ausstellung „Form trifft auf Farbe“ der Künstlerinnen Maggie Luitjens und Ragna Reusch ist fertig aufgebaut, und „alles passt so fantastisch zusammen, wie ich es mir vorgestellt habe“, sagt Kuratorin Birgit Ricke. Nach zwei abgesagten Werkschauen freuen sich die Verantwortlichen des Heimatvereins Scheeßel nunmehr, dass es jetzt endlich wieder losgeht.

Die durch die Corona-Pandemie erforderlichen Vorkehrungen mit Hygienevorschriften und Sicherheitsabständen werden kreativ in eine Open-Air-Vernissage mit Eventcharakter umgewandelt: Man nimmt mit bis zu fünf Personen an Bierzeltgarnituren auf dem schattigen Meyerhof-Freigelände Platz und lässt sich zunächst von der Bildhauerin Ragna Reusch aus Ahausen unmittelbar vor Ort per Kettensäge demonstrieren, wie ihre Kunst aus einem Eichenstamm entsteht. Nach einer Einführung durch den Scheeßeler Kulturfreund Klaus Witte geht es in kleinen Gruppen bis zu fünf Personen ins Kunsthandwerkerhaus, wo sich die anwesenden Künstlerinnen schon jetzt auf möglichst viele Gespräche mit den Besuchern freuen. „Gerade diese persönlichen Begegnungen versprechen ein ganz intensives Kunsterlebnis“, ist sich Ricke sicher.

Luitjens und Reusch – beide in Bremen diplomierte Künstlerinnen – sind glücklich über die Doppelausstellung, die den Titel „Form trifft Farbe“ trägt: „Unsere Kunst nimmt sich nichts, sie ergänzt sich einfach wunderbar“. Die Bilder der Bremerin Luitjens sind klar und sinnlich, abstrakt und trotzdem erkennbar. Luitjens spielt mit dem Material. Die Setzung der kräftigen Farben sowie des Lichts und die innere Leuchtkraft der Pigmente verleihen den Bildern ihren magischen Reiz. Die Künstlerin arbeitet mit Materialien wie Sand, Schelllack, Acryl und Asphaltlack. Aus diesen Mischungen entfalten sich feine, ästhetische Strukturen in ihren Werken. Durch ein Wechselspiel aus Erhebungen, Vertiefungen, Symbolen und Schriften erwachen die Bilder zum Leben.

Dass Ragna Reusch souverän mit der Kettensäge umgehen kann, ist zunächst nicht offensichtlich, wenn man ihr begegnet – das überholte Bild, dass sich nur „Mannweiber“ an diese Kunstform herantrauen, widerlegt die durch ihre Statur und Lockenpracht sehr weiblich wirkende Künstlerin dann auch sofort: „Ich war immer schon handwerklich sehr geschickt, habe sogar als Kind vor meinem Bruder einen Wettbewerb und somit zum Glück keine Puppe, sondern einen Handwerkskasten gewonnen.“ Dieses Geschick setzt die Ahauserin nunmehr in Skulpturen vom Zahnstocher bis hin zu großen Formaten um: Aus bevorzugt Eiche sägt sie rau ihre dynamisch skurrilen, oft voluminösen Damen. Teilweise aufgetragene kräftige Farben und die würzige Struktur der Eiche setzen Akzente und verdeutlichen die Präsenz der Bewegung. Auf zumeist roten Pumps stehen sie selbstbestimmt im Leben.

Beide Künstlerinnen sowie das Team des Heimatvereins laden alle Interessierten für Freitag ab 18.30 Uhr zu diesem kostenlosen Event auf das Meyerhofgelände ein. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Ausstellung wird noch bis zum 2. August immer samstags und sonntags zu sehen sein.  uj

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