Orts- und Sportgeschichte

RW Scheeßel holt Ausstellung zum 100-jährigen Bestehen nach

Nils Meyer (v.l.) und Birgit Ricke vom Heimatverein sowie Rot-Weiß-Scheeßel-Vertreter Carsten Tietjen und Steffen Lohmann sind zuversichtlich, dass die Jubiläumsausstellung am Freitag endlich starten kann.
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Nils Meyer (v.l.) und Birgit Ricke vom Heimatverein sowie Rot-Weiß-Scheeßel-Vertreter Carsten Tietjen und Steffen Lohmann sind zuversichtlich, dass die Jubiläumsausstellung am Freitag endlich starten kann.

Scheeßel – Zwei Mal wurde die Ausstellung des SV Rot-Weiß Scheeßel zum 100. Bestehen pandemiebedingt verschoben, im dritten Anlauf soll es heute Abend ab 18.30 Uhr endlich klappen mit der Jubiläumsveranstaltung und Eröffnung von „100 + 1 Jahre Fußball in Scheeßel“ auf dem Meyerhofgelände. „Dann mache ich drei Kreuze“, meint Carsten Tietjen, Ende 2019 bei den ersten Vorgesprächen mit dem Heimatverein noch erster Vorsitzender.

Viel Zeit habe man seitdem gehabt, einige der Bilder der vor knapp einem Jahr erschienenen Chronik zu vergrößern, erklärt Steffen Lohmann. Er hat in jahrelanger Arbeit ein Bildarchiv zusammengestellt, das seinesgleichen sucht.

Beim Hängen der Bilder, aber auch Wimpel und historischer Plakate – das älteste, das zum „Fußball-Wettspiel gegen eine britische Soldaten-Elf“ am zweiten Weihnachtsfeiertag einlädt, datiert aus dem Jahr 1945 – habe man festgestellt: „Trotz der Stellwände sind wir am räumlichen Limit“, so Museumsdirektor Nils Meyer.

Denn dass sich ehemalige Spieler, aber auch Gäste aus der Bevölkerung, anhand der Bilder an manches Gesicht und Ereignis erinnern und darüber ins Gespräch kommen, ist die Hoffnung der Veranstalter. Das hat Tietjen beim 90. Vereinsgeburtstag mächtig Eindruck gemacht: „Da saß die Pokalmannschaft von 1962 noch lange zusammen und hat Erinnerungen ausgetauscht.“ Das, so hofft er, könnte heute passieren: Neben einiger Politprominenz, darunter Eike Holsten und Lars Klingbeil, sind doch einige Zeitzeugen geladen, die in mehreren Runden ins Gespräch kommen sollen, darunter Norbert Lessle, Matthias Scherz, Georg Mischke und Stephan Lüdemann. Darüber hinaus kommen mit dem Präsidenten und Vorsitzenden des Niedersächsischen Fußballverbands und dem Vorsitzenden der KSB Rotenburg auch Funktionäre zu Wort, musikalisch umrahmt von der Band „Turbulenzen“.

Einen „Blick von außen“ bringen mit Meyer und Kunstgewerbehaus-Chefin Birgit Ricke als Vertreter des mitveranstaltenden Heimatvereins ein. Sie achteten darauf, dass neben Mannschaftsfotos auch allgemeinere Aufnahmen der Sporthistorie des Beeke-Ortes Einzug in die Ausstellung fanden. „Beeindruckend, wie viel Publikum der Verein auch früher schon angezogen hat“, befindet Meyer, der sich vor allem für die Bilder vor dem Zweiten Weltkrieg begeistert – den Blick auf das damals noch unverbaute Heimathaus oder die Anfangsjahre des Vereins, damals noch auf dem heutigen Spielplatz der Grundschule. „Ein Riesenverein, wohl eine der wichtigsten Institutionen im Ort“, so seine Einschätzung über den Traditionsverein, heute Dach für 17 Jugendmannschaften, drei Herrenmannschaften und zwei Spielvereinigungen. Bei Ricke als „alter Scheeßelerin“ kommen beim Sichten der ersten Bilder viele Kindheitserinnerungen hoch, etwa an den Grundschulhügel, „das war damals noch ein Sandberg“, aber auch viele Gesichter.

Auch wenn die ursprünglich geplante „große Sause“ nun einige Nummern kleiner, mit Abstand und Nachverfolgung draußen stattfindet, wo bis zu 500 Besucher zugelassen seien, freuen sich die Organisatoren auf rege Beteiligung und eine „dritte Halbzeit“, ausnahmsweise mal ohne die beiden ersten“, wie Tietjen schmunzelnd verrät.

Die Erlöse aus dem Speisenverkauf sollen zu 100 Prozent Opfern der Flutkatastrophe zugutekommen, die aus Spendendosen einem Sozialfonds für junge Vereinsspieler. Schon jetzt können Gebote für die spätere Versteigerung der Vergrößerungen abgegeben werden. Eine Hoffnung der Macher der Ausstellung, die noch bis zum 5. September zu sehen ist: „Vielleicht hat jemand ja noch Exponate wie ein Original-Trikot – dafür haben wir an der Wand noch Platz gelassen!“, meint Steffen Lohmann. Auch Exemplare der Chronik sind noch zu haben. Eine Anmeldung zur öffentlichen Vernissage ist nicht erforderlich.  

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