Dritte Auflage des Scheeßeler Heimatfestivals bricht Besucher- und Begeisterungsrekorde

Ein Rundum-Wohlfühlpaket

Handgemachte Gitarrenklänge auf der Bühne, knutschende Paare davor – auch das war das Heimatfestival 2016. - Foto: Heyne

Scheeßel - Von Ulla Heyne. Man nehme: Eine gute Handvoll Bands aus der Region, die heiß sind auf die Bühne, ein Organisationsteam, das für Musik brennt, dazu jede Menge ehrenamtliche Helfer, ein gehörige Portion gutes Wetter (diese Zutat war in den vorigen beiden Auflagen etwas zu kurz gekommen) und ein paar leckere Stände für Fest- und Flüssignahrung – und die Besucher strömen.

So konnten Angelika Dorsch und Florian Hastedt vom Orga-Team noch vor dem Auftritt des Headliners beim Heimatfestival am Samstag im Industriegebiet „Ausverkauft!“ vermelden. Hatten die beiden vorigen Auflagen bereits mit viel Engagement und Herzblut seitens der Macher überzeugt, so hatte man dieses Mal noch eine Schaufel draufgelegt, um das Festival für erfolgreiche und aufstrebende Bands aus der Region für die 1000 Zuschauer und sieben Bands zum Rundum-Wohlfühlpaket zu machen.

Zunächst einmal war das musikalische Vielfalt. Getreu dem Motto des Beeke-Ortes „Scheeßeler Bunte“ gab sich das Line-Up ebenso gemischt wie das Publikum, das von jungen Fans über jung gebliebene und Familien bis zum Junggesellenabschied oder den amtierenden und neuen Weltmeistern im Bierkastenstapeln reichte.

Den Auftakt machte Scheeßeler Band „Turbulenzen“, deren Akteure dem Scheeßeler Publikum bereits in anderer Konstellation bekannt sind: Etliche Bandmitglieder hatten im Vorjahr als „Pimp‘d Noiz“ den Anheizer gegeben. Frontmann Martin „Schubi“ Schumacher von Mullersand freute sich, das Set dieses Mal ohne ergiebige Dusche spielen zu können. Seine Befürchtungen, „als Coverband könnten wir unter den anderen Musikern nicht ernst genommen werden“, sollte sich mitnichten bewahrheiten.

Ebenso tief stapelte Uli Wesche von „The Hansons“: „Wir sind wohl die schlechteste Band des Abends“ – papperlapapp: Wie vorher schon Puretonic legten die Sittensener eine härtere Gangart mit druckvollem, gitarrenlastigem Sound und großen Gesten vor. Das Urgestein der in den 80ern gegründeten Band hatte das Konzept des Festivals bei den letzten beiden Auflagen überzeugt: So ließ er sich nicht lange von Angie Dorsch, die ihn in Riepe und beim Oakfield gesehen hatte, bitten – und das nicht nur für den Gig, sondern auch als Aktiver im Orga-Team: „Und was liegt bei meinem Beruf als Steuerberater näher als die Position des Kassenwarts?“

Auch Ove Thomsen von „Torpus and the Art Directors“, die mit ihrem melodiösen Sound und einer Armada von Instrumenten von Mandoline bis Posaune einen Kontrapunkt schufen, lobte das Event in den höchsten Tönen: „Wir haben uns hier extrem gut betreut gefühlt: Wo gibt es noch Muttis, die den Salat für das Band-Catering noch selbst machen, und Zuschauer, die nicht nur saufen wollen – das ist schon cool hier!“ Die Bremer bedankten sich mit einigen Songs von der nagelneuen Scheibe und sogar einem ganz neuen Song, ebenso tanzbar wie (noch) titellos.

Oberlöschmeister Michael Lüdemann, der mit acht Brandschutzhelfern auf Standby, konnte vom Dach des Einsatzwagens aus ein friedliches Feiervölkchen konstatieren, das den Platz vor der Bühne, die lange Schlange am Stand der Fieldkitchen oder die Palettenmöbel frequentierte.

Heimatfestival in Scheeßel - Teil 1

Dominik, Holger und Tina waren sogar aus Köln und ihre Freundin Caro aus Berlin gekommen: „Wir haben die Geburtstagsfeier von Axel Schröder vom Orga-Team mit dem Besuch hier verbunden“, so Holger. Der Kölner war am Vorabend auf dem Gelände schon mehrfach angesprochen worden: „Ich sollte schon Autogramme geben“ – Kein Wunder, besteht doch eine gewisse Ähnlichkeit zum Sänger des Headliners Montreal. Die Band aus Hamburg setzte bei ihrem Gig bei Vollmond bis nach Mitternacht, ebenso wie zuvor Schafe und Wölfe, auf intelligente deutsche Texte.

Heimatfestival in Scheeßel - Teil 2

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