Gemeinde will Geschäfte mit relevanten Sortimenten zurück in den Scheeßeler Kernort holen

Runter von der „grünen Wiese“

Den Märkten an der Bremer Straße geht es prächtig. Davon profitiert der Einzelhandel im Kernort aber nur wenig bis gar nicht.
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Den Märkten an der Bremer Straße geht es prächtig. Davon profitiert der Einzelhandel im Kernort aber nur wenig bis gar nicht.

Scheeßel – Einen Wust an Regelungen hat er nicht zum Inhalt, der einfache Bebauungsplan Nr. 76, den der Scheeßeler Bau- und Planungsausschuss in jüngster Sitzung einstimmig bei zwei Enthaltungen auf den Weg brachte. Im Grunde soll darin nur eine einzige Festsetzung getroffen werden. Die betrifft den an der Bremer Straße in Ortsrandlage ansässigen Penny, den Hol-ab-Getränkemarkt, ebenso den benachbarten Netto und die Kik-Filiale. Alle vier dem Plangebiet zugeordneten Geschäfte genießen Bestandsschutz. Und daran, versicherte Silke Meyer von der Gemeinde, solle sich auch in Zukunft nichts ändern – so lange wenigstens, wie die Betriebe an ihren Sortimenten nicht rütteln.

Nur was, wenn ein Betreiber sein Geschäft einmal aufgeben sollte? Dürfte in dem Fall theoretisch nicht jeder x-beliebige Gewerbetreibende kommen und sich in der leer gewordenen Liegenschaft möglicherweise mit neuen Sortimenten einnisten? Sind solche Interessenten dann überhaupt erwünscht? „Nicht, wenn es sich um Betriebe mit sogenannten Nahversorgungs- und zentrumsrelevanten Kernsortimenten handelt“, gab Meyer die Marschrichtung vor. Definiert seien die in einer Sortimentsliste, an die sich die Gemeinde mit ihrem 2017 beschlossenen Einzelhandelskonzept gebunden habe. „Ziel der Planung ist es, dass man solche Betriebe, die Kernsortimente führen, auf Dauer vom Ortsrand weg haben möchte – sie sollen in den Kernort wandern, um dort den zentralen Versorgungsbereich zu sichern“, erläuterte die auf Bauleitplanung spezialisierte Verwaltungsfrau. „So will es auch das Raumordnungsprogramm haben.“

Dass an der Bremer Straße durch eine solche Verschiebung „der Leerstand von morgen“ produziert werde, wie von Ratsmitglied Hans-Jürgen Conrad (CDU) befürchtet, wies Meyer ab: „Dort würden dann halt andere Sortimente angeboten, die nicht zentrumsrelevant sind.“ Möbel seien hier ein Beispiel. Oder Fahrräder. Im Übrigen, so Meyer, würden die von den vier Märkten angebotenen Sortimente selbst bei einem Eigentümerwechsel noch Bestandsschutz genießen, sollte sich an ihnen wie auch in baulicher Form denn nichts ändern. Ein Aspekt, den der Ausschuss den Wortmeldungen nach nur begrüßen konnte. „Dass solche Sortimente wieder im Zentrum Platz finden sollen, ist nicht gegen die einzelnen Betriebe gerichtet“, machte Johannes Hillebrand (SPD) deutlich. Auch die hätten schließlich ihre Existenzberechtigung, nur eben nicht an dieser Stelle. Er sprach von einen Fehler, den man nun korrigieren müsse. „Überall sind in den letzten Jahren die Supermärkte auf die grüne Wiese gewandert – erst dann hat man festgestellt, dass das unter Umständen Gift für die Innenstädte ist.“

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