Saalkonzert am Klavier

Winterhalter/Paulitsch: Unglaubliche Präzision mit vier Händen

Andreas Winterhalter (l.) und Peter Paulitsch boten im Harmshaus ein Klavierkonzert der Superlative – vierhändig.

Scheeßel - Das Klavierspiel zu vier Händen ist eine ganz besondere Kunst. Nicht allein die musikalische Gleichstimmung der Partner ist von größter Bedeutung, sondern auch die Notwendigkeit, sich auf teilweise engstem Raum eine Klaviatur zu teilen, stellt höchste Anforderungen an die Spieler.

Andreas Winterhalter, Scheeßels Kirchenmusiker, und Peter Paulitsch, ehemaliger Leiter der Kreismusikschule in Rotenburg, sind Meister in dieser Kunst. Für das siebte Saalkonzert der St.-Lucas-Kirchengemeinde hatten sich die beiden zusammengetan, um Großes auf dem Klavier hörbar zu machen. Das Zusammenspiel vor ausverkauftem Haus war jedenfalls von glasklarer Präzision.

Das Programm eröffnete das Duo mit dem ersten Satz der g-Moll-Sinfonie Nr. 40 von Wolfgang Amadeus Mozart in einer Übertragung für Klavier zu vier Händen des Niederländers Jan Brantds-Buys. Schon da vermochten Winterhalter und Paulitsch mit der Leichtigkeit der Darstellung der mozartschen Musik zu überraschen, indem sie die unterschiedlichen Charaktere der Instrumente, etwa das leichte Meckern der Holzbläser gegen Ende des Satzes, hervorhoben.

Ganz im Stile Mozarts präsentierten die Künstler die kleine aber feine Sonate in F-Dur des jüngsten Bach-Sohnes, Johann Christian. Brilliant vermochten sie es, die verspielten Figuren und Themen des zweisätzigen Werkes herauszuarbeiten. Mehr noch, die Spielfreude stand ihnen geradezu ins Gesicht geschrieben.

„Petite Suite“ als bisheriger Höhepunkt

Als vorläufiger Höhepunkt unter den rund 50 Konzertbesuchern galt Claude Debussys „Petite Suite“. Unkomplizierte Melodien mit einer erweiterten, aber stets fasslichen Harmonik ließen Gänsehaut aufkommen.

Nach einer kurzen Pause frisch gestärkt, machten sich Interpreten wie Zuhörer mit Beethovens Schicksalssymphonie, seine Fünfte in c-Moll für zwei Spieler auf einem Klavier von Hugo Ulrich, für einen besonderen Leckerbissen bereit. Auch hier wurden gekonnt Assoziationen an die unterschiedlichen Instrumente des Orchesters herausgestellt. Ein waghalsiges Angehen, ist doch dieses Stück Weltliteratur in aller Ohren. Aber mit Spielwitz und Hingabe gelang es den Interpreten, die Musik Beethovens auf eine Art hörbar zu machen, dass einige Gäste glaubten, die Sinfonie noch nie so klar und deutlich gehört zu haben, wie an diesem himmlischen Konzertabend. 

lw

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