Änderungsvorschläge für den Raumordnungsplanentwurf des Landkreises

RROP: Gemeinde Scheeßel bezieht Stellung

Baugebiete sollen in den Ortschaften nur für den örtlichen Bedarf ausgewiesen werden. Das möchte die Gemeinde nicht. - Foto: lw

Scheeßel - Der Landkreis stellt derzeit sein Regionales Raumordnungsprogramm (RROP) neu auf und hat dazu den Entwurf in die einzelnen Städte und Gemeinden gegeben, die ihre Sicht der Dinge als Stellungnahmen kundtun können. Auch die Scheeßeler Verwaltung hat sich ihre Gedanken gemacht und zu einigen Punkten in dem Entwurf Position bezogen.

In der jüngsten gemeinschaftlichen Sitzung des Kernortausschusses und der Ortsräte hatte Silke Meyer vom Bau- und Planungssamt nun zusammengefasst, welche Ansichten zum RROP die Verwaltung hat, um die Interessen der Gemeinde Scheeßel zu wahren. Dabei geht es neben der Windkraft (wir berichteten) unter anderem auch um eine Aussage zur Sicherung und Entwicklung von Wohn- und Arbeitsstätten.

Zwar habe Scheeßel als Grundzentrum ohnehin diese Aufgabe zu erfüllen, nur fehle es im neuen Entwurf am entsprechenden Planzeichen, erklärte Meyer. Grund: Der Landkreis habe neben der Konzentration auf Ober- und Mittelzentren nur diejenigen Grundzentren mit der Schwerpunktaufgabe versehen, die sich unmittelbar an Autobahnanschlussstellen befinden. „Wir möchten Scheeßel aber trotzdem mit dem Planzeichen versehen wissen, da wir sonst negative Auswirkungen befürchten, beispielsweise bei der Gewerbeentwicklung“, so Meyer.

Als Appell ist auch die Scheeßeler Äußerung zur örtlichen Eigenentwicklung, also der bedarfsgerechten Ausweisung von Baugebieten, aufzufassen. Wie schon im aktuellen RROP festgesetzt, sollen in den Dörfern entsprechende Bereiche nur für den eigenen örtlichen Bedarf ausgewiesen werden.

Allerdings: Die Gemeinde will diese Vorgabe aufgeweicht wissen, so dass auch Zuzüge von außerhalb und zwischen den Ortschaften berücksichtigt werden können. „Einen Beschluss im Verwaltungsausschuss haben wir dazu schon 2013 gefasst, der jedoch nicht berücksichtigt wurde“, erläuterte die Verwaltungsfrau. Daher werde man diesen nun erneut in die Stellungnahme aufnehmen.

Ebenfalls aus dem alten RROP 2005 übernehmen will der Landkreis die Vorgabe, wonach gewerbliche Bauflächen in größerem Ausmaß allein in den zentralen Orten konzentriert werden sollen. „Für uns bedeutet das, dass so etwas dann nur im Kernort möglich wäre“, so Meyer, die darauf hinwies, dass es dort ohnehin schon schwierig sei, an Flächen zu kommen. „In der Bauleitplanung haben wir dadurch einen sehr großen Begründungsbedarf, warum wir auf einem Dorf ein größeres Gewerbegebiet ausweisen wollen.“

Auch hier werde man dem Landkreis einen Änderungsvorschlag unterbreiten. „Für uns ist diese Regelung in seiner jetzigen Form viel zu starr.“

lw

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