Rotenburger Lindenschule und Grundschule Scheeßel richten am Kreuzberg Kooperationsklasse ein

Zusammenarbeit im Vertrag besiegelt

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Unterzeichnung des Kooperationsvertrages: Käthe Dittmer-Scheele, Jutta Wendland-Park (vorn v.l.), Meike Nerding-Ehlbeck und Eberhard Thamm (hinten).

Scheeßel - Von Lars Warnecke. Lernen unter einem Dach – die Integration von Kindern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf, also Behinderungen, soll in der Scheeßeler Bildungslandschaft mit einem neuen Konzept umgesetzt werden. Dafür macht die Lindenschule in Trägerschaft der Rotenburger Werke mit der gemeindlichen Grundschule Scheeßel gemeinsame Sache: Zum 1. Februar wird die Förderschule im Gebäude am Kreuzberg eine Kooperationsklasse einführen – und mit dem Inklusionsmodell eine Lücke schließen.

In einem Punkt waren sich alle einig, die am Montagmorgen im Rathaus der Zusammenarbeitsvereinbarung bewohnten: Kooperative Formen der Förderung und Unterrichtung erschließen allen Beteiligten Möglichkeiten zur wechselseitigen Annäherung und zur Erfahrung von mehr Selbstverständlichkeit im Umgang miteinander. Dass hierfür erfolgreich der Grundstock gelegt worden sei, daran hegt Jutta Wendland-Park, Vorstandsvorsitzende der Rotenburger Werke, keinen Zweifel: „Wir haben beobachtet, dass das Gelingen von Inklusion vom Willen aller Beteiligten abhängt – und der ist auf Seite der Scheeßeler Grundschule definitiv vorhanden.“ Nun, da die Voraussetzungen für eine Kooperationsklasse geschaffen worden seien, müsse die Zusammenarbeit wachsen, „da wird sicher noch vieles blühen und gedeihen“, ist sich Wendland-Park sicher.

Bereits nach den Zeugnisferien zieht eine Rotenburger Klasse mit derzeit sieben förderbedürftigen Schülern, wohnhaft in Scheeßel und der Samtgemeinde Fintel, in die Grundschule am Kreuzberg ein. Dort, in unmittelbarer Nähe zur Gymnastikhalle, erhält sie durch die Gemeinde einen behindertengerecht zugänglichen Klassenraum. „Es ist schon wichtig, dass wir ein warmes Dach über dem Kopf haben“, schmunzelt Lindenschulrektor Eberhard Thamm, dessen Bildungseinrichtung bereits in Sottrum, Bothel und Hemslingen mit Kooperationsklassen vertreten ist.

Seinen Worten nach sei die Elternschaft der betroffenen Schüler von vornherein für einen Umzug nach Scheeßel Feuer und Flamme gewesen und heilfroh, dass das Projekt nun endlich startet. In dem Modell sieht er für die Schüler einen Gewinn – „immerhin erschließt es nicht nur logistische Möglichkeiten, sondern auch therapeutische und fachliche“, ist der Pädagoge überzeugt. „Freunde zu finden, kurze Wege zu haben – das ist schon sehr wichtig für die Kinder.“

Dem kann Bürgermeisterin Käthe Dittmer-Scheele nur zustimmen. „Wir arbeiten intensiv daran, unseren Scheeßeler Bildungsweg zu entwickeln – dadurch, dass die gehandicapten Schüler nun Scheeßel nicht mehr verlassen müssen, wird eine weitere Lücke geschlossen.“

Was die Beschulung der Kinder mit Förderbedarf betrifft, werden sie auch weiterhin differenziert unterrichtet – drei Lehrkräfte der Lindenschule stehen dafür im Wechsel zur Verfügung, um so – wie Thamm es formuliert – „unseren Förderschwerpunkt der geistigen Entwicklung weiterhin gewährleisten zu können“.

Allerdings, und da komme die Inklusion ins Spiel, würden die Kinder vor allem aber auch am regulären Schulalltag teilnehmen können – ein Aspekt, der laut Grundschulleiterin Meike Nerding-Ehlbeck den Schwerpunkt der Kooperation bilden werde. So sollen leistungsschwache und -starke Schüler künftig nicht nur im musischen Bereich sowie im Fach Mathematik Seite an Seite die Schulbank drücken, die gehandicapten Kinder sollen ebenfalls an ausgewählten Angeboten im schulischen Ganztagsbereich mitmachen, „insbesondere aber auch am gemeinsamen Mittagessen in unserer Mensa“, so Nerding-Ehlbeck. Ferner sei geplant, die Turnhalle an drei Tagen in der Woche den Förderschülern zur Verfügung zu stellen. In Stein gemeißelt sei das alles jedoch noch nicht, wie die Bürgermeisterin betont: „Es gibt ein klares Ziel, aber es wird – mit Blick auf die Entwicklung der Kinder – sehr behutsam angegangen.“

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