CDU Scheeßel geht mit Ulrike Jungemann in den Bürgermeisterwahlkampf

Rückhalt auf ganzer Linie

Blumen für die frisch gekürte Bürgermeisterkandidatin: Ulrike Jungemann (3.v.l.) im Kreise ihrer Parteifreunde Marsha Weseloh (v.l.), Günter Bassen, Käthe Dittmer-Scheele, Marco Prietz, Eike Holsten und Marco Mohrmann.
+
Blumen für die frisch gekürte Bürgermeisterkandidatin: Ulrike Jungemann (3.v.l.) im Kreise ihrer Parteifreunde Marsha Weseloh (v.l.), Günter Bassen, Käthe Dittmer-Scheele, Marco Prietz, Eike Holsten und Marco Mohrmann.
  • Lars Warnecke
    vonLars Warnecke
    schließen

Scheeßel – Die CDU Scheeßel hat gewählt: Bei ihrer Nominierungsversammlung am Mittwochabend im Scheeßeler Hof hat sich der Gemeindeverband für Ulrike Jungemann als Kandidatin für die Bürgermeisterwahl im September 2021 und somit als mögliche Nachfolgerin für die langjährige Amtsinhaberin Käthe Dittmer-Scheele entschieden. Die 48-jährige Jungemann hatte parteiintern keinen Gegenkandidaten, alle 26 anwesenden Mitglieder mit Stimmrecht schenkten ihr in geheimer Wahl das Vertrauen aus. „Ich freue mich total über dieses bombastische Ergebnis“, erklärte die Rotenburgerin, die im November nun nach Scheeßel umziehen wolle. „Ich freue mich auf den gemeinsamen Wahlkampf.“

Und das dürfe sie auch, bemerkte Eike Holsten, der sich mit seinem Landtagskollegen und CDU-Kreisvorsitzenden Marco Mohrmann, Marco Prietz, dem CDU-Kreistagsvorsitzenden, sowie Marsha Weseloh, der Kandidatin zur Nominierung im Bundestag, in prominenter Gastredner-Gesellschaft befand. „Ich habe hier in Scheeßel einen großartigen Wahlkampf führen können“, so Holsten. Mit dem Gemeindeverband, einer seinen Worten nach „schwer motivierten Truppe“, stünde Jungemann ein erstklassiges Team zu Seite.

Zuvor kam Günter Bassen, der Verbandsvorsitzende, auf einige Grundvoraussetzungen zu sprechen, die jemand für das Bürgermeisteramt aus Vorstandssicht bestenfalls erfüllen müsse – und denen Jungemann mit ihrem Profil als eine, die als Regionalplanerin beim Landkreis schon 20 Jahre Verwaltungserfahrung gesammelt habe, auch auf ganzer Linie gerecht werde. „Um eine Gemeinschaft zu einen, die sich in unserer Gemeinde wohlfühlt, bedarf es eines guten Netzwerks zu Entscheidungsträgern und übergeordneten Behörden, eines Gespürs für Menschen und ihren Bedürfnissen sowie eines respektvollen Umgangs mit ihren Erwartungen“, wandte sich der Sotheler an die 44 Versammelten. Mit Sachverstand pragmatisch Themenfelder zu erarbeiten – das liege Jungemann, ebenso ein Gespür für die Menschen. „Nicht zuletzt, weil sie in einer solchen Gemeinschaft wie der unserigen aufgewachsen ist“, verwies Bassen auf ihre Wurzeln im nordrhein-westfälischen Warendorf, wo sie in einem landwirtschaftlichen Umfeld mit sechs Geschwistern heranwuchs.

Diesen Aspekt griff „Rike“, wie Duzfreunde sie nennen, in ihrer Antrittsrede auf. Als jüngstes Kind sei sie keineswegs verschont geblieben, auf dem elterlichen Hof mitzuhelfen „Ich habe schon früh gelernt, mir mein Geld selbst zu verdienen und im Gegensatz zu früher, bin ich darüber heute auch sehr froh.“ Sie sei zwar nicht verheiratet und habe leider auch keine Kinder, dafür sei sie Mitglied einer großen Familie mit 16 Nichten und Neffen, die sie teilweise mit groß gezogen habe.

Politisch ist die Noch-Rotenburgerin eher als Neuling einzustufen, sitzt seit drei Jahren im CDU-Kreisvorstand, wo sie inzwischen als Schatzmeisterin tätig ist. „Mein Engagement habe ich 2016 begonnen, als ich als Kandidatin für den Bundestag vorgeschlagen wurde. Ich bin ins eiskalte Wasser gesprungen, vielleicht wurde ich auch etwas geschubst, und habe in dieser Zeit enorm viele Erfahrungen machen dürfen.“ Und sie sei durch ihren Job in der Stabsstelle Kreisentwicklung bestens vernetzt – mit den hiesigen Hauptverwaltungsbeamten ebenso wie mit den Landwirtschafts- und Umweltministerien. Und natürlich mit ihren Kollegen von der Landkreisverwaltung. Mit Blick auf Marco Prietz, der Ambitionen hat, Hermann Luttmann im Amt des Landrats zu folgen, meinte sie: „Wir kennen uns seit vielen Jahren und haben ein großes Vertrauen zueinander aufgebaut – beste Voraussetzungen also für einen künftige Zusammenarbeit.“

Scheeßel sei für sie eine Gemeinde, an der sie vor allem die Kombination aus Tradition und Moderne schätzen würde. Als Schwerpunkte, die sie als Bürgermeisterin im Schulterschluss zu einer Strategie festigen wolle, nannte Jungemann unter anderem die Themen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Wohnen auf dem Lande sowie eine offenere Kommunikationskultur zwischen Politik und Verwaltung und zu den Bürgern. „Erzählen Sie mir, was Sie bewegt und wo der Schuh drückt“, warb sie schon jetzt um entsprechende Resonanz.

„Dann machen wir jetzt mal einen ordentlichen Wahlkampf“, schwor Kreis-chef Marco Mohrmann seine Parteifreunde auf die kommenden 14 Monate ein. Ob der ausschließlich von der Scheeßeler CDU und ihrer charismatischen Kandidatin ausgefochten wird? Man weiß es nicht. Die anderen Parteien und Gruppen im Gemeinderat haben jedenfalls noch keinen Mitbewerber ins Rennen um das hohe Amt geschickt. Und auch Einzelanwärter sind der Verwaltung gegenwärtig noch nicht bekannt.

Von Lars Warnecke

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Aromenvielfalt im Gin-Glas

Aromenvielfalt im Gin-Glas

Der Audi E-Tron S kämpft gegen Kräfte der Physik

Der Audi E-Tron S kämpft gegen Kräfte der Physik

Schüsse vor Weißem Haus: Trump unterbricht Pressekonferenz

Schüsse vor Weißem Haus: Trump unterbricht Pressekonferenz

Heiß und gewittrig: Deutschland schwitzt weiter

Heiß und gewittrig: Deutschland schwitzt weiter

Meistgelesene Artikel

Dem Herzen auf die Sprünge helfen

Dem Herzen auf die Sprünge helfen

Nächster Schritt für Dorfentwicklung

Nächster Schritt für Dorfentwicklung

Sottrumer Umspannwerk: Alles ist verbunden

Sottrumer Umspannwerk: Alles ist verbunden

Erkenntnisse vom Eichhörnchen

Erkenntnisse vom Eichhörnchen

Kommentare